Die MT Melsungen war zuletzt der Lieblingsgegner des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. Doch am Samstag setzte es eine 23:29-Niederlage – wegen Heinevetter.

Sport: Joachim Klumpp (ump)

Kassel/Stuttgart - Der Lieblingsgegner wurde zum Spielverderber. Nachdem der TVB Stuttgart in der Handball-Bundesliga in den vergangenen sechs Partien gegen die MT Melsungen nie verlieren konnte, war am Samstagnachmittag Schluss mit lustig. Die ambitionierten Melsunger, die unter der Woche eine bittere Heimniederlage gegen Schlusslicht GWD Minden hinnehmen mussten, waren auf Wiedergutmachungstour. Am Ende hieß es 29:23, nachdem der TVB zur Pause vor 2769 Zuschauern noch mit 15:13 geführt hatte.

„Wir haben nach der Pause zu viele Fehler gemacht“, sagte Stuttgarts Top-Torschütze Viggo Kristjansson, der mit seinen acht Treffern aber allein auf weiter Flur stand. „Wir müssen als Mannschaft besser Spielen.“ Als nächstbester Werfer folgte Egon Hanusz (3). Letztendlich scheiterte der TVB aber nicht nur an seinen eigenen Schwächen, sondern an der Stärke eines Mannes: Silvio Heinevetter. Der Torhüter, der sein Platz in der Nationalmannschaft verloren hat, war mit 19 Paraden (45 Prozent gehaltene Bälle) der Matchwinner. Und sorgte nach dem Liebes-Aus mit Simone Thomalla endlich mal wieder sportlich für Schlagzeilen.

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Melsungen führte schnell 4:0, weil der TVB wie häufig in der Vergangenheit schlecht ins Spiel gekommen war. Doch aufgeben gibt’s nicht, zumal die Abwehr den Gegner immer wieder zu Fehlern zwang und die Stuttgarter klammheimlich aufholten – und plötzlich sogar führten, 10:9 nach 22 Minuten durch einen Treffer des zurückgekehrten Torjägers Viggo Kristjansson.

Dafür musste im rechten Rückraum erneut Jerome Müller pausieren, bei dem nach seinem vielversprechenden Comeback in Wetzlar am Montag nochmals ein kleiner Eingriff am Knie vorgenommen wurde, der Verein hofft auf seinen Einsatz nächsten Sonntag (14 Uhr) gegen die Füchse Berlin. Das wird noch eine schwer zu lösende Aufgabe für die im Abstiegskampf steckenden Stuttga rter, doch danach gilt’s: „Dann kommen wichtige Spiele, da müssen wir punkten“, weiß nicht nur Kristjansson.