Handball-Oberliga Frauen „Nie von uns erwartet“– SG H2Ku Herrenberg überrollt Team der Stunde

Die erste Welle schwappte über den Gegner hinweg: Immer wieder trafen Sandra Kußmaul (am Ball) und die anderen Kuties nach Tempogegenstößen. Foto: Eibner/Silas Kunz

Die Oberliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg marschieren weiter mit großen Schritten Richtung Titel. Den VfL Waiblingen II schlugen sie auswärts mit dessen eigenen Waffen.

Was für ein Statement. In einer überraschend einseitigen Partie gewannen die Oberliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg nicht nur das erste Spiel des Jahres, sondern beendeten mit dem mehr als deutlichen 37:21 beim VfL Waiblingen II auch die Erfolgsserie des Gegners, der zuvor achtmal in Folge gewonnen hatte.

 

Da staunte sogar Heiko Fleisch. „In dieser Höhe hätte ich einen Erfolg von uns nie erwartet“, freute sich der verblüffte Coach. „Es hatte sich zwar in der Trainingswoche schon eine gute Leistung angedeutet, aber das?“ Dabei waren in der letzten Testpartie vier Tage zuvor sogar noch viele Wünsche offen geblieben. Unter dem Strich erwies sich das dann aber noch einmal als zusätzlicher Motivationsschub für das Topspiel.

VfL Waiblingen II liegt gegen SG H2Ku Herrenberg nur einmal kurz vorn

Dennoch reichte es nicht ganz zu einem Start-Ziel-Sieg. Einzig und allein das 1:0 der Gastgeberinnen durch Sina Pfeil nach wenigen Sekunden verhinderte dies. Danach nahmen die Kuties das Spiel jedoch in die Hand und gaben es in keiner Phase wieder aus der Hand. Die Einheimischen schlugen sie dabei immer wieder mit deren eigenen Waffen. „Gerade die Tempogegenstöße konnten wir verhindern. Unser Rückzugsverhalten war heute fantastisch“, strahlte Fleisch.

Im Gegenzug nutzen die Gäste selbst dieses Mittel der ersten Welle vor allem durch Sandra Kußmaul und Saskia Schmidt weidlich aus. Zudem glänzte Kreisläuferin Stefanie Schoeneberg allein im ersten Durchgang mit sieben Treffern. Auch wenn der VfL II noch einmal auf 10:11 herankam, war das 19:15 für die SG zur Pause bereits eine deutliche Ansage des Tabellenführers.

Als ob sie den Bemühungen des Rivalen auf eine Wende gleich einen Riegel vorschieben wollten, starteten die Herrenbergerinnen wie die Feuerwehr in Durchgang zwei. Schon bald begrub Rückraumspielerin Sofia Brand mit zwei Treffern in Folge und dem 24:16 alle Hoffnungen der Waiblingerinnen frühzeitig und endgültig.

Was folgte, war eine H2Ku-Gala. Anders kann man es nicht bezeichnen, was die Truppe da leistete. Während sich bei den gegnerischen Tigers die Krallen immer mehr abwetzten, spielten sich die Kuties ihrerseits immer mehr in einen Rausch. Das letztendliche 37:21 war nicht nur ein Erfolg, der zwei Punkte bringt, sondern vielmehr auch ein eindeutiges Signal an die anderen Teams.

Stefanie Schoeneberg traf allein in der ersten Halbzeit siebenmal: Am Ende kam die Kreisläuferin auf neun Tore. Foto: Eibner/Silas Kunz

In der kommenden Woche wartet auf den Gäu-Klub gegen die HSG Bargau/Bettringen das nächste Topduell. Dann könnte ein weiterer Konkurrent aus der Spitzengruppe in die Schranken gewiesen werden.

SG H2Ku Herrenberg: Harm, Göhlich, Istrati; Schoeneberg (9), Schäberle, Kappus (5/davon 3 Siebenmeter), Stäudle (1), Kußmaul (7), Schmidt (2), Seidel, Schweizer (1), Venth (2), Brand (8), Schröder, Lide (2).

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