Handball 3. Liga Der Spitzenreiter und Coach Alexander Schurr verlängern

Alexander Schurr feiert nicht nur die Tabellenführung, sondern gibt auch seine Vertragsverlängerung bekannt. Foto: essigfoto.de

Mit einer starken Trefferquote fegt Drittligist SV Kornwestheim auch den TuS Fürstenfeldbruck mit 35:22 aus der Halle und feiert Weihnachten als Nummer eins.

Es ist eine schönes Ritual in der Sporthalle Ost in Kornwestheim, dass der beste Spieler des Gegners mit einem kleinen Präsent ausgezeichnet wird. Nach dem 35:22 (18:12)-Erfolg der Lurchis im Drittliga-Duell gegen den TuS Fürstenfeldbruck fiel die Wahl auf Fynn Lühr, der sich nach der Klatsche wenigstens über eine Riesenbrezel und eine Flasche Wein freuen durfte. Da waren die Spitzenreiter-Rufe in der Halle gerade verklungen, denn nach der erneuten Gala schließen die Kornwestheimer als Tabellenführer das Jahr ab. Fynn Lühr wusste auch warum: „Die Mannschaft ist eingespielt, hat eine überragende Trefferquote und auch keinen Qualitätsabfall, wenn gewechselt wird.“

 

Schlager „Gute Laune“ passt ins Bild

Dazu passte auch der Schlager „Gute Laune überall“ von der Band GroßstadtEngel, der immer wieder angestimmt wurde – der SVK überzeugte auch im letzten Spiel des Jahres in allen Mannschaftsteilen. Dem wollte auch Kornwestheims Trainer Alexander Schurr nicht widersprechen, der nach dem Spiel auf Abklatschtour ging.

Am liebsten hätte er jeden in den Arm genommen, denn es war für ihn vor allem eine konsequente Mannschaftsleistung, die das Team durch die starke Hinrunde geführt hatte. Wichtige Leistungsträger wie Jan Reusch (Kreuzbandriss) und Marvin Bahmann (Schulterverletzung) fielen aus. Hinzu kam Anfang der Saison ein Wasserschaden in der Halle.

„Es waren dann die anderen, die das aufgefangen haben“, sagte Schurr und nannte beispielsweise Felix Kazmeier oder Finn Joneleit, die sehr viel Spielzeit in den Knochen haben und sich jetzt kurz erholen können. „Mit diesem Trend war nicht zu rechnen und jetzt genießen wir erst einmal den Moment.“

Lurchis fegen über überforderten Gegner hinweg

Der Start in die Partie gegen den Klub aus Bayern war nur bis zur 12. Minute ein wenig zäh, als die Gäste ein 6:6 stellen konnten. Dann kam der SVK-Turbo in Fahrt, auch dank Felix Kazmeier, der am Ende sechs von sieben Siebenmetern verwandelte. Die Gäste waren vom Punkt nicht so erfolgreich, hinzu kamen einige Zweiminutenstrafen und technische Fehler. Typische Symptome für eine Mannschaft, die im Keller steht. Zur Pause war der Rückstand des neuen Trainers Max Högl mit 12:18 noch überschaubar. Dann donnerten die Lurchis über den überforderten Gegner hinweg. und lagen nach 40 Minuten mit 25:15 in Front. Davon erholte sich der Tabellenvorletzte auch nicht mehr und unterlag deutlich mit 22:35.

Starker Neuzugang; Luke Kaysen. Foto: Andreas Essig

Schurr wollte dann keinen seiner Protagonisten herausheben, verteilte aber dennoch ein Sonderlob an Neuzugang Luke Kaysen, der sich extrem schnell eingefunden hatte und gegen Fürstenfeldbruck mit acht Toren erfolgreich war – darunter ein wahrer Kunstwurf zum 25:15. Schurr sieht sich jetzt in der Rolle des Realisten nach sechs Siegen in Serie. „Ja, wir haben die Welle erst mal gut getroffen und jetzt surfen wir sie ganz gut“, sagte der erfahrene Coach. Er ordnet den Erfolg aber auch nüchtern ein. Für Euphorie sei aber kein Platz. Schurr spricht vom Umstand, dass die als Favoriten gehandelten Teams wie beispielsweise Zeitliga-Absteiger HSG Konstanz bislang unter ihren Möglichkeiten geblieben sind und es in der Tabelle extrem eng zu gehe. Aber er hat extrem viel Spaß mit seiner Formation und verkündet zur Freude der 350 Zuschauer: „Ich habe übrigens meinen Kontrakt verlängert“, sagt Schurr. Mal wieder. Der 45-Jährige geht jetzt in seine zehnte Saison bei den Lurchis.

Eine Anerkennung für das Team hinter dem Team

Wie der Gästetrainer hätte auch der SVK-Boss einen Spieler des Tages nominieren können. Der Sportwissenschaftler hat sich für eine andere Variante entschieden und den Preis stellvertretend für das Team hinter dem Team an Mannschaftsbetreuer Stephan Teske, der den Klub seit Jahren ehrenamtlich unterstützt. Auch das ist Teil des Kornwestheimer Erfolge. „Das zieht sich bei uns durch den ganzen Verein. Auch deshalb ist uns eine starke Hinserie gelungen“, sagt Schurr. Er hofft, dass sein Team jetzt auch im neuen Jahr weiter extrem an sich glaubt.

SV Kornwestheim : – Henke, J. Tinti - Reu (1), Luithardt(1), Jungwirth, Keil (3), Zeppmeisel ), Kazmeier (9/6), C. Tinti (2), Lanig (2), Lantella (2), Schoeneck, Kaysen (8), Döll, Joneleit (3).

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