Das Kultusministerium gibt grünes Licht für die Einführung des Ganztagesmodells in der Leonberger Sophie-Scholl-Grundschule. Im Sommer 2025 tobte darum ein großer Konflikt.
Jetzt steht es fest: Die Sophie-Scholl-Schule in Leonberg wird zur verbindlichen Ganztagsschule. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg hat die Einrichtung einer solchen genehmigt. „Damit kann das Konzept, dem der Gemeinderat am 15. Juli 2025 zugestimmt hat, wie geplant umgesetzt werden“, schreibt die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.
Ganztagsmodell als Zankapfel: tiefe Gräben zwischen beiden Lagern
Das Thema hatte Mitte des vergangenen Jahres in Leonberg hohe Wellen geschlagen. Die Grundschule und die Stadt hatten sich für ein verbindliches Ganztagsmodell ausgesprochen. Eine Gruppe von Eltern setzte sich dagegen für einen Ganztag im Wahlmodell ein und hatte dabei die Unterstützung des Elternbeirats der Schule sowie des Gesamtelternbeirats der Stadt. Zwischen den beiden Lagern taten sich im Laufe der Wochen tiefe Gräben auf.
Nun hat das Kultusministerium sein Go gegeben: Der Ganztagsbetrieb beginnt im Schuljahr 2026/2027 zunächst in Klassenstufe 1 und wird anschließend schrittweise auf die weiteren Jahrgänge ausgeweitet. „An drei Werktagen pro Woche besuchen die Kinder künftig einen siebenstündigen Schultag“, teilt die Stadt mit. Und weiter: „Für die beiden ersten Ganztagsklassen können insgesamt zwölf zusätzliche Lehrerwochenstunden beantragt werden, die den Ausbau des pädagogischen Angebots unterstützen und eine verlässliche Umsetzung ermöglichen.“
Ganztagsschule: mehr Zeit für individuelle Förderung
Ganztagsschulen verbinden Unterricht, Lernzeiten, Ruhephasen und Freizeitangebote zu einem durchdachten Tagesrhythmus. „Die Schülerinnen und Schüler erhalten mehr Zeit für individuelle Förderung, gemeinsames Lernen und kreative Entfaltung“, schreibt die Stadt. Ergänzt werde der Unterricht durch Sport, Musik, Bewegungsangebote und vielfältige Projekte, die den Schulalltag bereichern und soziale Kompetenzen stärken.