Handball Oberliga Dem SV Leonberg/Eltingen rutscht der Sieg aus den Händen
Oberligist SV Leonberg/Eltingen muss kurz vor Schluss den Ausgleich hinnehmen und trennt sich 32:32 vom TuS Schutterwald. Ärger über eine Zeitstrafe für die Gäste.
Oberligist SV Leonberg/Eltingen muss kurz vor Schluss den Ausgleich hinnehmen und trennt sich 32:32 vom TuS Schutterwald. Ärger über eine Zeitstrafe für die Gäste.
Die letzten drei Minuten in der Mörburghalle in Schutterwald waren nichts für Menschen mit Herzproblemen oder Bluthochdruck. 3:15 Minuten vor Schluss führte der SV Leonberg/Eltingen beim TuS Schutterwald mit 32:30, doch am Ende teilten sich die Handball-Oberligisten aus dem Schwäbischen und dem Badischen beim 32:32 (17:20) die Punkte.
Ein Punkt. Zu wenig, um sich ausgelassen zu freuen, aber auch zu viel, um bei den Gästen in Sack und Asche einher nach Hause zu fahren. „Es wäre ein Sieg möglich gewesen“, sagte Markus Stotz. Mit dem Remis vor 150 Zuschauern brachte der SV immerhin einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg mit unter den Engelberg und hielt Gastgeber TuS Schutterwald um einen Zähler auf Rang elf hinter sich.
Doch mit Blick auf die dramatische Schlussphase war es ein Punktverlust für den SV, der in Unterzahl noch zwei Gegentreffer kassierte und selbst den Ball nicht mehr im TuS-Tor untergebracht hatte. Besonders über die Zeitstrafe für Bastian Laib zweieinhalb Minuten vor dem Ende ärgerte sich Markus Stotz. „Das war eine sehr umstrittene Geschichte“, knurrte der SV-Coach, der sich im Nachhinein nicht erklären konnte wie „der sehr viel kleinere Bastian Laib seinem viel größeren Gegenspieler ins Gesicht gelangt“ haben soll.
So waren die Leonberger dezimiert, der TuS nutze die Räume, um den Rückstand zu egalisieren, im Angriff fehlte dem SV in den letzten 30 Sekunden nach dem Ausgleich die nötige Konsequenz sowie ein wenig das Glück, um Treffer Nummer 33 zu erzielen. „Leider haben wir den Ball vertändelt“, stöhnte Stotz und betrachtete das Remis von der positiven Seite: „Bedenkt man, dass wir mit einem dezimierten Kader angetreten sind, ist der eine Punkt, über die gesamte Spielzeit betrachtet, für uns ein Gewinn.“
In der Mörburghalle musste der SV auf Kapitän Christoph Hönig (verhindert) sowie die verletzten Luis Hönninger und Bernhard Kutzner verzichten, sodass Niklas Bolkart in den Rückraum Mitte und Oral im Wechsel mit Roman Salathe nach links rücken mussten. „Wir mussten stets variieren“, erzählte Trainer Stotz, dessen Team zur Pause drei Tore zurücklag. Nach dem Seitenwechsel fand der SV besser in die Partie, vor allem Constantin Kost verdiente sich für seine erstklassige Abwehrarbeit ein Sonderlob von Coach Stotz („Das war sehr konzentriert“).
Die Leonberger kämpften sich heran, in Minute 42 fiel erstmals der Ausgleich (26:26) – und in der 56. Minute brachte Felix Wiederhöft den SV erstmals seit dem 1:0 (3.) wieder in Führung (31:30) . Der Treffer von Roman Salathe zum 32:30 (57.) nährte die Hoffnung auf zwei Punkte für die Gäste, doch es schwanden die Kräfte. „Wir mussten uns immer wieder ein paar Tore rankämpfen“, sagte Markus Stotz, „da hat uns am Ende die Substanz gefehlt. Schade, dass wir uns nicht belohnt haben.“ Unterm Strich war es nach den Niederlagen gegen die SG Pforzheim/Eutingen 2 und Spitzenreiter TSV Schmiden ein wichtiger Teilerfolg fürs Selbstvertrauen. „Jeder Punkt zählt“, bemerkte Stotz.
In Schutterwald wurde der SV von zehn Anhängern der HSG Radolfszell unterstützt, mit dem eine Fanfreundschaft besteht.“Das war ein feiner Zug“, freute sich Markus Stotz. Hintergrund: Als der SV beim TV Weilstetten spielte, musste zuvor die HSG Radolfzell gegen den TV 2 ran – und dabei entstand auf der Tribüne zwischen den Anhängern die Freundschaft zwischen SV und HSG. SV Leonberg/Eltingen: Denk, Schneider; Wiederhöft (10/6), Oral (7), Bolkart (5), Salathe (5), Laib (3), Schreiner (2), Klatte, Kost, Rentschler, Wanner, Fatnassi.