Hallenfußball in Sindelfingen Beim Junior-Cup-Azubiturnier wird das Werk Sindelfingen diesmal nur Siebter

Mit großen Ambitionen gestartet: Für das Werk Sindelfingen lief das Azubiturnier allerdings gar nicht gut. Foto: Harald Rommel

Das Azubiturnier ist fester Bestandteil des Mercedes-Benz Junior-Cups in Sindelfingen. Meist sind die Fußballer vom Werk Sindelfingen vorne dabei, aber diesmal agierten sie unglücklich.

Wie bitter doch manchmal Hallenfußball sein kann. Diese Erfahrung machte das Team aus dem Mercedes-Werk Sindelfingen als Siebter beim Turnier der Auszubildenden im Rahmen des Junior-Cups im Glaspalast.

 

Insgeheim hatten die Youngsters bei der 34. Auflage den 13. Turniersieg angepeilt. „Uns allen steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben“, schüttelte Trainer Michael Sattler angesichts eines unglücklichen Verlaufs immer wieder ungläubig den Kopf. Zunächst schien der ambitionierte Plan aufzugehen, die seit 2020 andauernde Durststrecke ohne Titelgewinn zu stoppen, denn zum Auftakt gelang gegen die Kollegen von GSCP Logistik aus Germersheim ein 2:0-Erfolg. Es folgte eine Nullnummer gegen das Werk Rastatt, und auch beim 2:0 gegen das Werk Hamburg blieben die Lokalmatadoren ohne Gegentreffer.

Trainer Michael Sattler vom Werk Sindelfingen hat düstere Vorahnung

Doch schon hier hatte Michael Sattler eine düstere Vorahnung. „Mit Bremen und Rastatt waren wir nämlich in einer Hammergruppe“, sollte er mit seiner Einschätzung recht behalten, dass am Ende das Torverhältnis entscheiden würde. „Wir hätten gegen Hamburg locker 5:0 gewinnen können“, haderte er. „Wir waren nicht abgezockt und kaltschnäuzig genug vor dem gegnerischen Tor.“ Auch für Co-Trainer Jürgen Digeser war dies das Zünglein an der Waage. Wobei die Sindelfinger noch alle Trümpfe selbst in der Hand hatten. Ein Remis gegen Bremen hätte zum Weiterkommen gereicht. „Eigentlich hätten Rastatt, Bremen und wir ins Halbfinale gehört“, wurmte Digeser die 0:1-Pleite gewaltig.

Das erste Gegentor und die erste Niederlage sollten ihre Spuren hinterlassen. Denn im sogenannten kleinen Halbfinale – der Sieger spielte um Platz fünf und der Verlierer um Rang sieben – zogen die Einheimischen gegen das Werk Berlin/Ludwigsfelde mit 0:2 den Kürzeren. Erst im abschließenden Duell gegen das Team Zentrale kam die erhoffte Reaktion. Christian Dessecker (TV Gültstein), Julius Böhler (SpVgg Renningen) und Emre Keysan (SV Böblingen) sorgten beim 3:0 für einen halbwegs versöhnlichen Abschluss.

„Es ist leider nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten“, bekannte auch Kapitän Böhler, der später der Truppe aus Bremen nach deren Finalsieg gegen das Werk Untertürkheim zum verdienten Turniersieg gratulierte. „Wir haben eine gute Mannschaft, die Potenzial hat“, gehört es für Michael Sattler zum Sport dazu, aus Niederlagen seine Lehren zu ziehen: „Es ist nur wichtig, gleich wieder aufzustehen.“ Er zeigte sich jetzt schon – also lange bevor das Auswahlverfahren für das Azubiteam 2027 im Oktober startet – kämpferisch: „Wir werden im nächsten Jahr wieder angreifen“, versprach er.

Auch wenn es nur zu Platz sieben reichte, war Familie Paurevic stolz auf ihren Alexander (2. v. re.) Foto: Harald Rommel

Werk Sindelfingen: Ivan Nikolic (TSV Waldenbuch), Philipp Schweizer (VfL Nagold), Santo Brighina, Aleksandar Paurevic, Emre Keysan (alle SV Böblingen U19), Niko Kotecki (VfL Sindelfingen), Can Ljajic (Radnik Sindelfingen), Sefa Yilmaz (SpVgg Holzgerlingen), Yasin Bakacs (TuS Ergenzingen), Lenny Zipperle (SF Gechingen), Christian Dessecker (TV Gültstein), Julius Böhler (SpVgg Renningen).

Natürlich brauchte es beim Azubiturnier auch einige Schiedsrichter, und die kamen aus der Gruppe Böblingen. „Das ist für sie ein Zuckerle als Dankeschön“, kümmerte sich Dennis Schreiber aus Weil im Schönbuch als Mentor um das Quartett bestehend aus Simon Berner (SV Nufringen), David Wahrheit (SV Bondorf), Benjamin Buck (TV Gültstein) und Stefan Jokic (TV Altdorf). „Einige Male war ich schon als Zuschauer da“, stellte der 28-jährige Simon Berner bei seiner Premiere eines schnell fest: „Die können alle mit dem Ball umgehen.“

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