Handball-Bundesliga SG BBM Bietigheim: Transfercoup mit Julius Kühn perfekt

Julius Kühn spielte seit 2017 für die MT Melsungen. Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/EIBNER/Michael Schmidt

Zuletzt hatte Julius Kühn bei der MT Melsungen einen schweren Stand, bei der SG BBM Bietigheim plant der Europameister von 2016 nun eine Art Neuanfang – gemeinsam mit anderen bundesligaerfahrenen Zugängen. Wie stemmt das die SG finanziell?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Der Wechsel hatte sich in den vergangenen Tagen und Wochen abgezeichnet, nur ist er perfekt: Die SG BBM Bietigheim hat Rückraumspieler Julius Kühn für zwei Jahre unter Vertrag genommen. Der 31-Jährige Ex-Nationalspieler (92 Länderspiele/194 Tore) spielte in den vergangenen sieben Jahre für den Bundesligisten MT Melsungen. In den vergangenen beiden Spielzeiten kam er dort unter dem spanischen Trainer Roberto Garcia Parrondo nicht mehr wie gewünscht zum Zug.

 

Für Aufsteiger Bietigheim ist der Europameister von 2016 ein wertvoller Neuzugang: Der 31-Jährige bringt sehr viel Erfahrung mit, zudem steht dem Team von Trainer Iker Romero ein körperlich starker Spielertyp mit Shooter-Qualitäten aus dem Rückraum gut zu Gesicht.

„Bock was zu reißen“

„Ich freue mich sehr auf eine interessante Aufgabe mit einem aufstrebenden Team und habe Bock darauf, mit den Jungs richtig was zu reißen und in der Liga zu bleiben“, sagte Kühn nach seiner Unterschrift. Zuvor hatte er schon betont: „Es ist an der Zeit, mal wieder etwas Neues anzupacken. Die letzten beiden Spielzeiten sind für mich nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe das Gefühl, dass mir ein, zwei Jahre fehlen und ich kann mehr, als ich zeigen konnte und auch durfte.“

Kühn ist zweifelsohne der Königstransfer, davor hatte die SG BBM bereits vier Spieler mit Bundesligaerfahrung verpflichtet: Daniel Rebmann (VfL Gummersbach) fürs Tor, Till Hermann (Frisch Auf Göppingen) für die Linksaußen-Position, Moritz Strosack (SC DHfK Leipzig) für Rechtsaußen, dazu noch Allrounder Fynn Nicolaus vom TVB Stuttgart. Hinzu kommt für die Rechtsaußen-Position noch der international erfahrene Spanier Gonzalo Perez Arce vom polnischen Topclub Wisla Ploc. Auch der Zugang von Linkshänder Fabian Wiede (Füchse Berlin) stand kurzfristig zur Debatte, zumindest gab es über den Ex-Nationalspieler einen Austausch.

Auch ohne Wiede bleibt die Frage, wie die SG BBM das Ganze finanziell stemmt? „Wir sind so interessant für Spieler, dass wir uns auf einem gewissen Niveau einigen können, das für uns auch zu stemmen ist“, sagt der Sportliche Leiter Jochen Zürn und betont: „Wir machen nichts Verrücktes, alles passt in unseren Haushaltsplan.“ Er spielt auf die Strahlkraft von Trainer Iker Romero an, räumt aber auch ein: „Sponsoren haben uns belohnt für den Aufstieg und unsere positive Entwicklung.“

„Familiär und professionell“

Geschäftsführer Bastian Spahlinger ergänzt: „Wir haben uns einen Namen gemacht als familiärer und professioneller Club. Zudem kam uns Julius auch entgegen.“ Eine wichtige Rolle spielen zudem die Fernsehgelder von rund einer halben Million Euro pro Saison pro Club, die es in der zweiten Liga nicht gab.

Und dann sind die Männer der SG BBM in Bietigheim nun der absolute Platzhirsch in der Stadt. Die SG-Frauen sind mit Beginn dieser Saison als HB Ludwigsburg am Ball, Eishockeyclub Steelers Bietigheim ist von der DEL im Direktflug in die Oberliga abgestürzt. Das alles kam den SG-Männern zu Gute, weshalb die Chancen auf den Klassenverbleib beim dritten Aufstieg in die Beletage so gut stehen, wie noch nie: „Wir waren noch nie so gut vorbereitet und haben sehr realistische Chancen eine gute Runde zu spielen“, sagt Zürn. Trainingsstart ist am kommenden Mittwoch.

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