Gute-Nacht-Geschichte Nadmi knows

Wer ins Kowalski rein will, muss erstmal an ihm vorbei: Nadmi Mouelhi, ein Mann, der zu selektieren weiß.   Foto: Tanja Simoncev 14 Bilder
Wer ins Kowalski rein will, muss erstmal an ihm vorbei: Nadmi Mouelhi, ein Mann, der zu selektieren weiß. Foto: Tanja Simoncev

Was im Club passiert, bleibt im Club – von wegen! Bei unseren Gute-Nacht-Geschichten wird ausgeplaudert, was das Zeug hält. Stuttgarter DJs, Barkeeper und Türsteher bekommen absolute Sprecherlaubnis und hauen uns die derbsten Nightlife-Storys um die Ohren. Na, dann gut’s Nächtle! Dieses Mal: Selector Nadmi vom Kowalski.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)
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Stuttgart - Attention, please - heute wird selektiert. Denn einem Selector wird das Wort erteilt. Und Nadmi Mouelhi wählt nicht nur gern aus, wer in den Club reinkommt und wer nicht, was er Preis gibt und was nicht und wie er so gekleidet ist und wie nicht. Er teilt auch gern aus und wenn ihm was stinkt, haut er es eben raus - ist das klar? Denn wer kein Benehmen hat, bleibt draußen - ganz klar. „Ich entscheide nicht nach Garderobe, mir geht’s darum, dass die Leute Bock auf den DJ haben", so der 25-Jährige, der sich jetzt an der Tür vom Kowlaski tummelt, den man aber auch woanders garantiert schon mal gesehen hat - z.B. vor der Bar Romantica, dem Rocker33, bei den LOVEiT-Open-Airs oder auch in der Geschwisterliebe. 

Denn Nadmi fällt auf, durch seine Optik, aber auch Haltung. Dass es Respekt und Manieren bald nicht mehr geben wird, macht den Mann, der gern in Schorndorf lebt, traurig. Er steht auf positive Vibes, Menschen, die Bock auf gute Mucke haben und auch ein bisschen Wert auf ihren Ausgeh-Look legen. Aber auch das ist für den schonungslosen Speaker von Bedeutung: „Bleibt euch selbst treu, dann könnt ihr besser schlafen." Na, dann lass mal hören - die selektiertesten Storys ever!

Blanker Busen

Als ich noch bei der Bar Romantica gearbeitet habe, ist mal ein Mädel zu mir an die Tür gekommen und hat mich gefragt, ob sie rein dürfe. Ich so: „Ja klar, wenn du Eintritt zahlst.“ Sie hörte gar nicht richtig zu und meinte dann nur, sie würde den Umsatz an der Bar auch steigern. Und ich so: „Ach ja und wie willst du das machen?“ Voll naiv, wie sich dann raustellte. Denn wie im Film machte sie einfach nur ihren Trenchcoat auf und war nackt – komplett nackt. Ich bin dann total rot geworden und meinte nur: „Äh, kannst du deinen Mantel bitte wieder zu machen. Danke.“ Das war echt krass, aber auf eine schräge Art auch echt lustig.  

Endlose Eintrittsdebatte

Wirklich nervtötend ist, dass die Leute keinen Eintritt bezahlen wollen, obwohl sie so viel geboten bekommen. Das werde ich nie verstehen. Hauptsache Spaß haben und fertig. Und zu den Leuten, die handeln wollen, sage ich immer: "Nur weil ich ’nen Bart habe, müsst ihr nicht denken, ihr seid auf 'nem Basar." Dann wird so rumgelabert, von wegen: „Oh, das ist aber teuer.“ Und das bei fünf bis zehn Euro. Vor ein paar Jahren war es noch normal, 20 Euro zu zahlen. Warum verstehen die Leute nicht, dass sie sich damit alles selbst kaputt machen. Und am Ende jammern sie, die Stadt hätte nichts zu bieten. Aber wie sollen die Clubs das denn noch finanzieren. Bitte mal drüber nachdenken. Danke.

Labernde Leute 

Erst letzte Woche wurde ich dumm angemacht, wie schlimm und unprofessionell ich sei. Dabei habe ich dem Gast nur erklärt, dass der Club nichts für ihn ist und dass wir eh bald dicht machen. Aber er hat mir einfach nicht geglaubt: „Du willst doch nur deine Macht ausspielen“, meinte er immer wieder. Und ich nur: „Das ist das Letzte, was ich hier mache.“ Ich bin echt geduldig, aber irgendwann habe ich auch keinen Nerv mehr. Und dann werden die Leute immer gleich so persönlich. „Du kannst eh nur das und nichts anderes“, heißt es dann. Aber ich habe schon mit einem Türsteher zusammengearbeitet, der war Mediziner in Tübingen. Also Leute, ganz ehrlich, es ist vorbei mit: „Ich bin Türsteher und war mal im Knast“. Viele denken ja auch, den Job könnte jeder machen – aber: „Du weißt nie wer vor dir steht, also benimm dich lieber.“

Falsche Pflaume 

Zum Abschluss noch 'ne kleine Promi-Story. Klaas Heufer-Umlauf war mal in der Bar Romantica, als ich an der Tür gearbeitet habe. Ich glaube, er hat richtig Spaß gehabt bei uns. Das lustigste an dem Abend war aber, als ein Mädel zu ihm meinte: „Hey, du hast ja ein lustiges Shirt an, bist du nicht...?“ Und Klaas dann nur so: „Ja, ich bin’s, Kai Pflaume.“ Super witziger Typ. Ja okay, so lustig war die Story jetzt auch nicht.

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