Handball – Oberliga Bescheidenere Ziele beim TSV Köngen
Trainerin Marion Radonic will mit den Handballerinnen des TSV Köngen so schnell wie möglich den Klassenverbleib sichern, der Umbruch wird das Vorhaben aber nicht leicht machen.
Trainerin Marion Radonic will mit den Handballerinnen des TSV Köngen so schnell wie möglich den Klassenverbleib sichern, der Umbruch wird das Vorhaben aber nicht leicht machen.
Eigentlich ist Trainerin Marion Radonic von den Oberliga-Handballerinnen des TSV Köngen guter Dinge für die neue Saison: „Wir haben drei klasse Torhüterinnen und vier Linkshänderinnen, sodass wir im Rückraum sogar mit drei Linkshänderinnen spielen können, das ist top. Den Rest müssen wir hinkriegen.“ Allerdings muss der Überraschungsdritte der vergangenen Runde auf die pausierende Spielmacherin Miriam Keppeler verzichten, die in den vergangenen Jahren der Dreh- und Angelpunkt des Köngener Spiels war. „Miri ist nicht zu ersetzen, das ist unsere größte Baustelle“, erklärt Radonic. Die Lücke schließen sollen Sarah Lieb und Neuzugang Jule Zeller – so schnell wird das aber nicht gehen, was der ehemaligen Profihandballerin Radonic klar ist.
Insofern backen die Köngenerinnen in Sachen Saisonziel erst mal kleinere Brötchen. Der Klassenverbleib soll möglichst früh gesichert werden, lassen die Verantwortlichen vorsichtig verlauten. Auch weil in der neu zusammengewürfelten Staffel einige Teams große Unbekannte sind. Immerhin sieht Radonic die Köngenerinnen vor allem auf der Torhüterposition gut aufgestellt. In Sonja Pott, die vom Regionalligisten HC Schmiden-Oeffingen kam und die früher für den TV Nellingen zwischen den Pfosten stand, wurde eine erfahrene Torhüterin gewonnen. Noch mehr Routine hat die inzwischen 50-jährige Karen Frohnwieser, die zuletzt das Tor bei der HSG Stuttgart/Metzingen hütete und mit der Radonic früher selbst in TV Nellingen zusammengespielt hat. Das erfahrene Duo wird ergänzt von Youngster Elisa Thoma, die zwar von der TG Nürtingen kommt, zuletzt aber in der A-Jugend-Bundesliga für Frisch Auf Göppingen spielte. „Unser Torwarttrio ist super“, lobt Radonic. Da Pott als Polizistin im Schichtdienst arbeitet, wird rotiert: „So kommt jede zu ihren Einsatzzeiten“, sagt die Trainerin. Ergänzt wird das TSV-Team von Rückkehrerin Delia Cleve am Kreis, die ebenfalls viel Erfahrung mitbringt, sowie von den beiden Linkshänderinnen Zeller und Eleni Spiridopoulou, die beide vom TB Neuffen kamen. Dazu kommen drei Nachwuchskräfte aus der Köngener Jugend. Zusätzlich werden einige aktuelle Spielerinnen aus dem Köngener A-Jugend-Regionalligateam eingebunden: „Da wird die eine oder andere sicherlich aushelfen. Aber unser Unterbau ist megagut, dabei habe ich keinerlei Bauchschmerzen“, ist Radonic optimistisch.
Nach ihrer ersten Saison in Köngen zieht die ehemalige Bundesligaspielerin ein positives Fazit: „Auch wenn das erste Spiel in der vergangenen Saison ein kompletter Albtraum war. Ich dachte, ich bin am falschen Platz.“ Es folgten aber vier Siege in Folge und rückten die Verhältnisse wieder gerade. Das letztlich sogar der dritte Platz heraussprang, wertet Radonic zwar als Top-Ergebnis, ordnet es aber gleichzeitig als ziemlich dicke Überraschung ein: „Auf diesem Rang sind wir schon eher glücklich gelandet, da zuletzt alle Gegner für uns gespielt haben.“ Die Ex-Kreisläuferin fühlt sich wohl in Köngen: „Ich bin schon richtig, da wo ich bin.“ Sie gibt aber auch zu, dass die eine oder andere Spielerin mit ihrer eher handfesten Art auch Probleme gehabt habe. Man habe sich erst zusammenraufen müssen: „Ich bin halt ein ehrgeiziger Typ und kann nicht verlieren.“ Allerdings zögen die meisten Köngenerinnen inzwischen super mit: „Dass es mir hier so gut gefällt, liegt schon auch an der Zusammensetzung des Teams.“
Zum Saisonauftakt treten die Köngenerinnen am Samstag (19.30 Uhr) beim TV Gerhausen an. Der Gegner landete in der Vorsaison auf dem drittletzten Platz und hielt sich mit Ach und Krach gerade noch so in der Liga. Dennoch ist der Respekt groß: „Die Gerhausenerinnen liegen uns einfach nicht“, sagt Radonic mit Blick auf die vergangenen Ergebnisse gegen den Club von der Schwäbischen Alb. „Das war ein Remis in Köngen und eine Niederlage in Gerhausen, unterm Strich war das alles ziemlich zäh“, erinnert sich die Trainerin. Dazu komme, dass die Atmosphäre dort sehr unangenehm sei: „Dennoch sind wir der Favorit.“ Verzichten müssen die Köngenerinnen zum Saisonstart auf Rückraumakteurin Gabriele Mitranic, die mit einem Bänderriss ausfällt. Dazu kommt, dass Kreisläuferin Nora Allmendinger ein Auslandssemester absolviert. Sie wird zwar bei den Spielen da sein, kann aber unter der Woche nicht trainieren.
Zugänge: Jule Zeller, Eleni Spiridopoulou (beide TB Neuffen), Elisa Thoma, Delia Cleve (beide TG Nürtingen), Sonja Pott (HC Schmiden-Oeffingen), Karen Frohnwieser (HSG Stuttgart/Metzingen), Lynn Haendel, Annika Weinert, Maja Petsch (alle eigene Jugend).
Abgänge: Miriam Keppeler, Irene Eble, Annika Klein (alle pausieren), Alicia Kiechle, Lara Laufer, Larissa Aller (alle eigenes zweites Team), Luca Alisa Hiller Jule Wahler (beide Ziel unbekannt).
Trainerin: Marion Radonic.