Die Güterbahnhofstraße in ihrer jetzigen Form soll bald Geschichte sein. Foto: Simon Granville
Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) will seine Innenstadt aufwerten. Dazu muss vor allem die zentrale Güterbahnhofstraße aufgehübscht werden. Geht es nach der Stadtverwaltung soll daraus eine Fußgängerzone werden. Das schmeckt nicht allen.
In Ludwigsburg ist sie sehr groß, aber auch in Bietigheim und Marbach gibt es sie: Fußgängerzonen in der Innenstadt. Und nun soll auch Kornwestheim eine eigene Fußgänger-Straße bekommen. Geht es nach dem Willen der Verwaltung, soll die Güterbahnhofstraße autofrei werden. Die Pläne dazu haben Oberbürgermeister Nico Lauxmann und sein Rathaus-Team am Donnerstagabend im Rahmen einer Bürgerinfoveranstaltung vorgestellt.
Aber der Reihe nach: Die Güterbahnhofstraße verbindet den Holzgrundplatz und die Bahnhofstraße mit dem Bahnhofsvorplatz und gilt als wichtiger Teil der Innenstadt. Der Bahnhofsvorplatz ist bereits autofrei und die Bahnhofstraße wurde vor einigen Jahren ebenso erneuert wie der Holzgrundplatz. Nur die Güterbahnhofstraße fristet ein eher unansehnliches Dasein mit Einbahnverkehr, einigen Parkplätzen aber generell wenig Aufenthaltsqualität.
Diese zu verbessern ist eines der obersten Ziele im Rathaus und damit stimmen auch Anwohner und viele Bürger der Salamanderstadt überein. Der Weg dorthin ist aber nicht unumstritten. Die Landschaftsarchitekten von Faktorgrün haben deshalb drei Alternativen präsentierte, wie die Güterbahnhofstraße erneuert werden kann. Neben dem Umbau zur Fußgängerzone könne man die aktuelle 20er-Zone belassen und eben aufwerten. Dritte Variante wäre die Anlage einer sogenannten Spielstraße.
Das City- Parkhaus soll renoviert und verschönert werden, damit die Auslastung steigt. Foto: Simon Granville
Klar ist, dass etwas getan werden muss. Die Pläne des Rathauses gehen dabei über den Straßenbereich hinaus. So soll auch das angrenzende City-Parkhaus aufgewertet werden, das nur eine Auslastung von 40 Prozent hat und nicht selten als Schandfleck beschrieben wird. Der Zugang von der Güterbahnhofstraße soll nicht mehr durch eine dunkle Gasse erfolgen. Die Stadt hat dort ein Grundstück gekauft und will es nur zur Hälfte bebauen lassen. Der Rest soll zu einem einladenden Platz werden.
Stimmt der Gemeinderat dem Vorhaben der Stadt zu und spricht sich für eine Fußgängerzone aus, soll auch der Wochenmarkt vom Marktplatz vor dem K in die Innenstadt verlegt werden als „Frequenzbringer“. Die noch in der Güterbahnhofstraße angesiedelte Postfiliale, die auf Parkplätze vor dem Haus angewiesen ist, soll umziehen, am liebsten in den Neubau der Volksbank in der Bahnhofstraße. In dieser Straße plant die Stadt auch den Abriss von zwei Gebäuden (Modegeschäft und Imbiss) und einen Neubau. „Es geht um mehr als nur die Güterbahnhofstraße“, sagte deshalb auch der Erste Bürgermeister Daniel Güthler.
Für die Neugestaltung der Güterbahnhofstraße hat die Stadt selbst zwei Millionen Euro eingeplant, unabhängig davon, welche Variante der Gemeinderat beschließt. Zudem rechnet man mit einer Million Euro an Förderungen.
Die Pläne für eine Fußgängerzone wurden überwiegend positiv aufgenommen, ein Gewerbetreibender kritisierte aber, dass es dann nicht mehr möglich sein werde, Dinge mit dem Auto direkt vor der Ladentür abzuholen. Ein anderer Bürger bezweifelte, dass es gelingen wird, die neue Fußgängerzone mit Leben zu füllen.
Im März soll der Gemeinderat über das Thema beraten. Läuft alles wie geplant, könnte im September 2027 die Umgestaltung abgeschlossen sein, pünktlich zum Stadtfest.