Handball Ditzingen ist jetzt richtig in der Schieflage

Von Nathalie Mainka 

Der Württembergligist verliert das letzte Heimspiel der Saison gegen den TSV Alfdorf/Lorch mit 18:19 (7:8). Die Chance, die Klasse noch halten zu können, ist da, aber sehr klein geworden, und nur mit Schützenhilfe der Altensteiger möglich.

Gegen die  starke    Abwehrreihen    der Alfdorfer  im Zentrum     (rechts  Sascha Röhrle)             haben die  TSF   Ditzingen (Hannes Eisele) so ihre Probleme. Foto: Andreas Gorr
Gegen die starke Abwehrreihen der Alfdorfer im Zentrum (rechts Sascha Röhrle) haben die TSF Ditzingen (Hannes Eisele) so ihre Probleme. Foto: Andreas Gorr

Ditzingen - Es ist ein Abstiegskampf gewesen, wie man ihn nicht spannender inszenieren könnte. In der Handball-Württembergliga haben die Männer der TSF Ditzingen gegen den TSV Alfdorf/Lorch nach einem 7:8-Halbzeitstand mit 18:19 Toren verloren. Den letzten Treffer für die Gäste – die Ditzinger mussten nach einer zwei-Minuten-Strafe für Hannes Eisele in Unterzahl spielen – erzielte Robin Schuster zwei Sekunden vor dem Schlusspfiff. Dann brach der Alfdorfer Jubel aus – die mitgereisten Fans feierten ihre Mannschaft, die in diesem Moment den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht hatte.

Im Hintergrund saßen die Ditzinger mit hängenden Köpfen auf der Bank und mussten das Geschehene der letzten 60 Minuten erst einmal verdauen. Zwar haben die TSF nach dieser Niederlage noch immer eine Chance in der Württembergliga zu bleiben, doch die ist sehr klein geworden. Hierfür müssen sie das letzte Auswärtsspiel am 1. Mai (17 Uhr) beim bereits abgestiegenen Schlusslicht TV Neuhausen/Erms gewinnen – und sie sind auf Schützenhilfe des TSV Altensteig angewiesen. Nur wenn der zu Hause gegen den VfL Waiblingen verliert, ist Ditzingen auf Grund des besseren direkten Vergleichs gerettet.

Das Spiel am Samstagabend in der Ditzinger Sporthalle Glemsaue haben die Gastgeber allerdings nicht erst in den Schlussminuten verloren. „Unser Problem war bereits die erste Halbzeit“, sagte TSF-Trainer Jörg Kaaden, „wir haben zwar nicht schlecht verteidigt, doch in der Offensive versuchten wir es mit zu einfachen Abschlüssen, und mit jedem vertanen Angriff hatten wir weniger Mumm.“ Kaadens Vorgabe lautete, weil Alfdorf im Zentrum der Defensive mit Julian Diederich und Sascha Röhrle sehr kompakt stand, den Weg über die Außenpositionen zu finden. Doch das ging mächtig schief. Im Ditzinger Angriff war kein System mehr zu erkennen. „Wir haben durch technische Fehler schnell die Bälle verloren, ein Problem, das uns die ganze Saison hinweg begleitete.“ Nach 20 Minuten Spielzeit lagen die TSF Ditzingen mit 3:7 hinten. Patrick Droxner läutete mit seinen beiden Treffern zum 5:7 eine Aufholjagd ein. Der eingewechselte Marco Dömötör brachte wieder mehr Ruhe und Übersicht ins Spiel und David Thomitzni rief wieder einmal seine Leistung im Tor ab. Der Alfdorfer Simon Bareiß vergab eine ­Siebenmeter-Chance.Yannick Herleth und erneut Patrick Droxner sorgten für den 7:8-Pausenstand. Die Partie war wieder offen.

David Späth aus der zweiten Mannschaft, der für den verletzten Marcus Haselbauer auf der linken Seite aushalf, erzielte gleich nach dem Wiederanpfiff mit einem schönen Tempogegenstoß den Ausgleich zum 8:8. Doch immer wieder leisteten sich die Gastgeber technische Fehler, die verlorenen Bälle verwandelten die Alfdorfer eiskalt in Tore. Erneut lagen die TSF mit zwei Toren hinten, erneut glich Florian Ruoff zum 12:12 aus.

Es waren dann die Feinheiten in den entscheidenden Momenten, die verhinderten, dass Ditzingen das Spiel herumreißen konnte. Hoffnung keimte noch einmal in der 50. Minute auf, als Hannes Eisele die Ditzinger mit 16:15 erstmals in Führung brachte. Gute Chancen, den Abstand zu vergrößern, blieben ungenutzt. Es blieb spannend. In der 58. Minute erzielte Marco Dömötör das 18:17. Alfdorf glich aus. Jetzt war Ditzingen wieder am Zug, Doch nach einem Stürmerfoul von David Späth setzte Alfdorf zum Gegenangriff an. Bei einer Auszeit sammelte Trainer Daniel Wieczorek seine Mannschaft noch einmal. Dann gelang Robin Schuster der entscheidende Treffer zum 19:18-Sieg. TSF Ditzingen: Thomitzni, Biehl, Eisele (4), Falkenburger, Späth (1), Fandrich, Droxner (4), Kienle, Mastalirz, Ruoff (1), Dömötör (2), Herleth (6/4), Weber.