Handball: HC Schmiden/Oeffingen Vollgas bis plötzlich der Akku leer ist

HC-Kapitänin Linda Leukert und ihre Teamkolleginnen bestechen in den ersten 40 Minuten auch mit viel Durchschlagskraft im Angriff Foto: Günter Schmid

Die Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen gewinnen beiFrisch Auf Göppingen II mit 30:29 (17:11), nachdem sie nach 40 Minuten bereits mit 24:15 geführt hatten.

Es war zweifellos die beste Abwehrleistung, die die Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen in dieser Saison gezeigt haben. Und sie war außer der sehr gut aufgelegten Torfrau Chantal Schmid Grundlage dafür, dass die Gäste am Samstag das Spitzenspiel in der EWS-Arena gegen die Bundesliga-Reserve von Frisch Auf Göppingen mit 30:29 (17:11) gewonnen haben. Indes: Der Sieg hätte deutlich höher ausfallen können, wenn denn der Kapitänin Linda Leukert und ihren Mitspielerinnen nach 40 Minuten nicht die Luft ausgegangen wäre. Zu dem Zeitpunkt führte der HC mit 24:15 und war auf dem besten Weg, nach der 26:33-Heimpleite im November mit einem noch deutlichern Sieg auch den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. Die Göppingerinnen hatten die Partie nur bis zum 5:5 ausgeglichen gestalten können, danach war der HC davongezogen. Hinten glänzte Schmid mit sieben Paraden vor der Pause, überdies nötigte die Defensive den oft ideenlosen FA-Angriff zu neun technischen Fehlern.

 

Sophia Mohr und Anna Ehmann treffen für die Gastgeberinnen

Doch nach 40 Minuten ging dann plötzlich nichts mehr beim HC. „Die Spielerinnen waren alle platt, aber nur, weil sie zuvor wirklich alles gegeben hatten“, sagt Jürgen Krause, der in Abwesenheit von Anja Itterheim (privat verhindert) diesmal allein das Sagen am Spielfeldrand hatte. Zwar gingen die HC-Spielerinnen die Göppinger Angreiferinnen nach wie vor beherzt an, doch schafften diese es nun immer öfter, den Ball an die Nebenfrau weiterzuspielen. Nutznießerin war zumeist Sophia Mohr auf der rechten Außenposition. Die Linkshänderin aus Schorndorfs Stadtteil Haubersbronn erzielte sechs ihrer sieben Tore in den letzten 20 Minuten, wobei sie stets bis zur Halbposition einlaufen konnte. Außer der 19-Jährigen, die jüngst bei den Göppingerinnen einen Profivertrag bis zum Juni 2028 unterschrieben hat und künftig auch im Erstliga-Team auflaufen wird, kam auch Anna Ehmann mit zunehmender Spielzeit immer besser in Fahrt. Die Jugendnationalspielerin, die bereits zum Erstliga-Kader gehört, hatte mit ihren am Ende neun Toren maßgeblichen Anteil daran, dass der HC-Verbund zunächst vor und dann auch nach der Pause nicht noch deutlicher davonziehen konnte.

Die letzten 90 Sekunden in Unterzahl

Nach dem 24:15 für den HC gelang den Göppingerinnen ein 6:0-Lauf zum 21:24 (47. Minute), womit die Partie wieder völlig offen war. In dieser Phase war den Gästen nicht nur in der Abwehr der Kräfteverschleiß anzumerken, sondern auch im Angriff. Das Spiel in die Tiefe und die Durchschlagskraft fehlten plötzlich gänzlich, ebenso die Ideen für kreative Lösungen. Die oft unvorbereiteten Würfe landeten entweder neben dem Tor oder waren sichere Beute von Sophia Bauer, die nach der Pause zwischen den Göppinger Pfosten stand. Beim 27:29 waren die Göppingerinnen zum zweiten Mal nach der Pause auf zwei Tore dran, doch ein verwandelter Siebenmeter von Linda Leukert zwei Minuten vor der Schlusssirene zum 30:27 brachte die Vorentscheidung. Es war mit der wichtigeste Treffer im Spiel, denn nach den Zeitstrafen für Nicola David und Silke Lutz binnen neun Sekunden wegen Trikothalten musste der HC-Verbund die letzten 90 Sekunden in Unterzahl spielen. Der 29:30-Anschlusstreffer für die Gastgeberinnen vier Sekunden vor dem Ende kam dann aber zu spät. Letztlich durften die Gäste jubeln.

Am Sonntag folgt schon das nächste Spitzenspiel

Mit dem Sieg ist der HC zwar nun nach Minuspunkten mit FA Göppingen II gleichgezogen, liegt aber noch immer auf dem dritten Platz. Am kommenden Sonntag steht schon das nächste Spitzenspiel im Terminkalender. Dann treten Linda Leukert und Co. beim Spitzenreiter HSG Stuttgarter Kickers/TuS Metzingen II an. „Ich hoffe, dass unsere Luft dann länger als 40 Minuten reicht“, sagt Jürgen Krause, der freilich mit dem Ergebnis in Göppingen sehr zufrieden war. Ebenso mit der Entwicklung, die das Team derzeit nimmt. „Vor drei Wochen hätten wird das Spiel vielleicht noch verloren.“

   HC Schmiden/Oeffingen: Schmid, Hoffrichter – Bürkle (7/3), Leukert (6/1), Awad (6), Kuhrt (4/3), Nicola David (2), Lutz (2), Holthausen (1), Kienzlen (1), Ehrhardt (1), Epp, Gaiser, Markovic.

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