Die Krankenkasse AOK stellt eine positive Entwicklung fest. Demnach sind weniger Versicherte von der Volkskrankheit betroffen als in den Vorjahren. Vorsorge ist möglich.
Die häufigste Todesursache in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Kreis Ludwigsburg ist die Zahl der Erkrankten in den letzten vergangenen Jahren rückläufig: 2024 befanden sich laut aktueller AOK-Auswertung 11.136 Versicherte der Gesundheitskasse wegen einer Koronaren Herzkrankheit (KHK) in ärztlicher Behandlung. Dies entspricht einem Anteil von 5,69 Prozent. 2020 waren es 11.776 Personen (6,24). Damit ist die Zahl um 1,44 Prozent pro Jahr gesunken. Diesen positiven Trend teilt die AOK mit.
Auch in ganz Baden-Württemberg gibt es demnach diese Tendenz: Hier ging die Zahl um 0,37 Prozent pro Jahr zurück. Im Kreis Ludwigsburg waren 2024 mit über 58 Prozent hauptsächlich Männer betroffen.
Ungesunder Lebensstil als Hauptrisikofaktor
Ursache für eine KHK sind krankhafte Veränderungen der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff versorgen. In mehr als der Hälfte der Fälle macht sich die Erkrankung zunächst durch eine „Angina pectoris“ bemerkbar – Schmerzen oder ein Engegefühl hinter dem Brustbein, die meist bei körperlicher oder psychischer Belastung auftreten.
Zu den Hauptrisikofaktoren zählen Tabakkonsum, körperliche Inaktivität, Übergewicht und Diabetes mellitus Typ II, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Die Risiken treten oft gemeinsam auf und verstärken sich gegenseitig. „Diese Faktoren können in Kombination miteinander und im Zusammenspiel mit weiteren Risiken wie die genetische Veranlagung und Stress dazu führen, dass sich Ablagerungen an den Wänden der Blutgefäße bilden. Dies kann zur Unterversorgung des Herzens und anderer Organsysteme mit Sauerstoff führen bis hin zum Herzinfarkt oder Schlaganfall“, erklärt Dr. med. Ariane Chaudhuri, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.
Individuelles Risiko lässt sich einschätzen
Einen wichtigen Beitrag zur Risiko-Senkung leistet ein gesunder Lebensstil. Eine fettarme, ballaststoffreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Fisch und Olivenöl sowie Bewegung wirken sich positiv auf die Gefäßgesundheit aus. Ergänzend tragen laut AOK die Normalisierung des Körpergewichts, Stressbewältigung, Entspannung und regelmäßige Grippeimpfungen zur Vorbeugung bei.
Früherkennung ist möglich: Gesetzlich Krankenversicherte haben ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up, beim AOK-Hausarztprogramms ist dies jährlich möglich. Dabei können unter anderem erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte erkannt werden. Zusätzlich lassen Risikokalkulatoren eine Einschätzung des Risikos zu, in den kommenden zehn Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.