Jetzt ist es amtlich: Handball-Nationalspieler Kai Häfner unterschreibt einen Zweijahresvertrag und kommt von der MT Melsungen zum TVB Stuttgart. „Ich bin froh, dass wir einen Spieler seiner Klasse verpflichten konnten. Dass er dann noch ein Junge der Region ist, macht ihn für uns noch attraktiver“, sagte TVB-Geschäftsführer Jürgen Schweikardt.
Zurück in die Heimat
Der Spieler selbst war schon länger nicht mehr das Problem. Der gebürtige Schwäbisch Gmünder wollte mit seiner Familie zurück ins Schwabenland und war sich, wie bereits berichtet, mit dem Handball-Bundesligisten grundsätzlich über einen Wechsel einig. Das Problem stellten die finanziellen Rahmenbedingungen dar: Der 34-jährige Nationalspieler gehörte im überteuerten Kader der Melsunger zu den absoluten Topverdienern und stand bei der MT noch bis 2024 (mit Option für 2025) unter Vertrag. „Mein erster Dank gilt unserem Sponsoren-Netzwerk, das diesen Wechsel durch eine Sonderaktion erst möglich gemacht hat“, stellte Schweikardt klar.
Der Europameister von 2016 (133 Länderspiele/315 Tore) hätte seinen Kontrakt bei der MT zu üppigen Bezügen (kolportiert wird ein Netto-Monatsgehalt von 26 000 Euro) aussitzen können, wäre aufgrund der hochkarätigen Konkurrenz auf seiner Position bei den Nordhessen aber wohl nicht mehr ganz so häufig zum Einsatz zu kommen. Der kroatische Nationalspieler Ivan Martinovic (25), der 2024 zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln wird, und der 2,15 Meter große lettische Rückraumriese Dainis Kristopans (32/Neuzugang vom Paris Saint-Germain) standen bei MT-Trainer Roberto Garcia Parrondo höher im Kurs als Häfner.
Der ehrgeizige Häfner hätte sich zwar dem Konkurrenzkampf gestellt, zumal er noch voll im Saft steht und bekannt dafür ist, in kniffligen Situationen Verantwortung zu übernehmen. Doch die nun gefundene Lösung passt für ihn optimal – auch mit Blick auf die Heim-EM 2024. Und für den TVB erst recht: Im halbrechten Rückraum klemmte es in der Vergangenheit immer wieder.
MT Melsungen musste mitspielen
Jerome Müller warfen regelmäßig Verletzungen zurück, dem abwehrstarken Jan Forstbauer fehlte im Angriff die Konstanz. Was nichts daran ändert, dass der Transfercoup für den TVB einen Kraftakt darstellt. Möglich war er neben der Großzügigkeit der eigenen Sponsoren nur durch Häfners Abstriche am Gehalt und einer finanziellen Beteiligung Melsungens an dem spektakulären Wechsel. „Ich möchte mich auch bei der MT für das Zutun zu diesem Transfer bedanken“, sagte Schweikardt.
Und wie äußerte sich Häfner selbst? „Ich kann es kaum erwarten loszulegen. Voller Vorfreude blicke ich auf die Zukunft und werde alles dafür geben, dass wir die Ziele gemeinsam als Team erreichen werden.“ Schöner Nebeneffekt: Häfner spielt künftig zusammen mit seinem sieben Jahre jüngeren Bruder Max in einer Mannschaft.
Termine
Vorbereitung
Freitag, 4. August, 19 Uhr, Testspiel in der Voralbhalle Heiningen: TSV Heiningen – TVB Stuttgart. Samstag, 5. August, 18 Uhr, Testspiel in der Bertha-Benz-Halle in Pforzheim: SG Pforzheim/Eutingen – TVB Stuttgart. Samstag, 12. August, 17 Uhr, in der Sporthalle Regental in Remseck am Neckar: TVB Stuttgart – HC Erlangen. Mittwoch, 16. August, 19 Uhr in der Wunnensteinhalle in Großbottwar: TVB Stuttgart – HSC 2000 Coburg. Samstag, 19. August, 18 Uhr in der Alfred-Kärcher-Sporthalle in Winnenden: TVB Stuttgart – Wacker Thun.
Bundesliga
TVB – Füchse (Freitag, 1. September, 20 Uhr), HBW Balingen-Weilstetten – TVB (Dienstag, 5. September, 19 Uhr), TVB – ThSV Eisenach (Sonntag, 9. September, 18 Uhr), MT Melsungen – TVB (Freitag, 15. September, 19 Uhr), TVB – VfL Gummersbach (Montag, 25. September, 19 Uhr), Rhein-Neckar Löwen – TVB (Sonntag, 1 Oktober, 15 Uhr), TVB – SG Flensburg-Handewitt (Sonntag, 8. Oktober, 18 Uhr), HSV Hamburg – TVB (Donnerstag, 12. Oktober, 19 Uhr).