Handball: HSG Leinfelden-Echterdingen Wechsel fix: Eine Rückkehrerin wird neue Echterdinger Trainerin

Auf Silke Zindorf (links) folgt bei der HSG Leinfelden-Echterdingen Mona Binder (rechts). Foto: Archiv/Bergmann, Archiv/Baumann

Der Regionalligist verpflichtet Mona Binder als Nachfolgerin der scheidenden Silke Zindorf. Zudem stehen im Kader je vier Ab- und Zugänge fest. Ein wichtiger Punkt fehlt nun aber noch.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Es soll ja Jobs geben, in denen man am Ende eher stressfrei in den Ruhestand gleitet. Seit desem Wochenende ist klar: Jener von Silke Zindorf gehört nicht dazu. Denn zwei Spieltage vor Saisonschluss in der Regionalliga bleibt es für die Trainerin und ihre Handballerinnen der HSG Leinfelden-Echterdingen eine wacklige Nummer. Das wichtigste Abschiedsgeschenk, der Klassenverbleib, lässt nach der 22:28-Heimniederlage gegen die Bundesliga-Reserve der Sport-Union Neckarsulm weiter auf sich warten. Sicher ist im Hinblick aufs nächste Spieljahr bislang nur dies: dass es bei den Echterdingerinnen einen Kaderumbruch geben wird. Dass Zindorf eben aufhört. Und dass beim Filderclub erneut eine Frau den Chefposten an der Seitenlinie übernimmt. Als Nachfolgerin steht inzwischen Mona Binder fest.

 

Für Zindorf ist damit nach zwei Amtsjahren in den Goldäckern Schluss. Nicht nur dies: Stand jetzt überhaupt im Trainergeschäft, in welchem sie es gar auf rekordverdächtige 38 Spielzeiten in Serie bringt. „Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, mal Pause zu machen“, sagt Zindorf und betont: „Es stimmt hier alles, es macht Spaß.“ Aber: „Nach einer so langen Zeit kann man dann ja schon sagen: Ist jetzt auch mal genug.“ Diese Überlegungen tat die 54-Jährige auch den Abteilungsverantwortlichen gegenüber kund, letztlich mit dem Gesprächsergebnis, fortan getrennte Wege zu gehen. Einig sind sich Zindorf und die Spielleiterin Daniela Soldner in der Einschätzung: „Frischer Wind wird der Mannschaft gut tun.“

Bringen soll diesen eine Rückkehrerin. Wie gesagt: Mona Binder – ein Name, bei dem es im Echterdinger Anhang bei manch einem klicken mag. War da nicht mal was? Richtig, Mitte des vorigen Jahrzehnts, von März 2014 an, war Binder schon einmal in Echterdingen engagiert. Erst 14 Monate lang als Spielerin, dann eine Saison als Co-Trainerin unter dem damaligen Coach Manfred Haase. Seither war der Kontakt nie ganz abgerissen. Als nun unlängst verlautete, dass Binder ihrerseits zum Rundenende beim Verbandsligisten SV Leonberg/Eltingen aussteigt, wurde Soldner hellhörig. Zuletzt hat die Auserwählte ein Probetraining bei ihrem künftigen Team geleitet. Dies war quasi der finale Einstiegstest. Danach waren laut Soldner alle Beteiligten überzeugt: Das passt.

„Wir freuen uns auf eine junge, dynamische Trainerin“, sagt Soldner. Eine, die zudem über höherklassige Erfahrung verfügt. Als Rückraumakteurin warf Binder unter anderem Tore für die TG Nürtingen in der dritten Liga. Ihr Heimatverein ist der TSV Deizisau. Im Beruf arbeitet die 39-Jährige als Lehrerin.

Vier Abgänge, vier Zugänge

Gestalten müssen wird sie in Echterdingen ein Stück weit einen Neuaufbau. Denn außer Zindorf gehen auch vier Spielerinnen, darunter als schmerzlichster Verlust die Mannschaftskapitänin Celina Epp. Sie, bisher zugleich Abwehrchefin, schließt sich wie berichtet dem Staffelrivalen und Aufstiegsanwärter HC Schmiden/Oeffingen an. Zum einen des sportlichen Anreizes wegen, zum anderen, weil sie damit fortan einen deutlich geringeren Fahrtaufwand haben wird. Epp wohnt in Winterbach.

Ebenso vor dem Abschied stehen die Torhüterin Katharina Wolf (Karriereende), die inzwischen von einem Kreuzbandriss genesene langjährige Spielmacherin Ann-Kristin Seiter (zurück zum TV Reichenbach/Landesliga) und Melissa Hick (Handballpause).

Demgegenüber ist eine gleiche Anzahl an Neuzugängen fix – keine davon älter als 21 Jahre. Der Verein setzt also auf „Jugend forsch“, auf Spielerinnen mit Perspektive. Namentlich: Julia Rienhardt (HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf, Rückraummitte), Emely Janiak (TG Pforzheim, Kreis) sowie Luisa Thellmann (Tor) und Leila Knapp (Rechtsaußen). Die beiden Letztgenannten, jeweils Jahrgang 2006, kommen wie Binder aus Leonberg/Eltingen. Freilich: nicht als Mitbringsel. Ihr Transfer war zuvor schon ausgemacht.

Die Kaderplanung ist aus Soldners Sicht damit abgeschlossen. Bleibt nur noch eines zu klären: die Klassenzugehörigkeit. Der aktuelle sechste Tabellenplatz würde für das ursprüngliche Mindestziel, den Ligaverbleib, reichen. Jedoch: nur knapp dahinter, bei Rang acht, beginnt bereits die kritische Zone. Möglich sind, abhängig vom Ausgang in der dritten Liga und in den Aufstiegsspielen, vier bis sieben Absteiger.

Am Samstagabend schnupperten die Echterdingerinnen gegen den Dritten Neckarsulm an einer Überraschung. Sie führten mit 7:3 und 13:10, ehe die schlechte eigene Chancenverwertung mit unter anderem drei verworfenen Siebenmetern zum Handicap wurde und auch der Gegner seine Klasse ausspielte. Am Start waren die Gäste mit drei Ex-Kräften ihrer ersten Mannschaft aus der Bundesliga (Schneider, Lütke, Breidert).

Happy End somit verschoben. Zwei weitere wohl Matchball-Chancen bleiben mit den Spielen zuhause gegen die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen (29. März) und in Heiningen (5. April). Die Noch-Trainerin Zindorf sagt: „Wir haben alles unverändert selbst in der Hand. Ich bin zuversichtlich, dass wir die noch nötigen Punkte holen.“

Fürs beidseitige Abschiedsgeschenk. Alles andere wäre ein ganz bitterer Schluss.

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