Weniger aufs Handy schauen statt ganz abschalten?

Statt chatten lieber telefonieren – das transportiert mehr Nähe. Foto: dpa

Das Smartphone macht sich ständig bemerkbar und nervt, doch vielen fällt das Abschalten schwer, sagt Daniela Otto, weil man sich ohne die ständige Erreichbarkeit vielleicht einsam fühlen würde. Wer aus der Kommunikation aussteigt, hat Angst, etwas zu verpassen, erklärt die Medienwissenschaftlerin. Außerdem hat sich das Gehirn an ständige Reize gewöhnt und will immer neue Stimulationen. Und nicht zuletzt gibt es einen Belohnungseffekt, den man unterbewusst bei Antworten im Chat oder Likes auf Facebook empfindet. „Das löst Glücksgefühle aus, nach denen man süchtig werden kann“, so Otto.

Doch der ständige Griff zum Smartphone birgt auch Gefahren. Das Gehirn wird überreizt, man kann nicht mehr abschalten. Das kann in Stress ausarten und zu Schlafstörungen führen. Sich länger auf eine Tätigkeit zu konzentrieren, fällt immer schwerer, weil man ständig unterbrochen wird.

Eine digitale Entgiftung tut not. Dazu sollte man erst einmal reflektieren, wie oft und in welchen Situationen man zum Handy greift. Die Medienwissenschaftlerin Otto rät, einige Funktionen für einen gewissen Zeitraum zu deaktivieren, etwa den Klingelton bei Chatverläufen, oder auch mal während des konzentrierten Arbeitens das gesamte Smartphone. Dass derjenige, der die Nachricht geschickt hat, dann länger auf die Antwort warten muss, sei nicht schlimm, sagt Otto. Ihr Tipp: Bewusste Pausen vom Smartphone machen und diese als feste Rituale etablieren. In diesen kann man mal wieder zu einem Buch greifen, spazieren gehen oder einfach herumliegen und nichts tun. Auch rät sie, weniger zu schreiben und mehr zu telefonieren. So transportiere man viel mehr Empathie.

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