Da ist das Ding: Finalsiegtorschütze Mensur Mahmoud präsentiert seinen feiernden Teamkollegen von den SF Gechingen den Siegerpokal. Foto: Albert Kraushaar
In jüngster Vergangenheit überließen die SF Gechingen als guter Gastgeber meist anderen den Gesamtsieg bei ihrem Hallenfußball-Turnier. Dieses Mal aber holten sie sich selbst den Pott.
Albert Kraushaar
12.01.2026 - 14:47 Uhr
Dass die SF Gechingen I im Endspiel ihres eigenen Hallenfußball-Turniers auf den SV Althengstett trafen, kam natürlich einem Traumfinale sehr nahe. Und die Begegnung hielt, was sie versprach: Derbystimmung und Emotionen pur bis in die Verlängerung hinein.
Nail Hamulic hatte die Gastgeber in jenem Finale in Führung gebracht, zwei Torhütertreffer durch Dardan Behramaj drehten die Partie zugunsten des Nachbarn, doch Mensur Mahmoud sorgte mit dem 2:2 für die Verlängerung. In dieser machte Hamulic das 3:2 für die Sportfreunde, Noah Sesar glich für den SVA aus, ehe Mahmoud mit seiner insgesamt zehnten Bude des Turniers zum 4:3-Endstand der gefeierte Gechinger Held wurde.
Im Spiel um Platz drei besiegen die SF Gechingen II den TSV Altensteig
Direkt davor durften die einheimischen Fans schon einmal jubeln üben, denn die eigene zweite Mannschaft gewann mit 2:1 das Spiel um Platz drei gegen den TSV Altensteig. In dieser Partie trafen die zwei Teams aufeinander, die viele Zuschauern leistungsmäßig gerne nicht nur im kleinen, sondern im richtigen Finale gesehen hätten. Die Altensteiger glänzten durch ihre sehr gute Spielanlage, bei den SFG II mit einem Altersschnitt von 33 Jahren brachten die Oldies um Dominik Gräber, Florian Gehring und Jens Kusterer nochmals ihre ganze Klasse auf den Hallenboden. Doppeltorschütze Kusterer sorgte bei einem Gegentor von Okan Coban für den Bronzerang.
Für Kusterer war das so eine Art Entschädigung denn der künftige Trainer der ersten Mannschaft hatte im Halbfinale mit den SF Gechingen II nach einem spektakulären 4:4 in der regulären Spielzeit gegen die SF Gechingen II seinen Neunmeter über die Latte gedonnert und damit entscheidenden Anteil an der 7:8-Niederlage. Auch der SV Althengstett konnte sich im Halbfinale nur über ein 4:3 nach Neunmeterschießen über den TSV Altensteig für das Endspiel qualifizieren.
Für den TSV Ehningen II (in Neonblau) war im Viertelfinale gegen den TSV Altensteig (in Schwarz) Endstation. Foto: Albert Kraushaar
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Altensteiger schon die Herzen des Publikums gewonnen, als sie im Viertelfinale mit einer fulminanten Vorstellung den starken TSV Ehningen II mit 5:0 aus dem Wettbewerb schossen. Relativ sicher nahm der SV Althengstett durch Tore von Niklas Woller, Mehmet Sejdiu und Patriot Behramaj bei einem Gegentor von Lukas Weber die Hürde Grün-Weiß Ottenbronn II.
Eine faustdicke Überraschung servierten die SF Gechingen I gegen den VfL Nagold II. Letzterer führte durch zwei Treffer von Jonny Rothfuß schon relativ sicher mit 2:0, bis Alexander Pretsch, Domenico Pellino und Sven Götz das Spiel mit dem 3:2 noch zum Kippen gebracht haben. Routiniert anzusehen war der Auftritt von Croatia Reutlingen. Der Landesligist wirkte aber in einigen Phasen zu lässig, vergas gegen die SF Gechingen II die Abschlüsse und wurde kurz vor Schluss durch einen Treffer von Dominik Gräber zum 1:0 eiskalt erwischt.
Dieser wurde am Ende auch zum Spieler des Turniers gewählt. Das Gechinger Urgestein, das sich inzwischen als Familienvater aus dem aktiven Spielbetrieb zurückgezogen hat, glänzte in der zweiten SFG-Mannschaft einmal mehr mit seiner Dynamik und Schusskraft. Die Torjägerkanone konnte Gechingens Abteilungsleiter Stephan Funk an den Nagolder Landesliga-Stürmer Tom Gutekunst mit insgesamt zwölf Treffern übergeben. Beim besten Torhüter fiel die Wahl einstimmig auf Serdar Yildiz vom TSV Altensteig, der sowohl defensiv als auch mit offensivem Spielwitz überzeugte. Ein Lob gab es von Funk auch für die Unparteiischen: „Sie haben einen guten Job gemacht, sie kamen ohne eine Rote Karte durch die drei Spieltage.“
Ärgerlich waren hingegen die Absagen, die immer mehr zur Mode werden – dieses Mal von KSV Renningen und SV Perouse. „Zum Glück konnten wir den VfB Effringen und Grün-Weiß Ottenbronn II als Ersatz gewinnen“, bedankte sich Turnierleiter Jens Kusterer bei den Nachrückern. Bei diesem Schwund blieb es aber nicht. Zum Turnierstart fehlte auch die SG Hirsau/Ernstmühl/Oberkollbach, aber auch deren Planstelle konnte Kusterer noch nachbesetzen, nämlich mit dem FC Unterjettingen.
Dieser schied genau wie VfL Sindelfingen II, SG Gäufelden, SF Kayh und KSC Sindelfingen in der Vorrunde aus. Radnik Sindelfingen hatte es derweil in die Zwischenrunde geschafft, musste aber wegen Verletzungen kurzfristig für den Finaltag absagen. „Ich habe noch versucht, die eigentlich ausgeschiedenen FSV Deufringen oder VfL Ostelsheim zu erreichen, aber das Zeitfenster war zu kurz“, berichtete der Turnierleiter.