Hallenturnier in Sielmingen Top-Turnier mit einem schwarzem Fleck

Für den TSV Bernhausen um Philipp Kerker (hinten) Foto: Yavuz Dural
Für den TSV Bernhausen um Philipp Kerker (hinten) Foto: Yavuz Dural

Der TSV RSK Esslingen sichert sich nach einem 5:2-Finalerfolg gegen den TSV Deizisau den Titelgewinn beim 19. Hallencup der Schiedsrichtergruppe Esslingen. Überschattet wird die Veranstaltung in Sielmingen von einem Vorfall mit Polizeieinsatz.

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Sielmingen - Der TSV RSK Esslingen hat am Sonntagabend das 19. Fußball-Hallenturnier der Schiedsrichtergruppe Esslingen gewonnen. Die Esslinger setzen sich in den finalen zehn Spielminuten der zweitägigen Veranstaltung mit einem deutlichen 5:2-Erfolg gegen ihren Ligakontrahenten TSV Deizisau durch und sicherten sich so die Hälfte der insgesamt 2000 Euro Preisgeld – die beiden Endspielteilnehmer gehen ansonsten in der Punkterunde in der Bezirksliga Neckar/Fils an den Start. Den dritten Rang holte sich der Landesligist TSV Bad Boll mit einem 7:6-Erfolg nach einem spannenden Neunmeterschießen gegen den dritten Bezirksligisten unter der letzten vier Mannschaft, den FV Neuhausen. Im Mammutfeld von den auch heuer wieder insgesamt 40 Mannschaften hatte es von den zehn Teams aus dem Verbreitungsgebiet der Filder-Zeitung zwar ein Trio immerhin bis ins Viertelfinale geschafft – dort war allerdings für dieses Endstation.

Sportlich gesehen erneut ein Top-Turnier

„Insgesamt war es aus sportlicher Betrachtung wieder ein Top-Turnier“, sagte nach dem letzten Schlusspfiff Hardy Wolf, der Esslinger Schiedsrichter-Obmann und Cheforganisator in Personalunion. Demgegenüber stand bei ihm und seinen Mitstreitern jedoch zuletzt auch der Ärger über einen Vorfall am Finaltag, weshalb zuletzt sogar zwei Streifenwagenbesatzungen der Polizei an die Sporthalle Seestraße hatten anrücken müssen. Und demgemäß gehört es zur Chronistenpflicht eines Journalisten, auch über Vorkommnisse berichten zu müssen, die mit dem eigentlichen Geschehen einer Sportveranstaltung nichts zu tun haben.

Kosova-Fan stürmt Platz und droht Referee

Was war passiert? Direkt nachdem Kosova Bernhausen am Sonntagnachmittag sein Viertelfinalspiel gegen den TSV Deizisau nach einer 2:0-Führung noch mit 2:4 verloren hatte und damit ausgeschieden war, stürmte ein aufgebrachter „Anhänger“, gekleidet in eine schwarze Clubjacke des Vereins mit albanischen Wurzeln, wutentbrannt in Richtung Spielfeld. Dort wollte der Mann, der dem Vernehmen nach dem Kosova-Vorstand angehören soll, dem Schiedsrichter an den Kragen gehen, weil dieser seiner Meinung der wahre Schuldige an der Niederlage sei. Wie gesagt: es handelte sich um ein Amateur-Fußballturnier, mehr nicht. Im Verlauf dieser unschönen Szenen soll der Mann dem Unparteiischen obendrein lautstark handfeste Konsequenzen angedroht haben, sobald dieser die Sporthalle verlassen werde. „Daraufhin haben wir diesem so genannten Fan als Veranstalter ein sofortiges Hausverbot erteilt und zum Schutz unseres Unparteiischen die Polizei alarmiert“, sagte Wolf, der über diesen Vorfall nach eigenen Worten „nicht nur traurig, sondern ein Stück weit auch entsetzt“ war. Zum Glück habe sich letztere Maßnahme als unnötig erwiesen, sagte Wolf – der Schiedsrichter konnte mit Begleitschutz die Halle sicher verlassen und dann mit seinem Auto nach Hause fahren.

Josip Colic (FV Neuhausen) bester Feldspieler

Ob indes Kosova Bernhausen, das auch in diesem Jahr mit zwei Mannschaften angetreten war und sich auf dem Parkett sportlich sehr fair präsentiert hatte, nun auch im nächsten Jahr wieder eine Einladung erhalten wird? Eine gute Frage. Darüber wollen Wolf und seine Mitstreiter nun „intensiv nachdenken“. Bis zu diesem „schwarzen Punkt eines gelungenen und fairen Turniers“, so der Hallensprecher Michael Lenz bei der Siegerehrung am gestrigen Abend, hatte es beim zweitägigen Hallenkick in Sielmingen keine nennenswerte Vorkommnisse gegeben, das mit dem sportlichen Erfolg für den TSV RSK Esslingen endete, der damit Nachfolger des zuletzt zweifachen Titelträgers FSV Bissingen ist – der, wie im Vorfeld berichtet, in diesem Jahr auf Wunsch des Veranstalters lediglich seine zweite Garde nach Sielmingen entsandt hatte. Prämiert wurden in der Seehalle auch wieder einzelne Protagonisten – Josip Colic (FV Neuhausen) als bester Feldspieler, Benjamin Geiger (TSV Bad Boll) als bester Torhüter und Egemen Altindil (TSV Deizisau) mit zehn Turniertreffern als bester Torschütze. Zudem wurden die Deizisauer auch noch mit dem Fair-Play-Pokal ausgezeichnet – allerdings nicht dafür, dass sie wie schon im Vorjahr auch dieses Endspiel mit 2:5 verloren hatten.

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