Guru wegen Vergewaltigung verurteilt Sektenführer muss für 20 Jahre ins Gefängnis

Von red/AFP 

Der indische Sektenführer Gurmeet Ram Rahim Singh ist wegen der Vergewaltigung zweier Anhängerinnen zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Nach dem Urteil gegen Singh waren am Freitag in Panchkula zehntausende gewaltbereite Unterstützer auf die Straße gegangen.

Der indische Sektenführer Gurmeet Ram Rahim Singh ist wegen der Vergewaltigung zweier Anhängerinnen zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Foto: AP
Der indische Sektenführer Gurmeet Ram Rahim Singh ist wegen der Vergewaltigung zweier Anhängerinnen zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Foto: AP

Rohtak - Ein Gericht in Rohtak verkündete am Montag das Strafmaß gegen den Guru Gurmeet Ram Rahim Singh, der bereits am Freitag schuldig gesprochen worden war. Der Sektenführer muss für 20 Jahre hinter Gitter. Diese Strafe verkündete ein Richter am Montag in einem Gefängnis im nordindischen Rohtak, wie Staatssekretär Ram Niwas vom Innenministerium des Bundesstaates Haryana der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Richter war per Hubschrauber in den Ort nahe der Hauptstadt Neu Delhi geflogen worden, wo Ram Rahim seit seiner Verurteilung in Haft saß. Damit sollten erneute Ausschreitungen verhindert werden.

Mehr als 250 Menschen verletzt

Mehr als 100.000 Anhänger des extravaganten 50-jährigen Gurus waren zu der Urteilsverkündung am vergangenen Freitag in den Ort Panchkula gekommen und randalierten anschließend. Dabei kamen dort 32 Menschen ums Leben, sechs weitere starben im rund 250 Kilometer entfernten Sirsa, wo die Sekte von Ram Rahim beheimatet ist. Mehr als 250 Menschen wurden verletzt. Die meisten Opfer wurden durch Polizeischüsse getötet. Mehr als 900 Mitglieder der „Dera Sacha Sauda“ (etwa: Sekte des wahren Geschäfts) wurden festgenommen.

Am Montag waren die Vorkehrungen entsprechend streng - insgesamt rund 30 000 Sicherheitskräfte waren in verschiedenen Orten des Bundesstaats Haryana im Einsatz. In Sirsa, wo eine Ausgangssperre galt, wurden Medienberichten zufolge zwei Autos angezündet. Darüber hinaus wurden zunächst keine Zwischenfälle bekannt. Die Sekte hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder.