Gymnasien in Leonberg und Rutesheim Leonberg verliert 50 Gymnasiasten

Von Florian Mader 

Sich nicht um G 9 zu bewerben, war ein Fehler, sagt nun der Erste Bürgermeister.

In welche Schule das Kind geht, ist für  Eltern eine schwierige Entscheidung. Foto: dpa
In welche Schule das Kind geht, ist für Eltern eine schwierige Entscheidung. Foto: dpa

Leonberg - An den beiden Leonberger Gymnasien haben sich 153 Schüler angemeldet. Im vergangenen Jahr waren es 200 – also ein Rückgang um 47 Schüler. Klaus Nowotzin, der Leiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG), ist dennoch nicht beunruhigt. „Das bewegt sich im üblichen Rahmen“, sagt er. An seinem ASG kann er jetzt drei 5.Klassen mit jeweils 24 Schülern bilden, „paradiesische Zustände“ seien das, wie er sagt: „Wir sind froh, wenn wir im Wechsel ein Jahr drei und ein Jahr vier 5.Klassen bilden können.“

Über den Grund des Rückgangs will Nowotzin nicht spekulieren. Eine Ursache, die ins Auge sticht, ist aber sicherlich das G 9-Gymnasium, das es im Kreis Böblingen nur in Rutesheim gibt. 48 Schüler aus Leonberg haben sich zum kommenden Schuljahr in Rutesheim angemeldet. „Wenn Eltern ganz bewusst G 9 wählen, dann will ich ihnen keinen Stein in den Weg legen“, sagt der ASG-Direktor.

Vonderheid kritisiert Entscheidung

Auch bei der Stadtverwaltung bleibt man gelassen. „Es ist kein Geheimnis, dass G 8 bei Eltern nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt“, sagt der für die Schulen zuständige Erste Bürgermeister Ulrich Vonderheid (CDU) unserer Zeitung. „Die Menschen entscheiden eben mit den Füßen.“ Das Verhältnis zu Rutesheim sei deshalb aber nicht belastet.

Dennoch blickt Vonderheid selbstkritisch auf eigene Entscheidungen zurück. 2012 hatte Baden-Württemberg wieder 44 Schulen zu G 9-Gymnasien gemacht, eines pro Landkreis. Leonberg hatte sich damals nicht beworben. „Das fällt uns jetzt auf die Beine“, bekennt Ulrich Vonderheid. Es wäre nicht schlecht gewesen, wenn an einem der beiden Gymnasien das Abitur in neun Jahren angeboten würde.

Das sei jetzt aber Geschichte, mehr G 9 werde es unter ihr nicht geben, hatte die Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) gesagt. Und ohnehin: „Eltern sollten nicht denken, dass G 9 einfacher wäre“, sagt der Pädagoge Klaus Nowotzin. „Das gymnasiale Niveau ist in beiden Zügen gleich.“

Niveau ist beim G 9 gleich

Dem stimmt die geschäftsführende Schulleiterin aller Leonberger Schulen zu. „Wichtig ist Aufklärung, Eltern müssen wissen, dass G 9 das gleiche Anforderungsprofil hat“, sagt Heidrun Barth. Das kann sie auch als Rektorin der Ostertag-Realschule bestätigen. „Zu uns an die Realschule kommen etwa gleich viele Gymnasiasten aus G 8 und G 9-Zügen zurück“, stellt sie immer wieder fest.