Güterverkehrskonzept für Baden-Württemberg So soll der Transport von Gütern nachhaltiger werden

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Baden-Württemberg ist als Transitland überdurchschnittlich stark vom Gütertransport belastet. Ein neues Konzept des Verkehrsministeriums zielt auf Nachhaltigkeit. Bis 2030 soll jede dritte Tonne klimaneutral transportiert werden.

Das Konzept sieht vor, dass mehr Güter auf die Schiene kommen (Symbolbild). Foto: dpa/Paul Zinken
Das Konzept sieht vor, dass mehr Güter auf die Schiene kommen (Symbolbild). Foto: dpa/Paul Zinken

Stuttgart - Auch das Lastenrad, der Ausbau von Schleusen und die Lkw-Parkplätze spielen im 180 Seiten starken Güterverkehrskonzept des Verkehrsministeriums in Stuttgart eine Rolle, das Minister Winfried Hermann (Grüne) jetzt auf einer Online-Konferenz mit Logistikexperten vorstellte. Für Karlhubert Dischinger, Präsident des Verbandes Spedition und Logistik, ist das Werk „die vermutlich breiteste Analyse im Sektor Spedition, Transport und Logistik in Baden-Württemberg“. Hermann will mit nachhaltigem Güterverkehr dem Klima helfen, und er sieht Spielraum für die Landespolitik: „Das Ziel ist klar: Bis 2030 soll jede dritte Tonne klimaneutral transportiert werden.“

Lesen Sie hier: Interview zur Mobilität in Stuttgart Zwölf Empfehlungen zum Handeln sind im Konzept enthalten. Die Herausforderungen sind groß, denn schon heute ist Baden-Württemberg als Transitland überdurchschnittlich stark vom Gütertransport belastet. Von 2010 bis 2030 – so die Prognose – werde der Güterverkehr hierzulande um 23 Prozent anwachsen, im Bundesdurchschnitt liegt der Anstieg nur bei 18 Prozent. Ein Blick auf die Prognosen für die Zeit von 2010 bis 2030 zeigt, dass die Hauptlast auf den Straßen liegt: das Transportaufkommen auf der Schiene soll um 45 Prozent auf 41 Millionen Tonnen wachsen, das auf der Straße um 22 Prozent auf 527 Millionen und das in der Binnenschifffahrt um 14 Prozent auf 32 Millionen Tonnen.

Konzept will Kümmerer für den Güterverkehr

Schon heute gelten Straßen und Schienen am Oberrhein als die mit der bundesweit „höchsten streckenbezogenen Verkehrsbelastung“. Zu den Handlungsempfehlungen gehört die Schaffung des Postens für einen sogenannten Kümmerer für den Güterverkehr, er soll ein zentraler Ansprechpartner sein, der dafür sorgt, dass mehr Güter auf die Schiene kommen.

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In die ähnliche Richtung zielt die Knüpfung eines „Netzwerks nachhaltiger Güterverkehr“ und ein Plan für die Wiederbelegung demontierter Gleisanschlüsse. Andere Vorschläge betreffen die Stadtlogistik, bei der Städte mit einem Wettbewerb Anreize erhalten sollen, sich um Ladezonen, Logistik-Hubs und Wege für Lastenräder zu sorgen. Auch Vorschläge zur Förderung von Kombibussen sind im Konzept, sie könnten nicht nur Personen sondern auch Pakete transportieren. Schließlich befasst sich eine Empfehlung mit dem autonomen Fahren für Lastwagen, von denen 400 000 im Land zugelassen sind. Hier sollten „testfeldunabhängige“ Erprobungen möglich sein.

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