Handball: HC Schmiden/Oeffingen Fragwürdige fünf Minute nach der Pause
Die Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen verlieren mit 26:33 gegen Frisch Auf Göppingen II.
Die Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen verlieren mit 26:33 gegen Frisch Auf Göppingen II.
Sven Bühler war am Samstagabend nach der Schlusssirene ratlos – und auch ein wenig angefressen. Sein Team, die Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen, hatte soeben das Heimduell mit dem zweiten Verbund von Frisch Auf Göppingen mit 26:33 verloren. Und mitverantwortlich für die zweite Saisonniederlage waren gerade einmal fünf Minuten zu Beginn der zweiten Hälfte. In denen zogen die Gäste um die mit einem Vertrag beim Göppinger Bundesliga-Team ausgestattete Linkshänderin Nicola Merz (vier Tore) mit einem 7:1-Lauf vom 13:14-Pausenrückstand auf eine 20:15-Führung davon (35.). „Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte“, sagte ein ratlos dreinblickender HC-Coach. Mit nun vier Minuspunkten ist der HC-Verbund, der sich in den beiden vergangenen Spielzeiten jeweils als eines der beiden Topteams für die Aufstiegsrunde zur dritten Liga qualifiziert hatte, in der Tabelle auf den vierten Platz abgerutscht.
Am Ende freilich mag die Niederlage ein wenig zu hoch ausgefallen sein, verdient war der Sieg der Gäste, die nun mit 10:2 Punkten Tabellenzweite sind, allemal. Und obschon die 33 Gegentore eine Menge sind, gekrankt hat es diesmal bei den Gastgeberinnen vor allem im Angriff: jeweils acht Fehlwürfe in der ersten und zweiten Hälfte, dazu in Summe zehn Paraden der Göppinger Torfrauen, gab es zu notieren. Sinnbildlich war der letzte Wurf von Celina Epp, die zentral freistehend an FA-Keeperin Sophia Bauer scheiterte. Hinzu kamen allein in den zweiten 30 Minuten zehn technische Fehler – ein Wert, der eines Spitzenteams nicht würdig ist. „In der zweiten Hälfte war unsere Angriffsleistung unterirdisch“, sagte denn auch Sven Bühler, der von der 34. Minute an auf Kreisläuferin Silke Lutz verzichten musste. Sie war nach einem Foul an Rückraumspielerin Anna Ehmann von den Unparteiischen mit der roten Karte auf die Zuschauertribüne geschickt worden. Eine harte Entscheidung.
Was Bühler besonders ärgerte war die Tatsache, dass sich beide Teams vor der Pause auf Augenhöhe begegnet waren und sich bis zur 16. Spielminute kein Verbund mit mehr als zwei Toren absetzen konnte. Erst als Celina Epp das 10:7 erzielte betrug der Vorsprung erstmalig drei Tore. Der hatte zwar bis zum 13:10 (27.) Bestand, bis zur Pause verkürzte Frisch Auf den Rückstand aber wieder bis auf ein Tor – 14:13 für den HC. Und auch nach den bereits erwähnten fünf Minuten nach Wiederanpfiff stellten die Gastgeberinnen nicht zwingend das schlechtere Team. Beim 20:22 waren sie wieder auf Schlagdistanz, nachdem Bühler in einer Auszeit deutliche Worte gesprochen hatte. Die allerdings verpufften zu schnell. Ein 5:0-Lauf der Gäste zum 27:20 – die 17-jährige Sara Pilat traf sogar in Unterzahl – brachte die Vorentscheidung. Zumal sich, und auch das war zum wiederholten Male auffällig, keine Spielerin im HC-Trikot als lautstarke Anführerin hervortat, um die Mitspielerinnen noch einmal aufzuwecken.
Wollen die HC-Spielerinnen am nächsten Sonntag, 18 Uhr, beim Spitzenreiter HSG Fridingen/Mühlheim (10:2 Zähler) bestehen, muss einiges besser werden.
HC Schmiden/Oeffingen: Schmid, Bauer – Kuhrt (6/2), Awad (5), Epp (4), Leukert (3), Larissa Bürkle (3/2), Ehrhardt (2), David (1), Holthausen (1), Gaiser (1), Markovic, Kienzlen, Haase, Lutz.