Handball-EM 2026 Diese Teilnehmer aus Württemberg sind noch im EM-Rennen

Lenny Rubin (li.) und Samuel Röthlisberger vom TVB Stuttgart: Jubel mit der Schweizer Nati. Foto: IMAGO/wolf-sportfoto

Von den zwölf EM-Teilnehmern von württembergischen Clubs steht die Hälfte in der Hauptrunde. Auch Lenny Rubin mit der Schweiz. Bleibt er beim TVB Stuttgart?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Am spannendsten machten es die Schweizer mit Lenny Rubin und Samuel Röthlisberger vom Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. Sie haben sich dank eines deutlichen 43:26-Erfolgs gegen Montenegro und der entscheidenden Schützenhilfe Sloweniens auf den letzten Drücker überraschend für die EM-Hauptrunde qualifiziert.

 

„Das Wunder von Oslo“

Entsprechend emotional fiel das Echo in der Medienlandschaft der Eidgenossen aus. „Das Wunder von Oslo ist geschehen“, feierte die „Aargauer Zeitung“: „Die Schweiz zerstört Montenegro im letzten EM-Spiel regelrecht und weil die Slowenen die Färinger schlagen, steht das Team in der Hauptrunde.“

Die letzten Minuten des langen EM-Abends und die bangen Blicke auf das Parallelspiel hatten es in sich: „Nach dem Sieg fahren die Schweizer zurück ins Hotel und schauen sich während des Abendessens das Spiel zwischen Slowenien gegen Färöer Inseln an. Um 22.12 Uhr bricht der Jubel aus. Weil ‚das Wunder von Oslo‘ nach einem 30:27 für die Slowenen Tatsache ist“, berichtete die Zeitung.

In der Hauptrunde trifft das Schweizer Team von Trainer Andy Schmid zunächst an diesem Freitag (18 Uhr) auf Ungarn, dann auf Kroatien (Sonntag, 20.30 Uhr), Island (Dienstag, 15.30 Uhr) und Co-Gastgeber Schweden (Mittwoch, 20.30 Uhr). Abwehrspezialist Röthlisberger kam in der EM-Statistik bisher auf drei Blocks. Rückraumspieler Rubin erzielte in den drei Vorrundenspielen 19 Tore (Wurfeffizienz 65,5 Prozent). Der 2,05-Meter-Mann spielt tendenziell im Nationaldress konstanter als im Verein. Daher ist die Verlängerung seines beim TVB Stuttgart am Saisonende auslaufenden Vertrags weiterhin offen. Ein Angebot zu leicht reduzierten Bezügen soll dem 29-Jährigen vorliegen.

Frisch-Auf-Kapitän Ymir Gislason feiert mit den isländischen Fans das Weiterkommen bei der Euro. Foto: IMAGO/TT

Dass Keeper Miljan Vujovic den TVB am Saisonende verlassen wird, steht dagegen fest. Er betreibt bei der EM erfolgreich Werbung in eigener Sache. Mit seinen Slowenen, die in der Vorrunde mit 38:35 gegen die Schweiz gewannen, zog der 25-Jährige in die Hauptrunde ein. Vujovic kam in den drei Vorrundenspielen auf eine Quote von 33 Prozent gehaltener Bälle. Zum Vergleich: Der deutsche Nationalkeeper Andreas Wolff liegt bei 30 Prozent.

  Ebenfalls in der Hauptrunde steht TVB-Rechtsaußen Kasper Lien mit Norwegen. Der 24-Jährige hat weniger Spielanteile als der Ex-Göppinger Kevin Gulliksen auf seiner Position, weist bei fünf Toren bei fünf Versuchen aber eine 100-Prozent-Quote auf. Am kommenden Samstag (20.30 Uhr/ZDF) trifft Norwegen auf Deutschland.

Ausgeschieden sind dagegen die Stuttgarter Bundesligaspieler Simone Mengon mit Italien und Jakob Nigg mit Österreich. Spielmacher Mengon erzielte 17 Tore bei der EM (Wurfeffizienz 77 Prozent), bestach durch Passgenauigkeit und zahlreiche Assists. Rechtsaußen Nigg traf 12 Mal (63 Prozent).

ten Velde raus, Gislason weiter

Auch Torwart Jorick Pol (28 Prozent gehaltene Bälle) vom TVB (Zweifachspielrecht für TSV Neuhausen) musste mit den Niederlanden die Heimreise antreten, gemeinsam mit dem starken Linksaußen Rutger ten Velde von Frisch Auf Göppingen. Der Rechtshänder erzielte 24 Tore (85 Prozent) und verwandelte alle neun Siebenmeter. Sein Frisch-Auf-Vereinskollege und Abwehrspezialist Ymir Gislason erreichte mit Island die Hauptrunde und startet an diesem Freitag (15.30 Uhr) gegen Kroatien.

Keinen Teilnehmer mehr hat Zweitligist SG BBM Bietigheim bei der EM im Rennen. Trainer Iker Romero verabschiedete sich mit den Österreichern. Für die Torhüter Martin Tomovski (Nordmazedonien/27 Prozent gehaltene Bälle) und Jan Hrdlicka (Tschechien/23 Prozent) kam ebenfalls das Aus nach der Vorrunde.

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