Handball – Jahresrückblick im Kreis Esslingen Triumphe, Tiefs und Trainerentscheidungen

Fliegt wieder im Neuhausener Trikot: Lukas Fischer. Foto: /Herbert Rudel

Die Handballerinnen und Handballer der Region feierten in 2024 Aufstiege und mussten Abstiege verkraften. 2025 hoffen einige auf Besserung.

Reporter: Sigor Paesler

Zum Jahresabschluss gab es noch mal ein schönes Highlight: Sporthalle 1 in Nellingen, volle Ränge, Derby der Regionalliga zwischen der HSG Ostfildern und dem TV Plochingen mit einem deutlichen 36:25-Sieg der Ostfilderner. Es war Werbung für den Handballsport und macht schon Lust auf den traditionsreichen EZ-Pokal vom 4. bis 6. Januar den Berg runter im Sportpark Weil. Ansonsten hatte 2024 für die Handballerinnen, für die Handballer und ihre Fans alles zu bieten von spannenden Spielen, Überraschungen, Auf- und Abstiegen.

 

In der 3. Liga hieß es: Aus drei wurden zwei. Die Frauen des TV Nellingen, einstmals eine Größe in der 2. Bundesliga und ein paar Jahre lang sogar Bundesligist, haben mit dem Abstieg aus der 3. Liga in die wiedereingeführte Regionalliga den vorläufigen Tiefpunkt einer schleichenden Entwicklung erreicht. Auch in Liga vier lief es nicht nach Wunsch, was im Oktober zur Trennung von Trainer Jan Hirschmüller führte. Dass es in 2025 noch mal eins runter geht, ist nicht auszuschließen – unter dem neuen Coach Romuald Guervilly aber herrscht Optimismus, dass das Talent im Team ausreicht. Und wie immer liegt in allem ja auch eine Chance.

Brack kommt für Klisch

Während die Frauen des TSV Wolfschlugen mit dem neuen Coach Simon Hablizel in der 3. Liga oben mitmischen und es viel Harmonie herrscht, war die wichtigste Nachricht bei den Männern des TSV Neuhausen die Trennung am Saisonende von Trainer Tobias Klisch. Sie werden ihm auf den Fildern nicht vergessen, dass er dem Verein die sorgenfreiste Drittliga-Saison -2023/2024 – beschert hat, an die man sich erinnern kann. 15:15 Punkte zum Ende 2024 sind nicht schlecht, aber trotz von der berühmten Papierform her stärkerem Kader gab es Differenzen. Im Sommer übernimmt Daniel Brack.

Auch beim Neuhausener Jugend-Kooperationspartner und Regionalligisten HSG Ostfildern herrschte nach der starken Aufstiegssaison 2023/2024 zunächst etwas Ernüchterung. So richtig schlecht lief es nicht, so richtig gut aber auch nicht – zum Jahresschluss versöhnte jedoch eine Drei-Siege-Miniserie. Es kann eben nicht immer nur nach oben gehen. Das wissen sie auch beim Ligakonkurrenten TV Plochingen, bei dem das neue Konstrukt mit dem Trainergespann Michael Stettner/Volker Haiser und einem – wiederholten – personellen Umbruch den erwarteten Stotterstart hatte. Auch stehen die Chancen gut, dass die zweite Saisonhälfte besser wird als die erste.

Es ist noch nicht so lange her, da waren auch der TSV Deizisau und der TSV Wolfschlugen Viertligisten. Die Deizisauer waren es sogar bis zum Sommer 2024. Das einjährige Gastspiel in der damaligen Baden-Württemberg Oberliga war eins zum Vergessen. In der neuen Saison eins tiefer in der Oberliga mit dem neuen Trainer Georgios Chatzigietim gab es zwar endlich wieder ein paar Siege – über einen Platz in der unteren Tabellenhälfte kam die Mannschaft bislang aber nicht hinaus. Ganz anders die Wolfschlugener. Im Stillen haben sie schon nach oben geschaut, dass sie das Jahr auf Platz eins abschließen würden, war aber nicht unbedingt zu erwarten. Regionalliga, wir kommen? Gut möglich. Aber noch wollen sie davon in Wolfschlugen nichts hören.

Bei den Frauen sind aus der Region der TSV Köngen und der TSV Denkendorf in der Oberliga am Start. Und siehe da, Aufsteiger Denkendorf steht in der Tabelle vor dem Nachbarn, immerhin haben beide ein positives Punktekonto.

In der Verbandsliga gibt es ein Frauen- und bei den Männern nach dem Abstieg des TSV Köngen noch die SG Hegensberg/Liebersbronn, den TV Reichenbach, den TSV Denkendorf und das Team Esslingen. Zwei Dinge fallen am Ende von 2024 vor allem auf: Der von vielen erwartete Zweikampf an der Spitze zwischen dem SKV Unterensingen und der SG Heli kommt erst langsam in Fahrt. Das liegt aber nicht an den Unterensingern, die mit blütenweißen 22:0 Punkten an der Spitze der Tabelle thronen. Bei den Berghandballern zeigt sich, dass sie mit dem neuen Coach Veit Wager doch einen größeren Umbruch zu verarbeiten hatten. 14:6 Zähler und Platz drei lautet dennoch das ordentliche Zwischenzeugnis. 2025 könnte die Aufholjagd beginnen. Unten war zwar die Jahresabschlussniederlage des Team Esslingen gegen Unterensingen keine Überraschung, das insgesamt schwache Abschneiden der Esslinger – drei Siege, acht Niederlagen – schon.

Wagner und Straub auf Abschiedstour

Bei den Reichenbachern und Denkendorfern läuft auf den Rängen fünf und sechs alles in geordneten Bahnen – eine Nachricht, die auf viel Interesse stieß, gab es bei den Denkendorfern trotzdem: Wie bei den Esslingern Christian Straub hat Trainer Ralf Wagner angekündigt, seinen Posten am Ende der Saison abzugeben. Bei Straub nach sieben – allerdings bei verschiedenen Mannschaften des Vereins –, bei Wagner nach unglaublichen zehn Jahren. Moritz Müller steigt von der zweiten zur ersten Mannschaft auf und übernimmt.

Aufstiegsjubel gab es nicht nur bei den Denkendorfer Frauen, sondern auch bei denen der SG Hegensberg/Liebersbronn, die sich im Laufe der Verbandsliga-Saison gleich mal weiter über den guten fünften Platz zum Jahresabschluss freuen durften.

Das sieht eins drunter bei den Frauen des Team Esslingen ganz anders aus: Die Aufstiegseuphorie ist der Ernüchterung gewichen – klar beim Blick auf die Tabelle mit zwei Punkten aus neun Spielen und dem letzten Platz. Ganz oben stehen derweil der TSV Neuhausen und der TV Reichenbach, bei dem der Abstieg am Ende der vergangenen Saison nicht als Beinbruch wahrgenommen wurde – weitermachen und sich daran freuen, dass es wieder mehr Siege gibt.

Das galt auch für die Köngener Männer, auch wenn sie nach dem starken Saisonstart durch eine kleine Schwächephase am Ende des Jahres im Zweikampf an der Spitze mit dem TSV Bartenbach etwas ins Hintertreffen geraten sind. Aber auch hier gilt: 2025 kann es wieder viel besser laufen.

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