Die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen haben auch die erste Heimpartie in der Oberliga mit einem Tor Unterschied gewonnen. „Es war wieder einmal Spannung pur – das können wir“, schmunzelte Trainer Mischa Herok nach dem 33:32 gegen HB Kinzigtal. Damit führen seine Schützlinge sogar die Tabelle an. „Dieser Saisonstart war natürlich super.“
Es war nicht alles Gold, was für die mehr als 200 Zuschauer in der Sommerhofenhalle glänzte. „Spielerisch war das ein bisschen zu wenig“, weiß der Coach. Vor allem in der ersten Hälfte. „Da haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht.“ Hinten drin war das längst nicht so überzeugend wie beim Auftritt in Heiningen vor einer Woche. „Mir hat die Aggressivität gefehlt.“ Die Hausherrinnen waren zu passiv, ließen den Rückraumspielerinnen des Gegners zu viel Platz. Das nutzte vor allem Vanessa Brand immer wieder. Immerhin lief es diesmal auf der anderen Seite der Platte besser. „Auch wenn das teilweise ein bisschen zu wild war“, fand Herok. Dennoch schafften es die BöSis, die Partie dank Janina Schandl, Rückkehrerin Lena Münch und einer starken Leni Hagenlocher zwischen den Pfosten bis zum 13:13 offenzuhalten. Mit ein bisschen mehr Wurfglück bei insgesamt fünf Alutreffern, wäre sogar eine Pausenführung drin gewesen. So ging es jedoch mit 14:16 in die Kabinen.
HSG Böblingen/Sindelfingen agiert offensiv teilweise zu wild
„Wir hatten uns vorgenommen, aggressiver zu sein und sie in der Abwehr stärker unter Druck zu setzen“, sagte Herok. Doch 30 Sekunden nach Wiederanpfiff netzte Brand schon wieder zum 14:17 ein. Außerdem erhielten die Gastgeberinnen viele – teils fragwürdige – Zeitstrafen. Dennoch kamen sie auch mit Hilfe der Paraden von der in den Kasten gekommenen Anne Kilper schnell wieder auf einen Treffer heran. Bis Pauline Hille für den 25:25-Ausgleich sorgte, vergingen allerdings weitere zehn Minuten. Schandl sorgte in Unterzahl für die Führung. Hille, Schandl und Lea Matziol legten sogar zum scheinbar komfortablen 30:27 vor.
Dann musste Svenja Hille mit der Roten Karte runter. „Das hat uns natürlich nicht gutgetan“, erkannte Herok. So wurde es in der Schlussphase plötzlich noch einmal spannend, die Auswärtstruppe verkürzte auf 32:31. Sophie Hilf sorgte mit dem 33:31 zunächst für Entspannung. Dennoch mussten sie und ihre Kolleginnen erneut bis zum letzten Angriff zittern, ehe die nächsten Punkte eingetütet waren.
„Ein paar Dinge haben mir besser gefallen als vorige Woche“, fasste Herok zusammen. Vor allem in der Defensive vermisste er dagegen einiges. „Unsere Aufgabe ist es nun, das zusammenzufügen und dafür zu sorgen, dass ein Rädchen ins andere greift.“
HSG Böblingen/Sindelfingen: Hagenlocher, Kilper; Bohner, Golasch, Stauder, S. Hille (2), Schandl (9), Heiser (2/davon 1 Siebenmeter), Terbeck, Baker (1), Münch (3), Matziol (4/3), Mayer (1), P. Hille (3), Hilf (8).