In Filderstadt wiederum ist klar, dass eine Generalsanierung des Gartenhallenbads in Bernhausen ansteht. Die grobe Kostenschätzung liegt laut Jan Meier, dem Leiter der Filderstadtwerke, bei etwa sieben Millionen Euro. Die gute Nachricht für Filderstadt: Die Kommune wird die Kosten nicht allein tragen müssen.
Viel Geld aus Berlin für Hallenbad in Filderstadt
Ende 2020 kam ein positives Signal aus Berlin. Das Bundesbauministerium wird die Sanierung mit gut drei Millionen Euro unterstützen. „Das ist eine Summe, wie man sie nicht oft zu erwarten hat“, sagt Meier. An diesen Zuschuss ist die Filderkommune allerdings nicht ohne langem Atem gekommen. 2015, 2018 und 2020 habe man einen entsprechenden Förderantrag gestellt, berichtet der Stadtwerke-Chef. „Aller guten Dinge sind bekanntlich drei.“ Bei seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat von Filderstadt der Verwaltung grünes Licht gegeben, dass sie den Antrag offiziell in Berlin stellen kann. Laut Meier allerdings nur eine Formalie, die Zusage stehe bereits. „Da müsste nun schon grob etwas schiefgehen.“
Das Gartenhallenbad in Bernhausen wird 2022 ein halbes Jahrhundert alt, entsprechend in die Jahre gekommen sei die Technik an vielen Stellen im Bad, erklärt Meier. Die Sicherheit sei indes nicht betroffen. Er geht davon aus, dass der Baubeschluss im Jahr 2022 gefasst werden kann, die Bauphase könnte sich 2023/2024 anschließen, Ende 2024 könnte alles fertig sein. Ein Jahr hätte man dann noch als Puffer, denn die Zuschüsse seien daran gekoppelt, dass die Arbeiten bis Ende 2025 abgeschlossen sein müssten.
Schließzeit für Badegäste in Filderstadt
Für die Badegäste bedeutet dies, dass sie sich auf eine Schließzeit einstellen müssen. Abgesehen von den Einschränkungen durch die Pandemie habe das Gartenhallenbad normalerweise lediglich jeweils eine Woche im Dezember zu. Neben der Badsanierung ist geplant, im ersten Stock des Gebäudes Bewegungsräume für Schulen und Vereine unterzubringen. Damit würde die Etage, in der früher eine Sauna war, wieder genutzt werden; aktuell steht sie leer.
In Leinfelden-Echterdingen ist derweil die Diskussion im Gange, ob das Leinfelder Bädle, welches seit Frühjahr 2020 wegen der Pandemie geschlossen ist, vorzeitig stillgelegt und abgerissen werden soll – oder ob es vor seinem Neubau noch einmal geöffnet wird. Für eine Stilllegung spricht, dass die Stadt pro Jahr rund 280 000 Euro für Strom, Wasser und Fernwärme sparen könnte.
Orientieren sich Stammgäste in Leinfelden dann um?
Vereine wie die DRLG, Familien, die einen Schwimmkurs suchen, und Schüler müssten dann fünf Jahre lang in Leinfelden auf den Sprung ins kühle Nasse verzichten. „Auch wenn wir das Bad jetzt abreißen, wird es keinen vorzeitigen Baubeginn geben“, stellte Manfred Kern, Leiter des zuständigen Amtes im Verwaltungsausschuss klar.
Das Wettbewerbsverfahren könne erst Ende 2021 abgeschlossen werden. Dann kann sich die Kommune im Übrigen auch um einen möglichen Zuschuss seitens des Landes oder des Bundes kümmern. Der Architekt, der den Zuschlag erhält, brauche Zeit für seine Werkplanung. Mit dem Bau des neuen Bades könne auch so erst 2023 begonnen werden und der Neubau frühestens Ende 2025 in Betrieb gehen. Befürchtet wird, dass sich Stammgäste und Vereine dauerhaft anderweitig orientieren. Auch das Bademeisterteam könnte sich derweil in Bädern umliegender Kommunen bewerben. „Dann bauen wir ein Bad, haben aber kein Personal mehr, dass es betreiben kann“, sagte Kern.
Wie lange hält die Filteranlage noch durch?
„Das Bad ist per se einsatzbereit“, sagte Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell. Unklar ist, wie lange die Filteranlage noch durchhält. Trotz des Risikos schlägt die Verwaltung vor, sobald es Corona wieder zulässt, den Versuch zu wagen, das Bad bis zu seinem Abriss wieder zu öffnen. Unterstützung bekam sie von der SPD, der CDU und Teilen der Grünen.
Bedenken äußerten die Linke, die L.E. Bürger/DiB und die Freien Wähler/FDP. „Unsere Tendenz geht eher in Richtung Abriss“, sagten Letztere. Das Bäderpersonal könnte auch im Goldäckerbad arbeiten, wenn dieses am Wochenende für die Öffentlichkeit geöffnet würde.
Die Diskussion geht kommende Woche im Technischen Ausschuss weiter. Um im Leinfelder Bad den Stöpsel endgültig zu ziehen, bräuchte die Verwaltung einen solchen Beschluss des Gemeinderates.