Die Meldung, wonach ein Unbekannter eine Schülerin am Arm gepackt habe, verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Polizei geht aber davon aus, dass keine Gefahr bestanden hat. Die Schüler werden gleichwohl sensibilisiert.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)

Rems-Murr-Kreis - Nach einem angeblichen Vorfall an der Haldenschule in Kernen-Rommelshausen hat die Polizei bekannt gegeben, sie gehe nicht davon aus, „dass eine Gefahrenlage besteht“. Die Meldung, wonach am Montagvormittag eine Viertklässlerin von einem Unbekannten angesprochen und am Arm gepackt worden sei, hatte sich wie ein Lauffeuer in sozialen Medien verbreitet. Auch die Lokalzeitung berichtete darüber. Zudem wurde berichtet, ein ähnlicher Vorfall habe sich in der Jägerstraße ereignet.

„Laut unserer Auffassung kann sich der Vorfall nicht wie geschildert zugetragen haben“, so ein Polizeisprecher. Speziell geschulte Kripo-Beamte seien vor Ort gewesen und zu diesem Schluss gekommen. „Nach den kriminalpolizeilichen Ermittlungen kann Entwarnung gegeben werden. Es gab demnach keine beziehungsweise keine ernst zu nehmenden Kontakte zu unbekannten Männern und somit auch keine ernst zu nehmende Gefahrenlage für Kinder“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Die Schüler werden geschult, wie sie sich verhalten können

Alle paar Monate machen vergleichbare Meldungen in verschiedenen Orten die Runde und beunruhigen Kinder und Eltern. Oft stecken dahinter Missverständnisse oder unbegründete Ängste – doch für Pädagogen und die Polizei ist es ein schmaler Grat. Einerseits wollen sie die Ängste von Kindern ernst nehmen und ausschließen, dass tatsächlich Straftäter umgehen. Andererseits wird meist versucht, unbegründete Panik zu vermeiden. Die Schulleiterin der Haldenschule, Susanne Kolbe, erklärt, die Schüler der Haldenschule lernten den Umgang mit solchen Situationen grundsätzlich, „in Klasse 4 gibt es auch einen Selbstbehauptungskurs, der in diese Richtung geht“.

Nach dem Vorfall sei die Polizei an der Schule gewesen, und um diese Präsenz zu erklären, habe sie eilig die Eltern informiert. Die Schulleiterin wundert sich allerdings über den Umgang mit dem Vorfall in den sozialen Medien: „Das wurde jetzt in Orten verbreitet, die überhaupt nichts mit Rommelshausen zu tun haben. Auch Mails von mir werden einfach weiter verbreitet.“

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