Gustav-Siegle-Haus vor der Sanierung Stuttgarter Philharmoniker brauchen ein Interimsquartier

Das Gustav-Siegle-Haus steht vor einer Generalsanierung – irgendwann. Foto: Lg/Kovalenko

Das Gustav-Siegle-Haus in der Stuttgarter Innenstadt steht vor einer Generalsanierung. Wann und wie sie umgesetzt werden soll, will die Stadtverwaltung klären lassen. Bei den Sanierungskosten tappt man noch im Dunkeln.

Die Zukunft des Gustav-Siegle-Hauses wird näher untersucht. Die Stadtverwaltung holt jetzt eine Machbarkeitsstudie ein, die bis Mitte 2023 vorliegen, den Umfang der Großsanierung und die Kosten beziffern soll. Die Stadt und das Land, die die Kulturstätte mit zwei Sälen gemeinsam finanzieren, wollen die Maßnahme dann zur rechten Zeit in ihre Haushalte aufnehmen. Die 150 000 Euro, die im Dezember 2021 in den städtischen Etat aufgenommen wurden, waren nur ein Anfang, um die Machbarkeitsstudie und einen Teil der anschließenden Planung zu bezahlen.

 

Die Arbeit endet nie in dieser Bildungsstätte für Musik und Vorträge, die nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nach alten Plänen von 1910 größtenteils wiederaufgebaut werden musste. Diverse Mängel beim Brandschutz, erstmals 2014 enttarnt, sollen bis Ende August zwar beseitigt sein, doch der Sanierungsbedarf ist umfassend. Fassaden und Fenster wurden in jüngerer Zeit erneuert, doch die Decken müssen von einem Statiker observiert werden, damit man rechtzeitig einschreiten könnte, ehe Gefahr droht. Lüftung, Heizung, Sanitäreinrichtungen und Elektroinstallation entsprechen nicht dem heutigen energetischen Standard.

Die Stuttgarter Philharmoniker, die im Gustav-Siegle-Haus daheim sind und dort proben, haben eine Mängel- und Wunschliste vorgelegt. Das Orchester pocht nicht nur auf Totalerneuerung der Elektrik, der Heizung und der Sanitäreinrichtungen, sondern auch auf Beseitigung etwaiger Asbestbauteile und – im Interesse teurer Instrumente – auf eine Klimatisierung. Die Veranstaltungsstätte müsse auch barrierefrei, offener und einladender werden. Und für das Publikum brauche es ein Café. Bessere Probenräume und eine bessere Akustik, passend für ein großes Sinfonieorchester, halten die Philharmoniker auch für notwendig.

Technik aus der Zeit nach dem Kriegsende

Klar ist auch: Die Sanierung wird nicht Zug um Zug zwischen den Probeterminen der Philharmoniker abzuarbeiten sein wie bis dato kleinere Arbeiten. Das Orchester braucht ein Interimsquartier. Wo sich eines bietet, das soll die städtische Bauverwaltung klären, wenn die Studie vorliegt. Dann wird man auch die ungefähren Kosten kennen und kann diskutieren, wann das Vorhaben in die Reihe der Millionen-Projekte von Stadt und Land im Kulturbereich passt.

Die Stadtverwaltung hat 2021 einen Sanierungsauftakt „frühestens 2026/2027“ für möglich erklärt. Denkbar ist aber auch, dass die Standortdebatte für die Philharmoniker wieder aufflammt, die schon 2018 die Sanierungsüberlegungen bremste. Im Rathaus gibt es die Idee eines Konzerthausbaus unweit der Liederhalle oder am Hauptbahnhof – aber wohl keine konkreten Pläne.

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