Gruppenvergewaltigung in Freiburg Hauptverdächtiger war Ministerium als gefährlich bekannt

Von red/dpa 

Innenminister Thomas Strobl erklärt, warum der Sonderstab im Ministerium den Fall nicht mit Priorität behandelt hat.

Innenminister Thomas Strobl (CDU) äußerte sich am Freitag in Stuttgart zum Vergewaltigungsfall in Freiburg. Foto: dpa
Innenminister Thomas Strobl (CDU) äußerte sich am Freitag in Stuttgart zum Vergewaltigungsfall in Freiburg. Foto: dpa

Stuttgart - Der Hauptverdächtige einer mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg ist dem Landesinnenministerium als gefährlicher Ausländer bekannt gewesen. Bei dem Mann handele es sich um einen Syrer, sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Stuttgart. Das könnte der Grund dafür gewesen sein, dass ein Sonderstab im Ministerium den Fall nicht mit Priorität behandelt habe. „Wir können derzeit syrische Straftäter nicht nach Syrien abschieben.“ Strobl appellierte an den Bund, eine Lageeinschätzung von 2012 zu überarbeiten, um zu sehen, ob zumindest Straftäter an einen sicheren Ort in Syrien zurückgebracht werden könnten.

„Dafür gibt der Freiburger Fall allen Anlass nachzudenken“, sagte Strobl. Insgesamt stammten sieben Verdächtige aus Syrien - ein Verdächtiger ist Deutscher. Sie sitzen in U-Haft. Gegen den Hauptverdächtigen lag vor der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung bereits ein Haftbefehl vor, der aber zunächst nicht vollzogen wurde. Strobl sagte, er habe Landeskriminaldirektor Klaus Ziwey mit einer Überprüfung dieses Sachverhalts beauftragt. Der Minister betonte, dass die Polizisten vor Ort selbst entschieden, wann sie Haftbefehle vollstreckten. Er habe bislang aber keine Annahme dazu, dass die Entscheidung der Beamten in diesem Fall fehlerhaft gewesen sei.

Strobl kündigt Maßnahmen an

Strobl kündigte eine Reihe von Maßnahmen an, um die Sicherheit in Freiburg zu erhöhen - etwa durch zusätzliche Polizisten, darunter auch berittene Polizisten. Es werde verstärkt Razzien an bestimmten Orten in Freiburg sowie „Sicherheitskonferenzen“ geben. Damit sollen die Bürger darüber informiert werden, wie sie sich selbst gegen Kriminalität besser schützen könnten. Rücktrittsforderungen gegen seine Person bezeichnete Strobl als nicht ernst zu nehmen.