Jahrelang war sie der Hotspot für alle, die nach einer Party noch Pommes brauchten: die Fritty Bar in Stuttgart. Doch 2022 war Schluss. Die Kult-Imbissbude machte dicht. Heute ist sie nur noch eine Baustelle; einzig die Frage „Wo Pommes?“ steht noch auf einer Wand vor der ehemaligen Bar – wie eine Anklageschrift gegen das Ende dieser Ära.
Doch Lukas Hepp hat dem Imbiss in seinem Comic „Das Monster aus der Fritty Bar“ neues Leben eingehaucht. Und Spoiler: Die Baustelle ist nicht so verlassen, wie alle denken. Denn hinter den abgerissenen Wänden lauert ein Monster – und das hat richtig Hunger!
Horror, Monster und eine verhexte Kehrwoche
Fast 2.000 Ausgaben des „Stuttgarter Schockers“ hat Lukas Stand November schon in Druck gegeben. „Es ist richtig eingeschlagen“, freut sich der Autor. Das Comic-Heft ist aufgeteilt in zwei Geschichten: „Das Monster aus der Fritty Bar“ und „Verhexte Kehrwochen“. In seinen Comics spielt der 32-Jährige bewusst mit einigen schwäbischen Klischees und lässt seine Charakter auch gern mal “a bissle schwäbisch schwätza“.
Sein bevorzugtes Genre ist dabei Horror und das ganz bewusst. „Ich fand schon immer den Stil von Schocker-Comics aus den 50er- und 60er-Jahren cool. Nischig, mit ein oder zwei Horror-Kurzgeschichten darin. Die hatten ein Genre und ein festes Set-up und am Ende gab es dann meistens noch einen Plot-Twist. Irgendwann kam mir die Idee, dass man das doch auf lokaler Ebene machen könnte.“
Mit Stuttgart war der Vater eines Sohnes schon immer verbunden – und das, obwohl er in Esslingen aufgewachsen ist. „Ich bin jetzt nicht der krasseste Stuttgart-Nerd, wie Leute, die in der Stadt aufgewachsen sind. Aber ich bin trotzdem gerne dort“, betont der Zeichner. In seinem Comic begegnen einem immer wieder bekannte Stuttgarter Gebäude und Straßen– von der Stadtbibliothek am Mailänder Platz bis hin zur Schwabstraße in West.
Wie kam es denn zum „Stuttgarter Schocker“? Lukas selbst liest seit Jahren leidenschaftlich gern Comics. Und: „Ich hab schon als Kind und Jugendlicher regelmäßig gezeichnet und geschrieben“, erzählt er. Damals sei das aber alles eher noch amateurmäßig gewesen.
Nach einem Studium im Medienbereich machte er sich selbstständig und hat nun in Esslingen eine Social-Media- und Videografie-Agentur. Auch musikalisch ist das Allround-Talent unterwegs: „Ich release seit 14 Jahren unter dem Künstlername ‚Heppy’ Musik. Ich habe da so eine spezielle Nische für mich entdeckt. Ich mische 50er- und 60er-Jahre-Musik mit Deutschrap.“
In diversen Stuttgarter Buchhandlungen erhältlich
2022 veröffentlichte der Künstler dann sein Album „Atompunk“ – und engagierte für die Gestaltung seines Covers einen Comic Artist. Die Idee mit einem eigenen Comic schwirrte Lukas daraufhin länger im Hinterkopf herum, bis er aus der „Schnapsidee“ dann plötzlich Realität machte. „Ich hatte da einfach Bock drauf und meinte dann zu dem Comic Artist: ‚Komm, lass doch machen’.“ Gemeinsam mit einem weiteren, befreundeten Zeichner wurden seine Ideen mit „Der Stuttgarter Schocker“ schließlich zu Papier gebracht.
Dass es so gut laufen würde, hatte er sich damals nicht ausmalen können. Doch inzwischen haben seine fiktiven Geschichten aus der schwäbischen Landeshauptstadt zahlreiche Fans. Den Comic kann man inzwischen sogar nicht mehr nur im Onlineshop des Esslingers erwerben, sondern auch im stationären Handel. Unter anderen in den Stuttgarter Buchhandlungen Superjuju, Thalia und auch im Osiander liegt der Grusel-Schocker bald aus. Und: Nachschub folgt! „Ich bin gerade schon dran an einem zweiten Heft“, verrät Lukas. „Ich habe 30 verschiedene Ideen hier rumliegen.“
Nächstes Comic wieder in Stuttgart
Während sein erstes Comic-Heft mitsamt dem Cover 24 Seiten umfasst, soll das zweite länger werden. „Ich überlege noch, ob ich wieder zwei Geschichten oder lieber eine längere machen soll.“ Eines ist bereits jetzt klar: Auch der nächste Comic soll wieder in Stuttgart spielen.
Und auch was das Thema betrifft, gibt’s vom Autor einen kleinen Tipp: „Es wird wohl um die S-Bahn und ihre Verspätungen gehen“, sagt er und lacht. In „Verhexte Kehrwochen“ geht es unter anderem um zu hohe Mietpreise und nun also ein Seitenhieb in Richtung Bahn – kann man Lukas’ Comics womöglich als eine Art Gesellschaftskritik ansehen? Der 32-Jährige winkt lachend ab: „Nein, nein, in erster Linie sollen die unterhalten.“ Aber: „Ich lasse da schon auch immer satirische Kommentare mit rein fließen.“