In einem offenen Brief wenden sich die beiden Vorsitzenden an die Stadt und den Gemeinderat. Sie sehen Nachteile für das Möhringer Königin-Charlotte-Gymnasium und fordern einen Dialog.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)

Möhringen - Die beiden Elternbeiratsvorsitzenden des Königin-Charlotte-Gymnasiums (KCG), Monika Detmer und Claudia Rauscher, sind alarmiert. Denn in der Finanzplanung 2021 bis 2026 zum Entwurf des Doppelhaushaltsplans 2022/2023 taucht ein Projekt auf, von dem sie dachten und hofften, dass es längst noch nicht spruchreif ist. 4,2 Millionen Euro sind dort an Planungsmitteln für einen Modulschulbau in Möhringen eingeplant.

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Dass das Schulverwaltungsamt mit einem solchen liebäugelt, war im Herbst öffentlich geworden. Vorgesehen ist ein Modulbau mit einer Nutzungsdauer von 50 Jahren, und zwar auf dem Parkplatz des Rembrandt-Schulzentrums. Dieser soll als Ausweichquartier dienen für Schulgemeinschaften, deren Gebäude gerade saniert werden. „Dieses Vorhaben würde in vielerlei Hinsicht Probleme für den bestehenden Schulstandort mit sich bringen, weshalb die Eltern und die Schulleitung des KCG die Pläne des Amts in dieser Form ablehnen“, heißt es in einem offenen Brief der Elternbeiratsvorsitzenden an die Verwaltung und den Gemeinderat.

Prüfung alternativer Standorte gefordert

Die beiden Mütter betonen, dass man frühzeitig in den Dialog mit allen Stellen gegangenen sei. Man habe sich auf die Aussage des Schulverwaltungsamts verlassen, dass die Planung noch in einem sehr frühen Stadium sei und sicher auch eine Lösung für das stark sanierungsbedürftige KCG gefunden werden würde. „Da erscheint es doch verwunderlich, dass in einem so frühen Stadium bereits Mittel in Millionenhöhe eingeplant werden sollen“, heißt es im offenen Brief.

Die Eltern kritisieren auch, dass das Vorhaben bisher weder im Bezirksbeirat, noch im Schulbeirat oder Gemeinderat diskutiert worden sei. „Ein Versuch des Bezirksbeirats Möhringen, im Vorfeld Transparenz bei der Planung und der Standortauswahl zu schaffen, wird bislang bewusst ignoriert“, meinen sie. Denn die Lokalpolitiker hatten in einem Antrag unter anderem gefordert, dass alternative Standorte für einen solchen Modulbau geprüft werden. „Sowohl der Antrag des Bezirksbeirats, als auch die Bedenken der Schulgemeinschaft und die mehrfachen Appelle an das Schulverwaltungsamt werden vollkommen ignoriert“, schreiben die Verfasserinnen des offenen Briefs.

Grundsatzbeschluss für Frühjahr 2022 vorgesehen

Die Verwaltung stellt auf Nachfrage klar: „Darüber, für welche Vorhaben Finanzmittel bereitgestellt werden, entscheidet der Gemeinderat im Rahmen der Haushaltsberatungen.“ Wenn der Gemeinderat die Planungsmittel für das Interimsschulzentrum beschließe, erteile er damit der Verwaltung den Auftrag, mit diesem Konzept „die dringend nötigen Ausweichmöglichkeiten bei zahlreich anstehenden Projekten anzugehen“. Der konkrete Standort werde dann vom Gemeinderat im Rahmen eines Grundsatzbeschlusses festgelegt. Dieser sei für Ende des ersten Quartals 2022 vorgesehen. Zuvor werde unter anderem im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wohnen und im Bezirksbeirat Möhringen beraten.

Alternative Standorte für das Modulschulzentrum seien bereits im Vorfeld untersucht worden. Die Verwaltung habe sich auch mit dem Antrag des Bezirksbeirats befasst und die Hinweise und Fragen geprüft und bewertet. Passende Grundstücke seien jedoch rar. Grundsätzlich halte man das Schulzentrum am KCG als Standort für den Modulschulbau für „sehr gut geeignet“.

Abstimmungen sollen intensiviert werden

Jana Steinbeck, Pressesprecherin der Stadt, ergänzt: „Keinesfalls werden die Bedenken, Fragen und Anregungen des KCG übergangen.“ Bereits über zahlreiche Gelbe Karten, Anfragen und Schreiben seien individuelle wie auch grundsätzliche Fragen beantwortet worden. „Nach den Beschlüssen des Gemeinderats zum Doppelhaushalt sollen im kommenden Jahr die Abstimmungen mit der Schulgemeinde und dem Bezirk noch weiter intensiviert werden.“

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