GSG-Bibliothek Quelle für Wissensdurstige

Von Gabriele Lindenberg 

Das Gustav-Stresemann-Gymnasium bietet seinen Schülern eine professionell ausgestattete Bibliothek – und ein gemütliches Lernstudio.

Lerneifrige Schüler nutzen das Angebot an Nachschlagewerken. Foto: Patricia Sigerist
Lerneifrige Schüler nutzen das Angebot an Nachschlagewerken. Foto: Patricia Sigerist

Schmiden - Wenn Sonja Wertenbach nicht so ein Fan von Schulbibliothen wäre, dann hätte es mit dem Bücherfundus im GSG-Anbau sicher etwas länger gedauert. So jedoch hat die Elternbeirätin viel Zeit und viel Herzblut in den professionellen Ausbau der Bibliothek investiert. An den Anfang ihres ehrenamtlichen Einsatzes kann sich die Mutter einer Tochter noch gut erinnern: „Der Direktor hat eine Betreuung für das Lernstudio gesucht.“ Als Sonja Wertenbach dann die Kartons mit den Büchern sichtete, die nach dem Umzug aufs Einsortieren warteten, hielt sie das für eine gute Gelegenheit, Ordnung in das System zu bringen. Das ist jetzt knapp zwei Jahre her.

Nun ist das Werk – vorerst – beendet. An drei Tagen in der Woche können Schüler die Einrichtung von 13 bis 15 Uhr nutzen. Was sie auch gerne und regelmäßig tun, erzählt Sonja Wertenbach, die an zwei Tagen Ansprechpartnerin ist. Denn die Mühe hat sich gelohnt, die beiden Zimmer sind einladend gestaltet. Zwei helle, luftige Räume mit großen Grünpflanzen laden zum Verweilen ein. Auf die Gewächse hat Sonja Wertenbach Wert gelegt, die machen das Ambiente gleich viel heimeliger. Und den Gymnasiasten soll ja in diesen beiden Räumen ein angenehmer Aufenthalt ermöglicht werden. Entweder, um in Büchern etwas nachzuschlagen, um an einem der PCs etwas zu recherchieren, oder um in Ruhe Hausaufgaben machen zu können.

Dank einer speziellen Bibliotheks-Software sind alle Bücher katalogisiert und im Rechner abrufbar. Denn für die ehemalige Grünen-Gemeinderätin reicht es nicht, nur im Internet bei Wikipedia nachzuschauen: „Wenn die Schüler anschließend studieren, müssen sie wissen, wie man in einer Bibliothek etwas finden kann.“ Der Vorteil der auf ihren Wunsch angeschafften Software ist, dass die heranwachsenden Nutzer dann auch in anderen Bibliotheken fit sind – die Auszeichnungs-Kriterien sind dieselben.

In den Regalen stehen fein nach Fachgebieten sortiert und mit einem Code versehen zahlreiche Nachschlagewerke, wissenschaftliche Bände, Prosa, Lyrik und auch Belletristik. „Etwa 2000 Bücher und Zeitschriften stehen zur Verfügung“, sagt Sonja Wertenbach. Die Palette reicht von Asterix bis Zuckmayer, von Bonhoeffer bis zu Laserstrahlen und von Geo- bis Micky-Maus-Heften. Bei manchen Zeitschriften, darüber freut sich Sonja Wertenbach besonders, gibt es Sponsoren, die die Jahresgebühr bezahlen. Dies sowie hin und wieder Geldspenden entlasten den Etat der Bibliothek. Dafür kann dann gezielt Lernmaterial beschafft werden.

Ein weiterer positiver Aspekt dieses Angebots ist für Sonja Wertenbach, dass Schülern eine etwaige Scheu vor einem Bibliotheksbesuch verlieren. Denn das Lernstudio wird gern als Freizeitraum zum Schmökern oder Musikhören genutzt und bietet mit Sofas, Sitzkissen und grüppchenweise aufgestellten Tischen und Stühlen eine ganz andere Atmosphäre als im Klassenzimmer. Zur Zeit boomt zum Beispiel das Schachspielen in den Hohlstunden. Während sich die Schüler spannende Spiele liefern, können die kommentierenden Zuschauer bei Bedarf gleich in der Bibliothek nach Schachbüchern und neuen Eröffnungstaktiken schauen.

Auch Sonja Wertenbach schaut schon weiter. Ihr nächstes Ziel ist es jetzt, die komplette Literatur des GSG elektronisch zu erfassen und zugänglich zu machen. „Es gibt Bücher im Lehrer- und im Musikzimmer, und es gibt in den Fachräumen auch noch Bände.“ Die werden jetzt nach und nach katalogisiert, so dass sich dem Nutzer – Schüler oder Lehrer – auf den ersten Blick erschließt, ob und wo er was finden kann.

Damit die Lernwilligen noch mehr finden, würde sich Sonja Wertenbach über Spenden freuen, egal ob literarische oder finanzielle. Willkommen sind schulrelevante Themen, Klassiker oder Nachschlagewerke. Platz in den Regalen hätte es jedenfalls noch eine Menge.