Handball: Leinfelden-Echterdingen „Es war wie nach Hause zu kommen“ – wie Mona Binder die HSG entwickeln will

Seit dem vergangenen Sommer gibt Trainerin Mona Binder (rechts) beim Handball-Regionalligisten HSG Leinfelden-Echterdingen die Richtung vor. Foto: Günter Bergmann

Statt einer Auszeit formt die Lehrerin jetzt ihr ehemaliges Team. Die jüngste 23:26-Niederlage gegen Neckarsulm 2 markierte jedoch einen Rückschlag in ihrer Arbeit.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Vor über zehn Jahren organisierte Mona Binder als Rückraumakteurin das Spiel der HSG Leinfelden-Echterdingen. Im vergangenen Sommer schloss sich für die heute 40-Jährige dann der Kreis. Seitdem leitet sie das Spiel des Handball-Regionalligisten als Trainerin an der Seitenlinie. „Es war wie nach Hause zu kommen“, berichtet die Nachfolgerin von Silke Zindorf, die in den Ruhestand ging.

 

Eigentlich wollte die ehemalige Drittliga-Handballerin Binder nach dem Ende ihres Engagements beim damaligen Verbandsligisten SV Leonberg/Eltingen eine ein- bis zweijährige Pause einlegen. „Ich habe, seit ich zwölf Jahre alt war, immer Handball gespielt oder als Trainerin gearbeitet und stand damit fünfmal pro Woche in der Halle. Das ist ein großer Teil des Lebens, und den wollte ich nach der Zeit in Leonberg eigentlich anders nutzen“, sagt die Linkshänderin. Die Anfrage ihres Ex-Vereins durch ihre ehemaligen Mitspielerinnen Daniela Soldner und Lena Fink, die mittlerweile bei der HSG die sportliche Leitung bilden, sorgte für ein Umdenken. „Ich glaube, ich hätte auch keiner anderen Mannschaft zugesagt, wenn ich die Leute nicht schon gekannt hätte“, konstatiert Binder. Zudem sei mit dem Engagement beim höherklassigen Verein ein Traum für sie in Erfüllung gegangen: „Ich bin eine ziemlich taktische Trainerin und habe viel im Kopf, wie ich mir das Spiel so vorstelle. Und wenn man dann zwei Ligen höher geht, dann hat man auch die Spieler, die das natürlich mehr umsetzen können. Und das war letztlich ausschlaggebend.“

Mit der HSG Leinfelden-Echterdingen will Binder einen attraktiven Handball bieten und aus einer starken Defensive schnell zum Torabschluss kommen. In der Hinrunde klappte das bislang noch nicht so gut. „Das Problem ist eigentlich noch, dass wir zu langsam umschalten“, sagt Binder. Neben den Schwächen im Abschluss agierte das Team oftmals zu harmlos und zögerlich. Immer wieder bemängelte Binder die fehlende Emotionalität und Konzentration ihres Teams. Dadurch ließen auch die Ergebnisse zu wünschen übrig. Die HSG Leinfelden-Echterdingen beendete die Hinrunde als Drittletzter. Davon ließ sich die erfahrene Handball-Expertin jedoch nicht aus der Ruhe bringen. „Ich habe eigentlich nie die Hoffnung verloren, weil ich weiß, dass es einfach eine Zeit lang braucht“, sagt Binder.

In der Vorbereitung auf die Rückrunde schärfte die Trainerin die Konzentration ihrer Schützlinge. In ihre Trainingsarbeit lässt sie ihr Wissen aus ihrem Sportstudium und insbesondere ihre Erfahrungen als hauptberufliche Lehrerin einfließen. „Man kann davon viel mitnehmen. Das Pädagogische, wie macht man Ansprachen, wie erklärt man Übungen oder bestimmte Dinge, auf die man hier hinaus will“, berichtet sie.

Geklappt hatte es zum Rückrunden-Auftakt gegen Bönnigheim bereits gut. Beim 29:27-Heimsieg habe das Team hervorragend gespielt und sich aus Schwächephasen schneller befreit, berichtet die Trainerin. Am Samstag folgte dann bei der Sport-Union Neckarsulm 2 mit der 23:26-Niederlage ein Rückschlag. „Wir konnten nicht an die vorherige Leistung anknüpfen“, ärgert sich Binder. In der Offensive sei das Team wieder zu ungefährlich gewesen und habe in der Defensive zu wenig zugepackt, sagt Binder. Was die Trainerin aber am meisten ärgert, sei das Auftreten des Teams – auf und neben dem Feld. „Mit so einem Sieg wie in der Vorwoche sollte man ein ganz anderes Auftreten haben“, fordert Binder. Sie habe von ihren Schützlingen jedoch nur wenig Motivation verspürt. „Es war alles in allem ein gebrauchter Tag“, ärgert sie sich.

Daran konnte auch Neuzugang Lotta Gerstenweiler nichts ändern. Die 22-Jährige feierte gegen Neckarsulm ihr Debüt für die HSG Leinfelden-Echterdingen. Zuvor hatte sie bei der SG Schozach-Bottwartal, der TG Nürtingen, dem VfL Waiblingen und dem SV Allensbach in der zweiten und dritten Liga gespielt. Berufsbedingt pausierte die Polizistin zuletzt jedoch. Die Rückraumspielerin soll Ina Kühnel ersetzen, die nach ihrem Kreuzbandriss in der Sommervorbereitung weiterhin ausfällt. Gegen Bönnigheim trug bereits Melina Lomusio das HSG-Trikot. Die Kreisläuferin hätte ursprünglich erst im kommenden Sommer von der SG Weinstadt kommen sollen, nun schließt sie bereits im Winter die Lücke am Kreis.

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