Hagen von Ortloff – ein Vierteljahrhundert „Eisenbahnromantik“ Auch als Rentner bleibt er in der Spur

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Hagen von Ortloff beendet sein Engagement als Moderator der SWR-Kultsendung „Eisenbahnromantik“

Auch im Ruhestand bleibt Hagen von Ortloff seinem Hobby treu. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Auch im Ruhestand bleibt Hagen von Ortloff seinem Hobby treu. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Rommelshausen - Ein Vierteljahrhundert lang hat Hagen von Ortloff das SWR-Kultformat „Eisenbahnromantik“ geprägt. Insgesamt 870 Sendungen hat er seit 1991 produziert und präsentiert. Doch jetzt ist bald Schluss mit dem Leben nach Fahrplan. Aber auch als Rentner wird Hagen von Ortloff in der Spur bleiben. Der Fernseh-Ruheständler widmet sich weiter seiner Leidenschaft, den Eisenbahnen in Groß und Klein, wenn auch auf anderen Schienenwegen. „Mein Terminkalender ist voll, ich habe im Februar gerade mal zwei freie Tage“, sagt der Erfinder, Moderator und Kopf der „Eisenbahnromantik“.

Den ersten Eisenbahnfilm machte er im November 1978

Bevor Hagen von Ortloff, der schon als Kind ein leidenschaftlicher Hobby-Eisenbahner war, beruflich zu den Zügen kam, arbeitete er für das Kinderfernsehen. „Ich liebe den Journalistenberuf, aber ich mochte die Schlagzeilenstorys, die zu Beginn der Nachrichten kommen, immer weniger, als die kleinen Geschichten, die ich liebevoll Hunsel-Dunsel nenne und dazu gehören auch Eisenbahnen und Modelleisenbahnen.“ Den ersten Eisenbahnfilm machte er im November 1978 für eine Sendung namens „Durchblick“. „Er dauerte eineinhalb Minuten und handelte von der Privaten Modellbahnvereinigung Winnenden, die es heute noch gibt.“

Eigentlich ist Hagen von Ortloff schon seit 31. Dezember im Ruhestand. Doch weil die Sendung „Eisenbahnromantik“ 2016 ihr 25-Jahr-Jubiläum feiert, macht er noch bis zum 25. Juli als Repräsentant weiter. Danach werden die Züge ohne den 66-Jährigen über den Bildschirm tuckern. Durchschnittlich 20 Eisenbahnromantik-Sendungen pro Jahr wurden unter seiner Regie neu produziert, außerdem zwischen fünf bis zehn Sendungen für Arte unter dem Titel „Mit dem Zug durch...“.

Er wird für alle Zeiten das Gesicht der „Eisenbahnromantik“ bleiben

Hagen von Ortloff hat die Show auf Schienen von der ersten Sendung an geprägt und als Redaktionsleiter auch organisiert sowie verantwortet. Einen Nachfolger für den gebürtigen Sachsen, der seit vielen Jahren in Rommelshausen lebt, wird es vor der Kamera nicht geben. In Zukunft laufen die Beiträge über alte Lokomotiven und schöne Strecken ohne einen Moderator. „Sie haben niemanden gefunden, der in meine Fußstapfen tritt“, sagt von Ortloff. Er wird für alle Zeiten das Gesicht der „Eisenbahnromantik“ bleiben. Denn nur einmal in der Woche, immer samstags, läuft eine neue Sendung, die Wiederholungen gibt es aber von montags bis freitags in den dritten Programmen. „Das bedeutet, ich wäre nach wie vor öfter auf dem Bildschirm zu sehen, als ein möglicher neuer Moderator, das macht keinen Sinn.“

Ein wenig schmeichelt es seiner Eitelkeit schon, dass kein anderer auf den Zug aufspringt, er für alle Zeiten der personifizierte Eisenbahnromantiker bleiben wird. „Ich hätte auch gerne weitergemacht, aber bei uns im Sender ist normalerweise mit 65 Jahren Schluss, ich habe ausnahmsweise eine Verlängerung bekommen.“ Sein Leben wird aber weiterhin im Expresstempo auf Schienen laufen. Der „Römer“ hat viele Angebote für Moderationen, betreibt weiterhin seine „Hagen-von-Ortloff-Videoproduktion“ für Eisenbahnfilme, die er vor 30 Jahren gegründet hat, und präsentiert – wie schon seit 1987 – auf Kaufkassetten für Modellbahn-TV und Video-Express Lokomotiven im Miniaturformat. „Außerdem schreibe ich Artikel für das Magazin Eisenbahn Romantik.“

Zudem wird er auf Messen seine vier auf zwei Meter große Modellbahnanlage in der Spurweite S präsentieren. „Das ist eine echte Rarität, davon gibt es nur wenige in Deutschland, denn es war eine Misserfolgsbahn, weil kurz danach die H0-Spur kam und alles überrollt hat. Aber mittlerweile werden Schienen, Loks, Wagen und Zubehör im Internet teuer gehandelt, denn es gibt echte S-Spur-Fans.“




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