Handball – 3. Liga TSV Neuhausen: die Nummer eins in der Region

Am Pfullinger Kreis herrscht Gedränge, Linus Schmid steigt hoch und erzielt eines seiner vier Tore. Foto: Jörn Kehle

Handball-Drittligist TSV Neuhausen gewinnt das Derby gegen den VfL Pfullingen vor allem durch eine starke Abwehr verdient mit 28:24.

Wer vor der Saison auf zwei Siege des TSV Neuhausen gegen den VfL Pfullingen getippt hätte, der wäre ziemlich sicher belächelt worden. Doch genau diesen zweiten Sieg haben Neuhausens Drittliga-Handballer nun vor 600 Zuschauern in der Egelseehalle gefeiert – und fügten den Pfullingern nach zuvor acht Siegen in Serie wieder eine Niederlage zu. 28:24 stand am Ende völlig verdient auf der Anzeigetafel. Schon zur Halbzeit führten die Maddogs mit 14:12.

 

Die Jahre zuvor waren die Filder-Handballer nicht als Sieger vom Feld gegangen – seit 2018. Umso größer waren nun Freude und Stolz. „Das waren zwei Mannschaften auf Top-Niveau in der 3. Liga. Ich freue mich extrem“, sagte Neuhausens Trainer Daniel Brack. Er war immer wieder laut geworden. Allerdings nicht wegen der Leistung seines Teams, sondern wegen des harten Einsteigens der Pfullinger, die er selbst mal trainiert hat. Vor allem Luis Sommer traf es bitter – der Rückraumspieler konnte nach einem Schlag auf die Schläfe mit Sehproblemen nicht mehr weiterspielen. Insgesamt blieb es aber fair.

Hamann gegen künftigen Club stark

Die Neuhausener waren stets präsent, flink auf den Beinen und überzeugten mit großem Kampfgeist. So erzwang die Abwehr immer wieder Fehler und Schlussmann Sören Hamann hatte mit acht Paraden zudem einen wichtigen Anteil am verdienten Erfolg. Jede starke Aktion wurde entsprechend bejubelt und das Team leistete sich keine Schwächephase. „Wir wollten zeigen, dass wir die Nummer eins in der Region sind“, betonte Rohat Sahin, der ein ums andere Mal die wuchtigen Pfullinger Angreifer Niklas Rotz und Paul Prinz beherzt stoppte. Was das direkte Duell betrifft, sind die Neuhausener diese Nummer eins, in der Tabelle stehen sie als Siebter mit einem Punkt weniger (29:23) einen Rang hinter dem Kontrahenten.

Wegen des Fehlens von Tobias Haag (Schulterverletzung) bat Trainer Brack erneut den ehemaligen Kapitän Hannes Grundler, auszuhelfen. Der kam zum Abschlusstraining und sagte zu. So bekamen andere Mal eine Verschnaufpause und Grundler zeigte wieder einmal, wie variabel er einsetzbar ist. „Das mache ich gern“, sagte er. Nun soll aber – zumindest vorerst – wieder Schluss sein mit dem Aushelfen.

Auch drei vergebene Siebenmeter in der Schlussphase (45./53.) ließen die Pfullinger nicht entscheidend herankommen. Auf der Gegenseite kam Niklas Prauß lediglich für zwei Würfe von der Linie aufs Feld und war beide Male der Gewinner (30./41.).

Das erste Tor der Partie erzielte Neuhausen durch Sahin nach starkem Zuspiel von Lukas Fischer (1:0/4.). Das war nicht das letzte Mal, dass Neuhausens Mitte-Mann seine Mitspieler gekonnt in Szene setzte. Auch Simon Kosak profitierte am Kreis und traf so sieben Mal. Youngster Linus Schmid zeigte mehrfach, wie wertvoll er mit seiner Präsenz und Präzision für das Neuhausener Spiel ist.

Nachdem die Pfullinger kurzzeitig in Führung waren – zwischenzeitlich mit zwei Toren (6:4/15.) –, drehten die Neuhausen über den Ausgleich durch Fischer (6:6:/18.) das Spiel. Bezeichnend: Die starke Abwehr führte das Team zum 11:9 in der 23. Minute. Es waren drei Paraden von Hamann vorausgegangen. Gegen seinen künftigen Verein zeigte der Torhüter, was in ihm steckt, und lässt die VfL-Verantwortlichen hoffen, dass er so eine Leistung dann auch im Pfullinger Trikot abrufen wird.

Nach dem Wechsel ließen die Maddogs nicht nach und die Gäste schafften letztmals beim 16:16 (36.) den Ausgleich. „Wir waren insgesamt das bessere Team“, sagte Brack zufrieden. Der obligatorische Freudentanz „Derbysieger, Derbysieger“ folgte.

TSV Neuhausen: Prauß, Hamann, Pol; Marlin Sprößig, Grundler (1), Schmid (4), Reinhardt (1), Baumann (2), Sommer, Fischer (7/3), Sahin (3), Keppeler (3), Kosak (7).

VfL Pfullingen: Schlipphak, Maar; Schrade, Hofele (1), Schiemann (3/1), Hafner, Schmidt, Wagner (3), Niklas Roth (5), Prinz (4), Mathis Roth (2), Goller (2), List (2), Rix (1), Beck (1).

Zuschauer: 600.

Schiedsrichter: David Gierke / Korbinian Konwitschny (Dachau).

Zeitstrafen: 4:12 - zwei Mal zwei Minuten für Schmid (Neuhausen), Prinz (Pfullingen), zwei Minuten für Schiemann, Wagner, List (Pfullingen).

Rote Karte: – / Niklas Roth (46./grobes Foulspiel).

Beste Spieler: Sahin, Schmid, Fischer / Niklas Roth, List.

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