Handball: 3. Liga Trotz Tabellenführung – SV Kornwestheim verzichtet auf 2. Liga
Die Handballer des SVK spielen eine Traumsaison. Doch der Spitzenreiter verzichtet auf den möglichen Aufstieg. Das sind die Gründe.
Die Handballer des SVK spielen eine Traumsaison. Doch der Spitzenreiter verzichtet auf den möglichen Aufstieg. Das sind die Gründe.
Die Drittliga-Handballer des SV Salamander Kornwestheim spielen eine grandiose Saison. Zuletzt legte die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Schurr eine beeindruckende Serie von 15 Spielen ohne Niederlage hin. Und dennoch ist die Enttäuschung beim Tabellenführer nun groß: Die Kornwestheimer werden nicht an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teilnehmen. Diese Entscheidung gab der Verein bekannt.
„Die Arbeit unseres Trainerteams ist hervorragend und die Leistung der Mannschaft grandios“, sagt der Sportliche Leiter Pascal Welz. Doch leider könne man eine potenzielle Teilnahme an der 2. Bundesliga nicht nur von dem aktuellen sportlichen Erfolg abhängig machen – der zu Saisonbeginn so auch nicht unbedingt zu erwarten war.
Dennoch: Umso schwerer fiel den Verantwortlichen die Entscheidung, keine Meldung für die Aufstiegsrunde abzugeben. „Wir haben die Situation intensiv und in alle Richtungen geprüft, doch aufgrund mehrerer Faktoren ist ein Aufstieg derzeit nicht realisierbar“, erklärt der Abteilungsleiter Mirko Henel. In den vergangenen Wochen seien verschiedene Szenarien durchgerechnet und der Etat genau analysiert worden – stets mit dem Ergebnis: Die Anforderungen der 2. Liga übersteigen die Möglichkeiten des Vereins.
Vor allem die finanziellen Hürden spielen eine große Rolle bei der Entscheidung. Der durchschnittliche Etat eines Zweitligisten liegt bei über einer Million Euro – eine Summe, von der Kornwestheim derzeit noch mehr als deutlich entfernt ist. Hinzu kommen zusätzliche Kosten, etwa für LED-Banden, einen professionellen Hallenboden, erhöhte Reisekosten sowie organisatorische Anforderungen.
Auch strukturell sieht sich der Verein nicht ausreichend aufgestellt. Die Handballabteilung wird derzeit vollständig ehrenamtlich geführt. „Eine Zweitliga-Saison mit ihren professionellen Anforderungen erfordert deutlich mehr personelle Ressourcen“, so Henel. Darüber hinaus bestehen infrastrukturelle Herausforderungen, insbesondere bei der Spielstätte und im Trainingsbetrieb.
Wichtig ist den Verantwortlichen jedoch eine klare Botschaft: „Wir entscheiden uns nicht gegen den Aufstieg, sondern gegen die Teilnahme an der Aufstiegsrunde.“ Es wäre unfair gegenüber anderen Teams, einen Platz zu belegen, wenn ein tatsächlicher Aufstieg aktuell nicht zu bewältigen wäre. In den vergangenen Tagen gaben auch weitere Aufstiegskandidaten wie die Wölfe Würzburg und der TSB Heilbronn-Horkheim bekannt, dass sie aufgrund der Anforderungen aktuell nicht am Zweitliga-Betrieb teilnehmen werden können.
Trotz der Absage richtet sich der Blick bei den Lurchis nach vorn. Der Verein arbeitet bereits daran, sich weiterzuentwickeln und die notwendigen Strukturen für die Zukunft zu schaffen. „Wir wollen uns nicht nur verbessern – wir arbeiten aktiv daran“, so Henel. Wie sich der SV Kornwestheim in den folgenden Jahren positionieren wird, bleibt abzuwarten – das Potenzial dafür hat die Mannschaft in dieser Saison jedoch eindrucksvoll unter Beweis gestellt.