Das neue Jahr beginnt oft mit hohen Erwartungen an den Job – doch die Realität holt viele ein. Foto: Ruckaberle
Zum Jahreswechsel setzen sich viele im Job neue Ziele. Doch oft ist spätestens im Februar Schluss mit den guten Vorsätzen. Fünf Tipps, wie Sie sich 2026 (wirklich) verändern.
Um mehr Gehalt kämpfen, dem Chef endlich mal die Meinung sagen oder einen kompletten Job-Neustart wagen: Zum Jahreswechsel setzen sich viele neue Ziele – auch im Beruf. Doch meist scheitern die guten Vorsätze schnell. Was hilft wirklich, damit die Luft nicht schon im Februar raus ist? Zwei Karriere-Expertinnen erklären, wie fünf lohnenswerte Jobziele 2026 tatsächlich erreichbar werden.
Vorsatz: Mehr Gehalt verhandeln
Mehr Geld beginnt nicht erst im Gehaltsgespräch, sondern lange davor. Claudia Irsfeld, Personalleiterin bei einer Managementberatung, rät dazu, sich vorab aktiv mit dem eigenen Marktwert zu beschäftigen.
Die Karriereberaterin rät: „Wer sein Gehalt verbessern möchte, sollte sich als Expertin oder Experte für das eigene Gehalt beziehungsweise den eigenen Marktwert verstehen.“ Dazu gehöre, sich mindestens einmal im Jahr aktiv mit der eigenen Vergütung auseinanderzusetzen.
Claudia Irsfeld ist seit vielen Jahren Personalleiterin bei einer Managmentberatung in München. Foto: christianvogel.com
Entscheidend sei Transparenz über neue Kompetenzen, messbare Erfolge und die eigenen Ziele – ebenso wie die Frage, wer tatsächlich über das Gehalt entscheidet. „Mit dieser Vorarbeit können Sie den eigenen Wert und den gewünschten Gegenwert sachlich und überzeugend auch in Gehaltsgesprächen formulieren.“
Auch Karriereberaterin Nane Nebel setzt auf belegbare Argumente: „Mit Ergebnissen argumentieren! Was haben Sie im letzten Jahr dazu beigetragen, dass es für das Unternehmen, die Abteilung oder das Team besser gelaufen ist?“ Schließlich sei der eigene Beitrag „das beste Argument, Sie besser zu bezahlen.“
Vorsatz: Endlich die Arbeit finden, die erfüllt
Doch Geld allein macht nicht glücklich. Wer merkt, dass der Job grundsätzlich nicht mehr passt, steht vor einem größeren Vorsatz: Neustart. Dabei geht es nicht um einen schnellen Absprung sondern um Klarheit: Am Anfang steht die ehrliche Frage: Wovon will ich mehr – und wovon weniger?“, sagt Expertin Irsfeld.
Nur wer verstehe, was belastet und was Freude macht, vermeide es, alte Muster zu wiederholen. Orientierung entstehe durch Gespräche im Netzwerk, Recherche und gezielte Bewerbungen, „bis sich die Option zeigt, die wirklich passt.“
Nane Nebel ist Karriereberaterin, Coach und Autorin. Foto: Ute Laux
Expertin Nebel empfiehlt eine nüchterne Bestandsaufnahme: „Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit Freude und können Sie gut? Überlegen Sie, ob und wie Sie einem Unternehmen damit nützlich sein könnten.“ Auf dieser Basis lohnten sich auch Initiativbewerbungen.
Vorsatz: Besser mit Stress umgehen
Ein häufiger Grund für Veränderungswünsche ist Dauerstress. Expertin Irsfeld rät Zuständigkeiten genau zu prüfen: „Eine zentrale Frage im Umgang mit Stress lautet: Ist das überhaupt mein Thema, meine Verantwortung? Expertin Nebel ergänzt pragmatisch: In einer To-do-Liste priorisieren, bis wann, welche Aufgaben erledigt sein müssen.
Die Karrierecoachin hat noch einen weiteren Ratschlag parat: „Nach Feierabend nicht mehr in Mails, Teamsgruppen oder sonstige Chats schauen.“ Auch Beraterin Irsfeld zufolge zahlt sich bewusste Freizeit aus: „Wer Erholung genauso konsequent plant wie Arbeit, gewinnt nachhaltig an Entspannung und Leistungsfähigkeit.“
Vorsatz: Die Meinung sagen – ohne anzuecken
Schwieriger, aber ebenso wichtig: Im Job die eigene Meinung sagen. Der Schlüssel liegt im richtigen Ton, sagt Expertin Irsfeld. „Der richtige Ton entsteht, wenn Menschen bei sich bleiben, ihre Bedürfnisse benennen und Fragen stellen – statt Vorwürfe zu machen.“ Konkrete Wünsche seien wirkungsvoller als Bewertungen.
Auch Karriereberaterin Nebel rät, nach vorne zu schauen: „Der Fokus Ihres Kritikgesprächs sollte auf der Zukunft liegen.“ Sachlichkeit und Lösungsvorschläge erhöhten die Chance, gehört zu werden.
Vorsatz: Menschen besser überzeugen
Am Ende läuft vieles auf Überzeugungsarbeit hinaus. Wer sich durchsetzen will, sollte den Blickwinkel wechseln. Karriere-Coachin Irsfeld bringt es auf den Punkt: „Der Wurm muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler.“ Entscheidend sei, welchen Mehrwert das eigene Anliegen für das Gegenüber habe – so werde aus einem persönlichen Wunsch ein strategisches Argument.
Beraterin Nebel formuliert es ähnlich klar: „Nur wer einen Nutzen für sich oder die Gruppe sieht, wird mitziehen.“
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