Haarige Kunst Make Love Not Haar

Von Michael Setzer 

Auch das noch: Im Zuge des 50. Geburtstags der 68er-Bewegung stellt der Kunstverein Ahlen ein vergoldetes Schamhaar von Kommune I-Ikone Rainer Langhans aus.

Klein und krumm, aber Kunst: Ein vergoldetes Schamhaar von Rainer Langhans. Foto: dpa
Klein und krumm, aber Kunst: Ein vergoldetes Schamhaar von Rainer Langhans. Foto: dpa

Ahlen - Klar, irgendjemand findet es immer saustark, „Ist das Kunst, oder kann das weg?“ zu sagen. Doch manchmal unterscheiden sich Kunst und grober Unfug tatsächlich nur um Haaresbreite: Die Ausstellung „68 wird 50 – ein Mythos in der Midlife-Crisis“ im nordrhein-westfälischen Ahlen ist zumindest untenrum vorbildlich aufgestellt: Sie trumpft mit einem vergoldeten Schamhaar von Kommune-I-Nostalgiker Rainer Langhans auf. Ja, ein Schamhaar, im, äh, Volksmund auch „Hosengestrüpp“ genannt, obwohl bislang keine genauere Herkunft des Auswuchses bekannt ist.

Das gute Stück des mittlerweile 77-Jährigen ist Teil einer Installation, die den mit, na klar, 1968 Euro dotierten Preis des Kunstvereins Ahlen gewonnen hat. Glaubt man sachverständigen Kunstfreunden – völlig zu Recht: Denn „Searching For The Revolution“, das Werk von Evelyn Möcking und Daniel Nehring, „reflektiere auf unkonventionelle Weise den Mythos der sexuellen Befreiung“.

Auch irgendwie traurig, dass ausgerechnet das von den 68ern beziehungsweise Rainer Langhans liegen bleibt: sexuelle Befreiung und Hosengestrüpp.




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