Hallenbad in Weinstadt „Das W“: Ab sofort erhöhter Wellengang im Remstal
Die Bürgerschaft strömt gleich am ersten Tag ins neue Hallenbad in Weinstadt-Benzach. OB Michael Scharmann schlüpft in die Badehose und hechtet zur Eröffnung in die Fluten.
Die Bürgerschaft strömt gleich am ersten Tag ins neue Hallenbad in Weinstadt-Benzach. OB Michael Scharmann schlüpft in die Badehose und hechtet zur Eröffnung in die Fluten.
Was für ein unübertreffliches ideales Spätsommerwetter: 30 Grad im Schatten, in der Sonne noch ein paar Grad drüber – da springt man doch gern ins kühle Nass. Kleines Problem: Die Freibadsaison ist längt vorbei. Doch am Samstag bot sich im mittleren Remstal eine noch bessere Gelegenheit – und zwar im neuen „Das W“. Hinter diesem Namen verbirgt sich das neue Hallenbad in Weinstadt-Benzach.
Und weil zur Eröffnung die großen Türen an der Südseite des schmucken Gebäudekomplexes zur Liegewiese hin mit Blickrichtung Weinberge geöffnet waren, stellte sich auch so zumindest eine Art Freibadfeeling ein. Hunderte Bürgerinnen und Bürger aus den fünf Stadtteilen wie auch von außerhalb nutzten die Gelegenheit zu einem ersten Test im „Das W“. Einhellige Meinung: Das kann sich sehen lassen, das hat schon lange gefehlt in Weinstadt.
Auf diesen jahrelangen Mangel wies auch der Weinstädter Oberbürgermeister Michael Scharmann in seiner Begrüßung der geladenen Gäste im sonnenbeschienenen Außenbereich hin. Wenn ihm jemand während seines ersten Wahlkampfs 2016 gefragt hätte: Kriegen wir bald ein neues Hallenbad? Dann hätte er gesagt: „Im Leben nicht!“
Doch es kam anders. Dabei erinnern sich etwas betagtere Schwimmfreunde aus dem Remstal sicherlich noch an das alte Cabriobad an der Strümpfelbacher Straße in Endersbach. 2009 war’s schließlich vorbei mit dem dortigen Badevergnügen, das Cabrio musste endgültig geschlossen werden.
Doch 2018 kam die Wende, es bildete sich doch eine Mehrheit für einen Neubau, der nun als achte Sparte der Stadtwerke Weinstadt fungiert. Zum Glück wurde das Projekt ins Bundesprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur aufgenommen – und zwar unter dem Titel „Ersatzbau eines Funktionshallenbads“. Es gebt sicher Dinge, „die sich sexyer anhören“, meinte Scharmann schmunzelnd. Doch ohne diese Mittel in Höhe von drei Millionen Euro wäre der fast 17 Millionen Euro teure Neubau nicht realisierbar gewesen.
Und so kann man an diesem „großen Tag“, so der OB, „einen echten Weinstädter Meilenstein feiern“, nämlich die Eröffnung des neuen Hallenbads „Das W“ am Bildungszentrum Benzach. Scharmann: „Dieses Bad ist weit mehr als Beton, Wasser und Technik.“ Es sei vielmehr „ein Symbol für Aufbruch, für den Zusammenhalt unserer Stadtgesellschaft, für die Fähigkeit, schwierige Fragen gemeinsam zu lösen – und damit auch für die Zukunftsfähigkeit Weinstadts.“ Man geben „den Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Lebensqualität zurück“
Motiviert durch den vor einigen Tagen von unserer Zeitung formulierten Appell unter der Überschrift „Michael, pack die Badehose ein“, der ihn offenkundig durchaus beeindruckte, empfing Scharmann die überraschten Gäste im Bademantel und Badeschlappen.
Und nach dem ersten Rundgang durchs Schwimmbad entledigte er sich des Überzugs, legte die Brille ab und sprang in Badehose und dunklem T-Shirt mit einem sehenswerten Spicker ins Becken, gefolgt von Thomas Meier, dem Ersten Betriebsleiter der Stadtwerke Weinstadt. Beide simulierten auf diese Weise Verunglückte, die dann im Rahmen der Schauübung der DLRG gerettet und an den Beckenrand gezogen wurden.
„Das W“ präsentiert sich, anders als etwa das weitaus größer dimensionierte F3 in Fellbach oder das mit seiner großen Halle beeindruckende Oskar-Frech-Seebad in Schorndorf weniger als Spaßbad, sondern als äußert funktionsfähiges Sportbad.
Es gibt das 25 mal 16,6 Meter große und mit sechs Bahnen ausgestattete, 28 Grad warme Sportbecken mit einer Wassertiefe von 2,05 Meter sowie unter dem Drei- und Einmeterbrett von 4,40 Metern. Dazu kommen das Lehrschwimmbecken (32 Grad) und der Kinderbereich.
Bewusst haben der Architekt Eshref Bajrami und sein Team Büros Geising und Böker aus Hamburg in Absprache mit den Stadtwerken auf „zeitlose Farben“ und gedeckte Töne gesetzt, Im Umkleidebereich dominiert eine helle Holzoptik, im Badbereich sind es Mint und Jadegrün. Stadtwerke-Chef Meier weist zudem noch auf eindrucksvollen 1,70 Meter Leimbinder an der Decke hin, die das Dach tragen.
Für den Anfang kalkulieren die Stadtwerke mit rund 58 000 Gästen jährlich, die Kapazitäten ermöglichen aber auch Steigerungen auf bis zu 100 000 pro Jahr. Am Montag, 22. September, beginnt der reguläre Betrieb im „Das W“. An fünf Tagen öffnet das Hallenbad für alle; an zwei Tagen, nämlich montags und donnerstags, ist es den Schulen und Vereinen vorbehalten.
Die Eintrittspreise im „Das W“ (Adresse: Beutelsbacher Straße 80, Weinstadt-Benzach): Erwachsene 4,50 Euro, Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) 3,50 Euro. Die Familienkarte kostet 12,50 Euro. Ausführliche Informationen zu den Preisen, Öffnungszeiten, zur Anfahrt und den Parkmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.stadtwerke-weinstadt.de/willkommen/Hallenbad.