Sein erstes Wort als Kleinkind? „Es war wirklich Ball“, versichert Juri Knorr (23) der Spielmacher der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Mit fünf Jahren jagte er erstmals im Verein, bei den Minis des VfL Bad Schwartau, dem Ball hinterher. Kein Wunder, denn Handball wurde ihm in die Wiege gelegt.
Vater Knorr als Ratgeber
Vater Thomas (52) bestritt 501 Bundesligaspiele und 83 Länderspiele, gewann unter anderem viermal die deutsche Meisterschaft mit dem THW Kiel und zweimal den Europapokal mit der SG Flensburg-Handewitt und dem HSV Hamburg. Aktuell fiebert der Papa auf der Tribüne mit, wenn sein Filius bei der Heim-EM am Ball ist. Nebenbei fungiert Thomas Knorr als Berater und Personal Trainer für den Junior, in der Sommerpause legen die beiden schon mal Extraschichten ein.
Knorr ist kein Einzelfall. In der Handballszene gibt es zahlreiche weitere Fälle von familiärer Vorbelastung. Von den aktuellen deutschen Nationalspielern im erweiterten Kader haben zwei einen prominenten Onkel. Rückraumspieler Nils Lichtlein ist der Neffe von Ex-Nationaltorhüter Carsten Lichtlein, Rechtsaußen Lukas Zerbe der Neffe des ehemaligen Rückraumriesen Volker Zerbe.
Papa Dahmke auch Nationalspieler
Linksaußen Rune Dahmke ist in die Fußstapfen seines Vaters Frank (61) getreten, der immerhin in sechs A-Länderspielen den Adler auf der Brust trug. Dazu kommen einige Bundesligaspieler wie Kian Schwarzer oder Yannick Fraatz mit berühmten Namen. „Ich glaube schon, dass es Handball-Erbmaterial gibt“, sagt Christian Schwarzer, Papa von Kian und Weltmeister von 2007.
Das Umfeld fördert diese Entwicklung. Handball ist eine sehr familiäre Sportart. In der Halle sind die Kinder nah dran, nach dem Spiel besteht die Möglichkeit, auf dem Feld mit dem Ball herumzutollen. Da kommt es schon mal vor, dass sich Bundesligatorhüter nach einem Pflichtspiel noch für ein paar Siebenmeter gegen den Nachwuchs zwischen die Pfosten stellen. Im Fußball wäre das undenkbar.
Dass ein großer Name auch für Druck sorgen kann, steht außer Frage. „Natürlich gibt es auch im Handball die Vergleiche, damit muss jedes Kind leider umgehen“, sagt Schwarzer. Oft hilft es, dass die Sprösslinge auf anderen Positionen spielen und ein handballerischer Vergleich gar nicht möglich ist. Was sie aber gemeinsam haben, ist der Spaß am Handball und der Ehrgeiz es in ihrer Lieblingssportart weit zu bringen.
Wir zeigen einige frühere Handballstars und ihren Nachwuchs. Viel Spaß beim Durchklicken unserer Bildergalerie!