Um mehr bezahlbaren Wohnraum in Stuttgart zu schaffen, erhöht die Stadt die Quote an Sozialwohnungen und sagt, wie sie eine gute soziale Durchmischung gewährleisten will.

Bauen/Wohnen/Architektur : Nicole Golombek (golo)

Gute Nachrichten für Menschen, die sich keine Mietpreise von über 15 Euro pro Quadratmeter leisten können und in Stuttgart auf Wohnungssuche sind. Und das sind bekanntlich viele, denn es gibt deutlich mehr Wohnungssuchende als Wohnungsangebote, was die Mieten seit Jahren in die Höhe treibt. Bisher hinkte die Stadt ihrem Plan, neue 20 000 Wohnungen bis 2033 zu schaffen, ziemlich hinterher.

 

Stuttgart will mehr bezahlbare Wohnungen schaffen

Im Rahmen der Stadtentwicklungsuntersuchung „Perspektive Stuttgart“ hat eines der forschenden Teams aber errechnet, dass die Stadt ihr Ziel beim bisherigen Bautempo frühestens in den 2040ern erreichen wird. Um flotter voranzukommen, müsse die Stadt stärker als bisher zur engagierten Akteurin im Wohnungsmarkt werden. Auch der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold (Grüne), sagt: „Bezahlbarer Wohnraum ist eine der zentralen sozialen Fragen in unserer Stadt.“

Stuttgarts Bürgermeister Peter Pätzold: „Wir sorgen dafür, dass auf städtischen Flächen vor allem Wohnungen entstehen, die sich viele Menschen leisten können.“ Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Und jetzt immerhin hat der Gemeinderat eine Änderung der Quoten im Rahmen der städtischen Bodenpolitik beschlossen. Die Stadt passt die Förderquoten für Wohnungsbau auf städtischen Grundstücken an. Künftig sollen – statt bisher 40 bis 60 Prozent – 50 Prozent der Wohnfläche für Sozialwohnungen vorgesehen werden, 20 Prozent davon für preisgedämpfte Wohnungen und 30 Prozent frei finanziert. Ziel sei „mehr bezahlbarer Wohnraum und Planungssicherheit für Bauprojekte“, teilt die Stadt mit. Damit bleibe zudem ein ausgewogener Wohnungsmix erhalten, der unterschiedliche Einkommensgruppen berücksichtigt.

Anteil von Sozialwohnungen kann auf 70 Prozent und mehr steigen

„Mit den angepassten Förderquoten stärken wir den Bau von Sozialwohnungen und sorgen dafür, dass auf städtischen Flächen vor allem Wohnungen entstehen, die sich viele leisten können“, sagt Baubürgermeister Pätzold. Zudem gibt es Spielraum für Projekte mit einem besonders hohen Anteil an gefördertem Wohnraum. Der Anteil an Sozialmietwohnungen kann auf bis zu 70 Prozent der Wohnfläche erhöht werden. In Einzelfällen ist mit einer besonderen Begründung auch ein noch höherer Anteil möglich.