Handball – Landesliga „Vielleicht tut uns das auch mal ganz gut“ – Neuhausen II verliert in Köngen

Die Köngener und Leon Agner landen gegen Neuhausen II einen Coup. Foto: Michael Treutner

Die Landesliga-Handballer des TSV Köngen bringen dem Spitzenreiter TSV Neuhausen II beim 34:27 die erste Schlappe seit rund eineinhalb Jahren bei.

Bei der Frage nach der zuvor letzten Niederlage kommt Handballtrainer Marco Schwab vom TSV Neuhausen II ins Grübeln – nach längerer Denkpause kommt dann doch eine Antwort: „Vor rund eineinhalb Jahren in Grabenstetten in der Bezirksliga.“

 

Nach dem Durchmarsch bis in die Landesliga hat es die Neuhausener im Derby beim TSV Köngen allerdings wieder erwischt: Mit 27:34 (9:16) unterlagen die Filderhandballer – die mit davor erst zwei jeweils aus einem Remis resultierenden Punkten indes weiter von der Tabellenspitze grüßen, den Hausherren. Bei denen war die Freude über den Coup natürlich groß: „Wir wollten das erste Team sein, das Neuhausen schlägt – das haben wir geschafft“, sagte der Köngener Coach Dominic Fischer stolz. Erwartet hatte er das sicher nicht: „Wir waren ganz klar der Underdog in diesem Spiel.“

Trotz einer nicht optimalen Trainingswoche – teils stand Fischer krankheitsbedingt mit gerade mal vier Spielern in der Halle – starteten die Köngener höchst engagiert in die Partie und übernahmen bereits beim 2:1 (4.) die Führung, die sie bis zur Schlusssirene nicht mehr abgaben. Dank einer robusten 3:2:1-Formation in der Defensive stellten die Köngener die Neuhauser immer wieder vor Probleme. Für Fischer war das der Schlüssel: „Ich bin sehr stolz auf die Abwehr, wir waren gut eingestellt und haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Besonders, dass Neuhausens Linksaußen Benjamin Schwab, sonst ein wertvoller Torgarant der Filderhandballer, praktisch keinen Stich machte, freute Fischer, der auch für die kommende Saison in Köngen zugesagt hat.

Gegen die Köngener 3:2:1 habe sein Team nicht gut ausgesehen, gab Neuhausens Trainer Schwab zu. Zu den vielen technischen Fehlern gesellte sich eine mickrige Torausbeute: „Mit 50 Prozent verworfenen Bällen kann man nicht gewinnen“, ärgerte sich Marco Schwab. Im Gegensatz dazu trumpfte Köngens Neuzugang Lars Hamann, der in der Winterpause vom Verbandsligisten SV Remshalden gekommen war, allein in Abschnitt eins mit sieben seiner insgesamt elf Treffer auf. „Er hilft uns richtig weiter, auch in Sachen Spielsteuerung“, lobte Fischer den neuen Mann im Rückraum. Auch in Sachen Torwartduell hatten die Köngener mit dem stark parierenden Lucas Novak die Nase klar vorne, bereits zur Pause führten die Hausherren so mit sieben Toren (16:9).

Die Hypothek aus Hälfte eins ist zu groß

In Abschnitt zwei erhöhte Köngen zunächst auf bis zu neun Treffer und Neuhausen drohte ein Debakel (24:25 /40.). Dann schlichen sich aber Unkonzentriertheiten ins Spiel der Köngener ein, die Neuhausener agierte inzwischen in der Abwehr um einiges aggressiver und waren beim 25:28 (56.) wieder dran. „In der zweiten Hälfte haben wir deutlich besser gespielt“, resümierte Schwab. Die Neuhausener profitierten dabei auch von zwei Zeitstrafen gegen die Köngener innerhalb der letzten zehn Minuten. „Damit haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht“, ärgerte sich Köngens Trainer Fischer. Zum Schluss setzten die Neuhausener mit einer offenen Manndeckung alles auf eine Karte – allerdings ohne Erfolg. „Die Hypothek von minus sieben Toren zur Pause war wohl zu groß. Das hatten wir einfach schon lange nicht mehr“, sagte Steffen Schwab, der zusammen mit seinem Bruder Marco die Verantwortung bei den Neuhausenern hat. Dass die Luft nach drei Aufstiegen und der langen Siegesserie raus ist, glaubt Steffen Schwab indes nicht: „Vielleicht tut uns das ja jetzt auch mal ganz gut, um an unseren Fehlern zu arbeiten.“

Bereits im nächsten Heimspiel am kommenden Samstag gegen den TV Neuhausen/Erms II können die Neuhausener beweisen, dass die Niederlage in Köngen nur ein Ausrutscher war. Leicht wird die Aufgabe indes nicht: „Das wird sehr wichtig und gegen Neuhausen/Erms haben wir uns im Hinspiel ziemlich schwergetan“, warnte Marco Schwab, der ebenso wie sein Bruder ebenfalls für die kommende Saison zugesagt hat.

Um einen weiteren Durchmarsch sicher zu schaffen, muss es schon der Meistertitel sein – für den Zweitplatzierten der Landesliga ist zwar eine Relegation geplant, ob das zum Aufstieg reicht, hängt aber vom Geschehen in den Ligen darüber ab.

TSV Köngen: Nothdurft, Novak; Hamann (11), Maier (5), Fuß (4), Thau (1), Hess, Schlichter, Johannsen (1), Schweizer, Agner (5), Aldinger (1), Kilian (5), Werner (1).

TSV Neuhausen II: Wolz, Elger; Scherbaum (7), Hampel (2), Schwab (2/2), Bayer (2), Wolff, Marcel Reitzle (2), Böhm, Reichenbach (2), Heinrich (1), Nusser (2), Hofer (2), Maik Reitzle, Thierauf (4), Ruhmund (1).

Schiedsrichter: Hartmut Illg / Frank Michael Roth (Remshalden).

Zuschauer: 150.

Zeitstrafen: 8:6 Minuten – zwei Minuten für Hamann, Maier, Fuß, Agner (Köngen), Hofer, Wolz, Thierauf (Neuhausen).

Rote Karte: Wolz (Neuhausen, grobes Foulspiel).

Beste Spieler: Hamann, Novak / Scherbaum.

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