Nach einer 17:14-Führung leistet sich Frisch Auf Göppingen einen eklatanten Leistungseinbruch, hält nicht mehr dagegen und verliert gegen die Füchse Berlin 24:31. Wie ist diese Verunsicherung zu erklären?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Göppingen - Der Kapitän sprach Klartext: „Wir haben aufgehört, Handball zu spielen. Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe“, sagte Jacob Bagersted von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen nach dem 24:31 (16:14) gegen die Füchse Berlin.

Nach einer guten Leistung bis zur 17:14-Führung erlebten die 750 Zuschauer in der EWS-Arena einen eklatanten Leistungsabfall. Vorne reihte sich ein technischer Fehler an den anderen, die Struktur und der Zug zum Tor gingen völlig verloren, viel zu unvorbereitet wurde geworfen, der starke Füchse-Torwart Dejan Milosavljev hatte teils leichtes Spiel, die Bälle zu entschärfen. Auch in der Abwehr mangelte es gegen die nun klar besseren Füchse an Aggressivität.

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Wie sich Hartmut Mayerhoffer den Systemabsturz erklärte? „Es hat sich eine extreme Verunsicherung breit gemacht, wir haben in der Phase, als es schlecht lief, zu wenig dagegengehalten. So dürfen wir nicht auseinanderfallen“, klagte der Frisch-Auf-Trainer. „Es war, als hätte einer den Stecker gezogen, die zweite Halbzeit war unterirdisch, das darf uns nicht passieren“, ergänzte der Sportliche Leiter Christian Schöne. Beste Frisch-Auf-Werfer waren Jan Lindenchrone Andersen (5) und Marcel Schiller (5/3).

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Auffallend bei den Göppingern: Sie können derzeit nicht davon profitieren, dass praktisch wieder alle Mann Bord sind. Im Gegenteil: Als die Personalnot groß war, zeigte das Team deutlich konzentriertere und diszipliniertere Leistungen.

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Nach zuletzt drei Pflichtspielniederlagen hintereinander stehen 2021 nun noch die Spiele bei der TSV Hannover-Burgdorf (Mittwoch, 19.05 Uhr) und daheim gegen den TVB Stuttgart (26. Dezember, 16 Uhr) an. „Wir brauchen vier Punkte, sonst gehen wir mit einem schlechten Gefühl in die Pause“, sagte Bagersted. Jetzt sollten den Worten Taten folgen.

Aufstellungen

Frisch Auf Rebmann (1.-60. Minute), Kastelic (bei einem 7m); Neudeck (ne.), Smarason 3 Tore , Kneule, Lindenchrone Andersen 5, Heymann 3, Bagersted 3, Ellebaek 1, Schiller 5/3, Goller (ne.), Gulliksen 3, Hermann, Zelenovic, Kozina 1.

Füchse Berlin Milosavljev (1.-60.), Genz (bei einem 7m); Wiede 1, Holm 10, Andersson 1, Lindberg 9/4, Morros, Langhoff 1, Chrintz, Matthes, Sauter 1, Kopljar 3, Vujovic 3, Koch, Marsenic, Drux 1.

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