Handball – Entscheidungsspiele Enttäuschung in Reichenbach und Köngen

Die Reichenbacher um Philipp Schaupp (Foto aus dem Hinspiel) sind lange obenauf, kassieren in Hardheim aber eine bittere Niederlage Foto: /Herbert Rudel

Die TVR-Handballer verlieren das Entscheidungs-Rückspiel beim TV Hardheim nach langer Führung mit 26:29 und bleiben in der Verbandsliga.

„Es herrscht eine große Leere.“ – „Die Enttäuschung ist riesig.“ – „Es sind Tränen geflossen.“ – „Es wird eine Weile dauern, bis wir das verarbeitet haben.“ Daniel Roos, der (wieder) spielende Co-Trainer des Handball-Verbandsligisten TV Reichenbach rang nach Worten, fand dann aber doch eine Menge, um das Erlebte zu beschreiben: Nach dem 26:25-Sieg im Hinspiel haben die Reichenbacher das Rückspiel um den Aufstieg in die Oberliga beim TV Hardheim mit 26:29 (12:10) verloren – nach langer Führung. So bleiben sie Verbandsligist. Enttäuschung herrschte auch beim TSV Köngen, der durch die 20:27 (6:13)-Niederlage bei der HSG Walzbachtal die Rückkehr in die Verbandsliga verpasste. „Wir haben zu ängstlich agiert“, sagte Trainer Dominic Fischer angesichts der Erfahrung mit einigen Verletzten beim 27:27 im Hinspiel. Die Handballer des TSV Denkendorf II waren derweil nach der 30:39-Schlappe im Hinspiel ohne allzu große Erwartungen zum TSV Buchen gereist, unterlagen dann dort deutlich mit 14:32 (5:16) und bleiben Bezirksoberligist.

 

Männer – zur Oberliga

TV Hardheim – TV Reichenbach 26:29

„Von den insgesamt 120 Minuten haben wir 105 dominiert, aber die letzten 15 halt nicht“, erklärte Roos und wusste höchsten so ungefähr, woran es lag. Nach 42 Minuten hatten die Reichenbacher noch mit 21:17 geführt. Dann nahmen die von Beginn an um ihre Chance kämpfenden Hardheimer Tim Pussert und Phil Bühler in enge Deckung, die Reichenbacher leisteten sich einige vermeidbare Zweiminutenstrafen und spielten Fehlpässe. Die Hardheimer glichen zum 23:23 aus, zogen auf 27:24 vorbei und brachten den nötigen Sieg trotz Reichenbacher Gegenwehr über die Zeit. „Wir hatten eigentlich alles im Griff und auch am Ende noch die Chance“, sagte Roos kopfschüttelnd.

„Es war wie über die gesamte Saison, wir hatten zu viele Schwankungen. Vielleicht fehlt der jungen Mannschaft auch die Erfahrung“, sagte Roos, der nach langer Verletzungspause selbst wieder auflief und fünf Tore beisteuerte. Woran er und seine Mitspieler auch noch eine Weile zahnen werden: Die Qualifikation für die Entscheidungsspiele kam überraschend. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir Dritter werden und die Chance bekommen“, sagte Roos – aber wenn man sie hat, will man sie auch nutzen. Und wenn man das Ziel dann so knapp verpasste, schmerzt es umso mehr.

Auf der Rückfahrt nach Reichenbach war es entsprechend ruhig im Bus. „Wenn die Vorbereitung beginnt, werden wir merken, was für eine geile Saison wir gespielt haben“, sagte Roos noch. Im Moment herrschen aber erst einmal Leere und Enttäuschung.

TV Reichenbach: Funk, Bauer; Schaupp (2), Hofmann (2), Colin Farrell (1), Wolf, Ewan Farrell (1/1), Fahrion, Küstner (5), Roos (5/1), Bühler (2), Masching, Mäntele (1), Pussert (7).

Zur Verbandsliga

HSG Walzbachtal – TSV Köngen27:20

„Wir haben schon mit dem Aufstieg geliebäugelt und wir hatten nach dem TSV Bartenbach den zweitbesten Kader“, sagte Fischer. Aber angesichts des anstehenden personellen Umbruchs – unter anderem gehen Florian Touet (TSV Deizisau) und Gian-Luca Pupin (Karriereende) – erklärt der Coach auch: „Vielleicht sind wir in der kommenden Saison in der Landesliga gut aufgehoben.“ Er selbst wird wie sein Assistent Kai Schreiweis weitermachen und bekommt Fabrizio Agner als weiteren Co-Trainer dazu. Das Spiel in Walzbachtal vor vollen Rängen bezeichnete Fischer „als eine Nummer zu groß“ für uns, was er auch mit dem Fehlen der Leistungsträger Touet und Hannes Hagelmayer, die sich im Hinspiel verletzt hatten, und dem kleinen Kader begründete. Touet hatte sich das Kreuzbandriss gerissen und wird seinem künftigen Club TSV Deizisau zunächst nicht zur Verfügung stehen. Hagelmayer hatte sich die Schuler ausgekugelt. Zumindest Tim Staiger stand nach auskuriertem Kreuzbandriss wieder ein paar Minuten lang auf dem Spielfeld, Fischer selbst saß zur Sicherheit mit einem Trikot auf der Bank. Die Walzbachtaler zeigten im Gegensatz zu den Köngenern ein gutes Spiel und lagen nach 24 Minuten mit 12:6 in Führung. Auch im zweiten Durchgang hatten die Köngener „mit angezogener Handbremse“ (Fischer) zu wenig entgegenzusetzen.

TSV Köngen: Nothdurft, Novak; Pupin (2), Staiger (3/2), Maier (5/1), Fuß (4), Gramer, Schlichter, Agner, Fischer, Müllerschön (2/1), Kilian (4), Werner.

Zur Landesliga

TSV Buchen – TSV Denkendorf II32:14

Die Denkendorfer reisten mit einem Minikader nach Buchen – und gerieten dort recht schnell auf die Verliererstraße. 3:3 stand es in der 7. Minute, nach 24 Minuten führten die Buchener schon mit 12:4. Die Entscheidung war also früh gefallen, die Buchener jubelten und sind in der kommenden Runde in der Landesliga dabei – und Denkendorfs Trainer Moritz Müller verabschiedet sich nun zum Verbandsligateam des Vereins.

TSV Denkendorf II: Losert; Rausch, Taxis (8/1), Spohn, Beck (5), Pröll, Mltschoch (1), Nödinger.

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