Hallenbad Weil der Stadt Eintrittspreise auf dem Prüfstand

Von Florian Mader 

Das Hallenbad in Weil der Stadt hat weniger Badegäste. Der Verlust steigt.

Schwimmen in Weil der Stadt wird teurer. Foto:  
Schwimmen in Weil der Stadt wird teurer. Foto:  

Weil der Stadt - Die Stadtverwaltung hat die Bilanz des städtischen Hallenbads für das  Jahr 2018 vorgelegt. Demnach ­haben 23 460 Menschen das Bad besucht, das sind 2268 Menschen weniger als 2017. „Diese Rückgänge sind auf Rückgänge beim Vereinssport zurückzuführen“, sagte der Kämmerer Ulrich Knoblauch, der sich dennoch zufrieden zeigte. „Unser Bad wird gut angenommen.“

Aus der Bilanz geht zudem hervor, dass der Verlust des Hallenbads steigt. Ein Minus von 392 700 Euro machte die Einrichtung 2018. 2017 waren es noch 386 300 Euro Verlust. Grund seien steigende Kosten und weniger Eintrittsgelder. Vor allem die Kosten für die Gebäudeunterhaltung sind 23 300 Euro teurer als im Vorjahr, Einsparungen bei den Energiekosten von 8100 Euro konnten das nicht wettmachen.

Foyer und Hallenbad müssen saniert werden

„2020 machen wir uns Gedanken, ob wir die Eintrittspreise erhöhen“, kündigte Knoblauch an. Das wäre dann die erste Anpassung nach vier Jahren. „Finanziell wird uns das freilich nicht retten.“ Denn der Kämmerer sagte auch, dass weitere Anstrengungen nötig seien, um das Bad attraktiv zu halten. In absehbarer Zeit sei die Sanierung des Foyers und des eigent­lichen Hallenbads erforderlich. 2012 hatte die Stadt bereits den Umkleide- und Sanitärbereich saniert.

Weil der Stadt finanziert die Hallenbad-Verluste aus dem Verkauf der Beteiligung am Energiekonzern EnBW. 2003 hatte die Stadt diese Aktien veräußert und beim Hallenbadbetrieb geparkt. In früheren Jahren konnte die Stadt die Bad-Verluste mit den Zinseinnahmen finanzieren, aber seit das Zinsniveau am Boden liegt, lebt der Betrieb von der Substanz.

4,5 Millionen Euro ist aus dem damaligen Aktienverkauf noch übrig. Nach Einschätzung des Weiler Kämmerers Ulrich Knoblauch reicht das noch für die Finanzierung des Bads bis Ende der 2020er Jahre. Danach müsse man überlegen, wie es mit dem Bad weitergeht.

Schwimmunterricht ist nötig

Neben dem öffentlichen Badebetrieb nutzen das Bad vor allem Vereine und Schulen für den Schwimmunterricht. Das ist auch nötig. Im Herbst hatte Kultus­ministerin Susanne Eisenmann (CDU) zum ersten Mal Zahlen zum Schwimmunterricht erheben lassen.

Demzufolge kann ein Viertel der Grundschulen im Land keinen Schwimmunterricht erteilen, weil kein Schwimmbad in der Nähe ist. An den Schulen, die im vergangenen Schuljahr Schwimmunterricht angeboten haben, können der Erhebung zufolge rund 71 Prozent der Schüler am Ende der Grundschule schwimmen. Die Kultusministerin kündigte an, das Thema mit den Städten und Gemeinden zu besprechen.




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