Ein Jahr ist es her, dass Betreiberin Lisa-Marie Gundling mit ihrer Bar Trude in das ehemalige Flamenco-Restaurant El Cortijo am Hans-im-Glück-Brunnen gezogen ist. Seitdem gibt es in der neuen Eckkneipe Tacos, Konzerte, Karaoke und Tischkicker. Und natürlich die eine oder andere legendäre Partynacht.
Wir haben und mit Lisa getroffen und sie nach ihren persönlichen Highlights (und Lowlights) aus den letzten Monaten Trude gefragt.
Die Trude ist bunt
Ganz besonders wichtig ist dem Trude-Team, dass die Bar ein bunter Ort ist. Und das sowohl bei der Musik (Punk-Rock-Bands und DJ-Sets) als auch beim Rahmenprogramm (Karaoke und Kartenspiele) und den Gästen. „Bei uns sitzen Anzugträger neben Punks“, sagt Lisa. Besonders anschaulich wurde das an einem Abend, als ein Mann Ende 80 mit den jungen Kids feierte. Er, noch praktizierender Anwalt, war zuvor mit seiner Ehefrau Essen gewesen. Während seine Gattin im Anschluss nach Hause ins Bett wollte, war für ihn klar, dass der Abend noch nicht zu Ende ist. Alleine zog er weiter in die Trude und schloss sich anderen Gästen an. Danach bedankte er sich für den tollen Abend und freute sich darüber, mal wieder „mit jungen Leuten“ gefeiert zu haben.
Stammgast Wolfgang
Sichtlich angetan von der Trude ist auch Stammgast Wolfgang. Zuvor treuer Tresengast in Lisas vorheriger Kneipe, der Sakristei am Erwin-Schoettle-Platz, war Wolfgang anfangs gar nicht begeistert davon, dass seine Stammkneipe aufgelöst werden sollte. Als Lisa ihm sagte, dass es aber eine neue Lokalität in der Stadtmitte geben solle und ihm erklärte, wie er dort hin komme, schaute Wolfgang regelmäßig auf der Baustelle der entstehenden Trude vorbei. Was er sah gefiel ihm wohl, denn auch heute, nachdem die Bauarbeiten abgeschlossen sind und die Trude geöffnet hat, ist Wolfgang mindestens drei bis vier Mal pro Woche da. „Wolfgang ist unser einziger Gast, der nicht immer für sein Bier bezahlen muss“, so Lisa.
Seelenstriptease beim Karaoke
Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es Karaoke in der Trude. Dreimal habe die Veranstaltung bisher stattgefunden, erzählt Lisa. „Und jedes Mal war es etwas ganz Besonderes.“ Am Anfang sind die Gäste noch sehr verhalten, keine:r traut sich so recht. Doch dann gebe es einen Kipppunkt, erklärt Lisa. Die Leute würden ab einem bestimmten Moment ihre Hüllen fallen lassen. „Beim Karaoke gibt es regelmäßig Seelenstriptease.“ Die Karaoke-Abende sind feucht und lang. Nichts verdeutlicht das besser als die Historie der Karaoke-Mikros: Anfangs wurden noch richtig gute Mikrofone für 2500 Euro verwendet, inzwischen werden Modelle für 120 Euro eingesetzt: „Dann ist es nicht so schlimm, wenn eines vor lauter Party kaputt geht.“
„Wenn ich die Polizei rufe dann sonntagabends“
Leider sind nicht alle Gäste im Trude so lieb wie Wolfgang oder die Stammgäste vom Kartenspiel-Kreis am Montag. Ab und zu, vor allem an Sonntagen, verirren sich auch unangenehme Besucher:innen in die Trude. So zum Beispiel erst kürzlich: Ein Gast traf sich an einem Sonntag mit einem Bekannten in der Trude. „Sie leerten sich gemeinsam einen hinter die Binde. Dann musste bei ihm irgendeine Sicherung durchgebrannt sein“, schildert Lisa. „Auf einmal rotzt er bei uns hinter die Bar.“ Lisa geht daraufhin zu ihm hin und sagt, dass das nicht geht und er die Bar verlassen soll. „Dann hat er mich am Hals gepackt. Zum Glück kamen gleich Gäste und haben geholfen.“
Trude, Eberhardstr. 10, Stuttgart-Mitte, tgl. ab 17 Uhr