Handball-Oberliga Frauen HSG Böblingen/Sindelfingen erlebt ein Debakel – „so können wir nicht auftreten“

In der Schlussphase ein paarmal gut am Kreis freigespielt: Lea Matziol erzielte unter anderem den Treffer zum 25:39-Endstand. Foto: Marco Iker

Die Oberliga-Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen stehen nach einer 25:39-Packung am Scheideweg. So wie in den ersten beiden Spielen in diesem Jahr kann es nicht weitergehen.

Die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen haben im Verfolgerduell der Oberliga gar kein Land gesehen und wurden mit 25:39 von der SG Weingarten abgefertigt. Damit sind die BöSis auf Rang vier gerutscht. „Wir müssen gerade nicht auf die Tabelle schauen“, meinte Trainer Mischa Herok angefressen. „Es kann einfach nicht sein, dass wir uns derart abschlachten lassen.“

 

Für seine Schützlinge war es nicht nur die höchste Pleite in dieser Saison. Herok kann sich nicht daran erinnern, überhaupt schon einmal in dieser Deutlichkeit verloren zu haben. Dass das auch noch in der heimischen Murkenbachhalle passiert ist, setzte dem Ganzen die Krone auf.

Ausfälle bei HSG Böblingen/Sindelfingen dürfen keine Ausrede sein

„So können wir vor unserem Publikum einfach nicht auftreten“, krittelte der Coach. Da lasse er auch nicht als Ausrede gelten, dass mit Sophie Hilf, Janina Schandl und Mascha Heiser drei wichtige Spielerinnen gefehlt haben: „Wir hatten eine volle Bank und genug Qualität im Kader.“

Dabei konnten die 200 Zuschauer bereits zu Beginn erahnen, wohin die Reise gehen würde. „Wir waren überhaupt nicht da.“ Die Gäste spielten mit den Gastgeberinnen Katz und Maus. Beim Stand von 2:6 nahm Herok bereits die erste Auszeit. Vor allem in der Abwehr passte so einiges nicht. „Dabei ist das eigentlich unser Prunkstück.“ Die Weinstädterinnen brauchten immer nur zwei oder drei Pässe, um frei vom Kreis abschließen zu können.

Auf der anderen Seite waren die Hausherrinnen zu fahrig. Die Pässe waren zu schlampig gespielt, die Abschlüsse zu ungenau. „Sie haben uns mit unseren eigenen Waffen geschlagen“, erkannte Herok. Denn mit ihren schnellen Angriffen war die SG beim 12:24 zur Pause bereits davongezogen. So viele Gegentore kassiert die HSG üblicherweise über die volle Distanz.

Auch im zweiten Durchgang wurde es kaum besser. Die Auswärtstruppe war schlichtweg zielstrebiger. Als die Schiedsrichter dann auch noch großzügig Zeitstrafen an die Einheimischen verteilten, fielen diese phasenweise auseinander. Erst acht Zeigerumdrehungen nach dem Wiederanpfiff verkürzte Svenja Hille auf 13:30.

In der Schlussphase ihre Zielstrebigkeit gezeigt: Lena Münch half bei der Ergebniskosmetik mit. Foto: Marco Iker

Nur in der Schlussphase gab es ein paar Lichtblicke. Lena Münch zeigte ihre Zielstrebigkeit und traf mit starken Zug zum Kasten dreimal in Folge zum 21:35. Zudem wurde Lea Matziol am Kreis das eine oder andere Mal schön freigespielt. Sie vollendete sehenswert per Heber zum 24:39 und markierte kurz darauf den Endstand. Doch das war es dann auch schon in Sachen Ergebniskosmetik.

„Jetzt stehen wir da, wo wir nicht hinwollten“, haderte Herok. Er sieht sein Team aktuell am Scheideweg. „So wie in den letzten beiden Spielen können wir nicht weitermachen“, betonte er. „Zum Glück haben wir nun zwei Wochen Zeit, um uns wieder zu finden. Wenn wir weiter oben dranbleiben wollen, muss uns das gelingen.“

HSG Böblingen/Sindelfingen: Hagenlocher, Kilper; Lange, Golasch, Bohner (1), S. Hille (3), Mayer (1), Terbeck (2), J. Zeller (1), Münch (5), Stoll (2), P. Hille (1), Stauder (3), L. Zeller, Matziol (6/davon 2 Siebenmeter).

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