Handball-Landesliga: Hbi Weilimdorf/Feuerbach Von wegen gekommen, um zu bleiben
Den Frauen von Hbi Weilimdorf/Feuerbach gelingt der Durchmarsch von der Bezirks- in die Verbandsliga. Worin das Erfolgsgeheimnis liegt.
Den Frauen von Hbi Weilimdorf/Feuerbach gelingt der Durchmarsch von der Bezirks- in die Verbandsliga. Worin das Erfolgsgeheimnis liegt.
Auf der Homepage von Hbi Weilimdorf/Feuerbach steht: gekommen, um zu bleiben. Gemeint war das Saisonziel vor dieser Landesliga-Runde. Die Handballerinnen aus dem Stuttgarter Norden sind aber keineswegs geblieben, vielmehr gegangen. Grund: der Durchmarsch. Auf den Titelgewinn in der Bezirksliga folgt nun jener in der Landesliga – eingetütet durch einen 37:21-Sieg im finalen Saisonspiel gegen die HSG Fridingen/Mühlheim II.
Wie sich die Zeiten doch ändern. Das nahezu identische Team stieg vor drei Spielzeiten noch aus der Landes- in die Bezirksliga ab. Verändert hat sich seitdem nicht viel. Dazugekommen sind aus der „eigenen A-Jugend Sophie Weckerlein, Lisa Schumacher, Carolina Bleicher und Juli Haußer sowie von außerhalb Franziska Schramm“, berichtet der Meistertrainer Jérôme Staehle. Er selbst stieg eben zu Bezirksliga-Zeiten als Co-Trainer von Markus Kuschke (inzwischen immer noch Torwarttrainer und Jugendkoordinator im Verein) ein und übernahm den Chefposten vor dieser Runde. Und der Grundstein zum Durchmarsch wurde laut dem A-Lizenz-Inhaber Staehle bereits bei seinem Einstieg gelegt: „Wir haben das Trainingspensum erhöht.“ Konkret: von zwei auf drei Übungseinheiten pro Woche, und das auch in der spielfreien Zeit.
Der Vorteil des so gut wie konstant gebliebenen Kaders: Die Spielphilosophie von „harter Abwehr, temporeichem Umschalten und somit schnellen Toren“ war allen bekannt und verinnerlicht. Nur das Zusammenspiel sei noch weiter perfektioniert worden, sagt Staehle, der über die Jahre bei seinen Spielerinnen eine enorme Entwicklung erkannt hat. Nicht nur im spielerischen, auch im mentalen Bereich. Gab es in dieser Runde knappe Spiele – insgesamt wurden nur drei verloren –, so hieß der Sieger meist Weilimdorf/Feuerbach. Auch gegen den hartnäckigsten Widersacher, die HSG Baar, die nach zwei nervenaufreibenden Begegnungen mit 30:28 beziehungsweise 27:26 besiegt wurde. Außer der psychischen Wiederstandfähigkeit sieht der Coach den großen, ausgeglichenen Kader als Erfolgsgeheimnis des erneuten Meisterschaftsgewinns. 19 Spielerinnen standen zur Verfügung. Qualitativ sind laut Staehle „alle auf einem ähnlichen Level“.
Die beste Schützin war Simone Müller mit 108 Tore Saisontoren. Im internen Ranking folgen Antonia Pranjic und Lilli Paul mit 79 beziehungsweise 61 Treffern. Der Rest verteilte sich mehr oder weniger gleichmäßig auf viele verschiedene Spielerinnen. Ein Indiz für die Ausgeglichenheit, so Staehle, der unter anderem bereits die Zweitliga-Frauen aus Waiblingen trainiert hat.
Nun sind die Hbi-Frauen also in der Verbandsliga und setzen auch dort wieder auf personelle Konstanz. Als Abgang steht nur Sophie Weckerlein zur HSG Strohgäu fest. Und so wird auch eine Spielklasse höher gelten: „gekommen, um zu bleiben“. Was das für Folgen haben kann, hat die jüngste Vergangenheit gezeigt.