Handball-Oberliga Frauen Plötzlich wird es doch nochmal spannend für HSG Böblingen/Sindelfingen

Mit ihrem Treffer zum zwischenzeitlichen 25:22 beruhigte Janina Schandl (am Ball) die Nerven der BöSis ein bisschen. Foto: Marco Iker

Die HSG Böblingen/Sindelfingen zündet in der ersten Hälfte des Verfolgerduells der Handball-Oberliga der Frauen ein echtes Feuerwerk. Am Ende wird es allerdings noch einmal eng.

Die Handballerinnen der HSG Böblingen/Sindelfingen sind in der Oberliga zwar voll auf Kurs, doch ausgerechnet in den Heimspielen lief es zuletzt mit zwei Niederlagen nicht wie gewünscht. Hinzu kam das verlorene Topduell bei der SG H2Ku Herrenberg. Die kleine Durststrecke zu Hause ist nun jedenfalls rum, im Verfolgerduell gegen die HSG Bargau/Bettringen feierten die Gastgeberinnen einen 28:23-Erfolg. „Das war ganz wichtig“, freute sich Trainer Mischa Herok. In der zweiten Hälfte wurde es allerdings noch einmal unnötig spannend.

 

Dass die BöSis sich viel vorgenommen hatten, zeigten sie von Anfang an. Svenja Hille, Lea Matziol und Janina Schandl stellten schnell auf 3:0. Auch danach lief alles wie am Schnürchen. An der Defensive gab es fast kein Vorbeikommen. „Unsere Abwehr entwickelt sich immer stärker zum Prunkstück“, lobte Herok. Dahinter hielt Keeperin Leni Hagenlocher, was es zu halten gab. Die erneut starke Sophie Hilf markierte mit dem 11:6 den ersten Fünf-Tore-Vorsprung. Mit drei Treffern in Folge erhöhte Mascha Heiser zur Pause sogar auf 18:10. „Die erste Hälfte war überragend“, nickte der Coach.

HSG Böblingen/Sindelfingen geht die Souveränität abhanden

Doch was nach dem Seitenwechsel passierte, war nicht nur für ihn, sondern auch für die 200 Zuschauer in der Sommerhofenhalle phasenweise unverständlich. Die Souveränität ging immer mehr abhanden. Plötzlich kamen die Hausherrinnen immer einen Schritt zu spät. Beim Verteidigen fanden sie auf die Umstellung des Gegners, der nun mit zwei Kreisläuferinnen agierte, keine Antwort. „Damit haben wir uns wahnsinnig schwergetan.“ Und ohne die Sicherheit hinten war auch das Selbstverständnis im Angriff dahin. Nach dem 20:12 von Janina Schandl dauerte es fast acht Zeigerumdrehungen, bis Julia Stauder den 21. Treffer markierte. So robbten sich die Gäste heran, vor der Schlussphase stand es nur noch 22:21.

Die Sache stand gleich mehrfach auf der Kippe. Vorne übernahmen nun Hilf und Schandl wieder mehr Verantwortung, hielten ihr Team im Rennen. Als dann die zwischen die Pfosten gekommene Anne Kilper den Siebenmeter von Laura Emele entschärfte, ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Im Gegenzug sorgte Schandl mit dem 25:22 für etwas Ruhe, Hilf legte das 26:22 nach.

„So haben wir Gott sei Dank noch gewonnen“, sagte der deutlich mitgenommene Übungsleiter. „Dass es noch einmal so spannend wurde, haben wir uns selbst zuzuschreiben“, betonte er. „In Halbzeit eins haben wir gesehen, was möglich ist – in der zweiten allerdings auch, was passiert, wenn wir nur ein bisschen nachlassen.“ HSG Böblingen/Sindelfingen: Hagenlocher, Kilper; Golasch (1), S. Hille (3), Mayer, Heiser (8/davon 4 Siebenmeter), Terbeck, Baker, Münch (1), P. Hille, Stauder (1), Hilf (6), Zeller, Schandl (7), Matziol (1).

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