Frauen
HSG Cannstatt-Münster-Max-Eyth-See: Die HSG Ca-Mü-Max hat in der Staffel 1 bereits einen Arbeitsnachweis in diesem Jahr erbracht. Zum vorverlegten Rückrundenstart gab es im Heimspiel gegen den SV Leonberg/Eltingen 2 eine 22:26-Heimniederlage. Vor dem erneuten Heimspiel an diesem Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Schulzentrum Neugereut) gegen das Schlusslicht HC Oppenweiler/Backnang 2 steht das Team von Trainer Timo Riedel mit 9:11-Zählern auf Platz fünf. Und damit „im unteren Bereich unserer Zielsetzung“, sagt Riedel.
Das Problem bei den Cannstatterinnen: die Kadergröße mit häufigen Veränderungen. So würden Studentinnen kommen und wieder gehen – wie nun aktuell die Leistungsträgerinnen Ronja Hüppchen und Johanna Jassniger (beide Auslandssemester). Zudem musste Johanna Veser indes endgültig die Segel streichen. „Ihre Schulterverletzung hat sie Mitte der Vorrunde zum Aufhören gezwungen.“ Derweil stießen vor der Runde einige Spielerinnen aus der eigenen A-Jugend und Zweitvertretung zum Team, die es gelte, weiter an das Niveau der Landesliga heranzuführen. Dementsprechend steht der zweite Teil der Runde bei der HSG unter dem Motto „Weiterentwicklung für die kommende Saison, um dann den nächsten Schritt zu machen“, erklärt Riedel, der die Ca-Mü-Max-Frauen mittlerweile die zweite Saison anleitet. Gleichwohl will der Coach mit den Seinen durchaus noch etwas in der Tabelle klettern – „Platz vier wäre gut“. Dafür versucht er im Training verstärkt an den Angriffsaktionen mit seinen Spielerinnen zu feilen. In diesem Bereich sieht er am meisten Verbesserungspotenzial. „Vorne fehlen noch die Abgeklärtheit und der Spielwitz. Wir müssen einen hohen Aufwand betreiben, um einen Treffer zu erzielen.“ Dem gegenüber ist er mit der Defensivleistung hoch zufrieden. „Die offensive, ballorientierte Deckungsarbeit ist unsere Stärke“, weiß der 29-Jährige.
HSG Leinfelden-Echterdingen 2: Die Aufsteigerinnen erlebten eine gemischte Hinrunde in der Staffel 3. „Mit der Spielweise der Mannschaft sind wir zufrieden, nur die Ergebnisse waren bislang nicht so wie erhofft“, sagt die sportliche Leiterin Lena Fink. Immer wieder musste sich die Regionalliga-Reserve unglücklich knapp geschlagen geben. „Es hat oftmals die Coolness gefehlt, unser Spiel runterzuspielen“, berichtet Fink. Die Konsequenz: Die HSG Leinfelden-Echterdingen 2 steht auf dem letzten Tabellenplatz. „Vom Können und vom Potenzial gehören wir aber ins Mittelfeld“, sagt Fink. Das hätten auch viele Gegner dem Verein in dieser Runde widergespiegelt.
Ihr volles Können gezeigt haben die HSG-Spielerinnen im Duell mit dem HC Wernau. Gegen den Tabellensiebten setzte sich das Team von Trainer Julian Wiesner deutlich mit 36:19 durch. „Bislang lag uns Wernau nicht so. In dem Spiel haben wir richtig gut gespielt“, sagt Fink. Auch zum Hinrundenabschluss hielt die HSG gegen den ungeschlagenen Tabellenführer TV Reichenbach lange gut mit, musste sich dann aber mit 26:30 geschlagen geben. Erst am 7. Februar startet die HSG in der Sporthalle Goldäcker gegen eben jenen TV Reichenbach in die Rückrunde. Ziel bleibt dann weiterhin der Klassenverbleib. „Ich bin überzeugt, dass das auch realistisch ist. Wir haben das nötige Teamgefüge und die individuelle Klasse“, sagt Fink. Um auf der sicheren Seite zu sein, peilt die sportliche Leiterin den siebten Platz an.
Einen Impuls erhofft sich Fink von Viktoria Lachmann. Die Torhüterin kehrt von der Sportunion Neckarsulm zurück und soll die neuralgische Position zwischen den Pfosten stärken. „Mit ihrer Klasse kann sie bei engen Spielen den Unterschied ausmachen.“
Männer
HBi Weilimdorf/Feuerbach: Beim Neuling in der Staffel 2 wurde der Klassenverbleib als Saisonziel ausgegeben. Wie viele Punkte dafür aber nötig sind, hat weder die Mannschaft noch Trainer Markus Lenz, der im Sommer Aufstiegscoach Ivan Toldo beerbt hat, festgelegt. Vielmehr gab KI die Richtung vor. Bei zwölf Mannschaften, was braucht man da für den Nichtabstieg? Das befragten die Hbiler das Hilfsmittel via Computer. Folgendes spukte dieser aus: „16 bis 18 Punkte“, berichtet Coach Lenz schmunzelnd. Geeinigt haben sich er und die Seinen auf 18 Zähler. Nach der Hinrunde steht das Team kurz vor dem Ziel. 14 Punkte wurden eingesammelt, was aktuell Platz fünf bedeutet. Die fehlenden vier sollen in den nächsten drei, vier Spielen eingefahren werden, so Lenz. Und dann? „Sind die Hausaufgaben erst mal gemacht, fällt der Druck ab, kommt voraussichtlich die Leichtigkeit zurück und wir können den Platz im vorderen Drittel halten, vielleicht sogar noch verbessern“, sagt der 45-jährige Lehrer. Doch für den Moment herrscht Zufriedenheit. Hervorgerufen, auch wenn es für Lenz „abgedroschen klingt“, wie er selbst sagt, durch die mannschaftliche Geschlossenheit. Vor allem in Bezug auf die Defensive, die in Verbindung mit den insgesamt drei Torhütern Lukas Petschinka, Justin Thielen sowie Jona Schickardt einen guten Job gemacht habe. Im Schnitt kassiert die Nord-Stuttgarter-Spielgemeinschaft mehr als ein Tor weniger als im Vorjahr, damals ja eine Klasse tiefer. Das spreche für sich, für gewöhnlich kassiere man nach einem Aufstieg mehr.
Generell ist der Coach auch mit dem Angriff zufrieden, sieht dort aber noch das größte Verbesserungspotenzial. Variabler, flexibler und vor allem schneller sind die Stichworte. Besonders den Tempohandball will Lenz seinen Schützlingen im wahrsten Sinne des Wortes „schnell“ beibringen. Anstatt sich ständig 60, 70 Sekunden im Angriff abzumühen, seien die schnellen Tore über die erste oder zweite Welle so nach zehn, 15 Sekunden wichtig – auch in Hinblick auf den Gegner. „Diese Tore schmerzen jeden Kontrahenten.“ Vielleicht auch den souveränen Spitzenreiter HC Oppenweiler/Backnang 2, zu dem die HBi zum Rückrundenauftakt am 24. Januar (16 Uhr) muss. Dieser hat erst zwei Punkte abgegeben. Genau – eben gegen den HBi. Deshalb: „Was einmal gelingt, kann auch ein zweites Mal gelingen.“
MTV Stuttgart: Während eben für die HBi nächste Woche der Rückrundenauftakt ansteht, ist für den Lokalrivalen MTV Stuttgart die Hinrunde noch gar nicht abgeschlossen. Daran wird an diesem Samstag im Heimspiel (20 Uhr, Sporthalle West) gegen den TV Stetten ein Knopf gemacht. Und mit einem Sieg kann das Team des Trainerduos Peter Kolb/Nicolas Joyeux zum Überholmanöver ansetzen. Nicht nur die HBi, sondern auch Stetten hinter sich lassen und den vierten Tabellenplatz einnehmen. Dann wäre auch die letztjährige Rangordnung wiederhergestellt. Denn die Kräherwald-Werfer stiegen als Meister der Bezirksoberliga auf, im Schlepptau eben Stetten und die HBi.
Gleichwohl wie die Partie am Samstag ausgeht, ist Trainer Kolb mit seiner Mannschaft bislang sehr zufrieden. Der Klassenverbleib war das primäre Ziel, das „dürften wir wohl recht problemlos schaffen“, ist er sich sicher. Sein Team besticht vor allem durch Nervenstärke – und das in der Crunchtime, sprich in der Schlussphase der Partien. „Die Jungs sind fit, bleiben gelassen und können gegen Ende immer noch ihre volle Leistung abrufen. So haben wir einige Spiele auf der Zielgeraden noch umgebogen und für uns entschieden, teilweise gar mit dem letzten Angriff.“ Apropos Angriff. Das Paradestück der West-Stuttgarter und aktuell der zweitbeste der Liga. Im Schnitt knapp über 30 Mal setzten die MTV-Akteure dem Gegner pro Begegnung das Spielgerät in die Maschen. Nur der zweitplatzierte SV Salamander Konwestheim trifft rund einmal mehr. Zielgenauester MTV-Werfer mit 50 Toren aus neun Spielen ist derzeit Rückraumitte-Akteur Jannik Finkbohner.
Auch wenn die Torausbeute sich sehen lassen kann, glaubt der Coach, es geht noch mehr: „Zwei pro Spiel könnten wir durchaus noch draufsatteln“ – und hinten etwas dichter halten. Denn: Im Schnitt kassiert der MTV rund 29 Gegentore – „zu viel, da müssen wir ran“. Insgesamt profitiert das Kräherwald-Team von „einem großen, ausgeglichenen Kader“. Aus diesem Grund kann auch der verletzungsbedingte Ausfall des Leistungsträgers auf Linksaußen – Oskar Golatowski – kompensiert werden. Dieser zog sich kurz vor der Pause einen Kreuzbandriss zu.
Mit dem Spiel am 24. Januar beim drittletzten SG Weinstadt 2 – in der Vorrunde gewann der MTV das Duell mit 34:28 – beginnt dann für die Kolb-Truppe in einer Woche ebenfalls die zweite Saisonhälfte.
EK Bernhausen: Noch läuft es für das Eichenkreuz-Team in der Staffel 3 nicht wirklich rund. Die Bernhausener stecken noch immer in einem größeren Umbruch. Der langjährige Kapitän Ulrich Bückle, Torgarant Markus Haag sowie Keeper David Stäbler haben Platz für neue, jüngere Spieler gemacht. Doch die Ergebnisse lassen bislang noch zu wünschen übrig. Nur dreimal ging der christliche Verein als Sieger von der Platte und belegt aktuell Rang zehn. „Die Statistiken und die Leistungen sind nicht befriedigend“, sagt der Spielertrainer Ruben Schumacher.
Sein Team habe in dieser Runde immer wieder größere Probleme. In der Offensive fehle der Mannschaft die nötige Feuerpower. Einzig von Clemens Wandel geht durchweg Torgefahr aus. Doch wenn sich die Gegner auf den Bernhausener Rückraumspieler eingestellt haben, dann ist auch nahezu die gesamte EK-Offensive ausgeschaltet. „Wir sind aktuell ein Tick zu sehr von seiner Leistung abhängig. Uns fehlt aktuell die Breite und die Hilfe für ihn“, gesteht Ruben Schumacher. Ein Grund ist, dass mit den Brüdern Luca und Timo Schumacher zwei Leistungsträger die komplette Saison ausfallen. Die Lücken der beiden Rückraumspieler versuchen die beiden Außen Ruben Schumacher und Reto Kraus positionsfremd zu füllen.
In der Rückrunde wollen die Bernhauser weiter an ihren Schwachstellen arbeiten. „Wir wollen durch Schnelligkeit und Agilität besser werden“, sagt der 29-Jährige Schumacher. Ziel ist neben dem Klassenverbleib jedoch weiterhin, junge Spieler aus dem Ort einzusetzen und weiterzuentwickeln.
Noch gebe es jedoch ein zu großes Leistungsgefälle zwischen seinem Team und den Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. Deutlich wurde dies im Derby gegen den TSV Köngen. Im letzten Heimspiel vor der Weihnachtspause erzielten die Bernhausener keine 20 Tore und verloren mit 19:32. „Das war ein Tiefschlag“, sagt Schumacher. Gegner ist zum Rückrundenauftakt am kommenden Samstag um 19.45 Uhr in der Elisabeth-Selbert-Halle die HSG Owen-Lenningen.